Über Loyalität und Treue

Vor kurzem ist mein Handyvertrag ausgelaufen, ich weiß das ist keine spannende Mitteilung, die ich dir damit jetzt gerade mache. Es geht auch nicht um den Handyvertrag. Mit diesem Beitrag möchte ich dir erzählen, wie ich von der Tatsache, dass mein Handyvertrag ausläuft auf das Thema Loyalität und Treue zu sprechen komme.

Tief im Inneren, wissen wir es schon lange, Loyalität und Treue zahlt sich nicht aus

Was soll ich machen? Nicht nur, dass ich persönlich sehr viel von Treue und Loyalität halte, diese Eigenschaften selbst verkörpere, so stößt mich die Gesellschaft zurück. Kein Wunder, dass es sehr viele Menschen gibt, die diese Eigenschaften nicht besitzen oder nicht mehr besitzen wollen.

Ich komme nochmal kurz zurück zu meinem Handyvertrag… Da stehe ich nun im Handyshop, starre meine geliebte, auswendig gelernte Handynummer an und ich weiß, ich kann sie leider, wie jedes Mal nicht behalten. Wenn es nach mir gehen würde, hätte ich einmal eine Handynummer und diese dann für immer auch würde ich nie den Anbieter wechseln, vorausgesetzt ich bin mit diesem zufrieden. Ich bin also mit meinem Anbieter zufrieden und auch mit meiner Nummer, aber ich stelle fest, das will man gar nicht! Mir wird vermittelt, wenn ich meinen Vertrag verlängere und ich somit eine treue Kundin bleibe, zahle ich drauf. Kündige ich allerdings und schließe neu ab, bekomme ich die besten Konditionen, frei nach dem Motto (ich zitiere Barney Stinson von How I met your Mother) neu ist immer besser!

Bleiben wir doch gleich mal bei diesem Motto, denn es bleibt ja nicht bei dem Handyvertrag. Egal, um welchen Vertrag es sich handelt, treue Kunden sind nirgendwo gerne gesehen.

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Wie verhält es sich denn mit treuen und loyalen Mitarbeitern? Jemand der seit 20 Jahren, als guter, fleißiger und zuverlässiger Mitarbeiter in einer Firma beschäftigt ist? Wie wird mit diesen loyalen und treuen Menschen umgegangen? Da fällt mir sofort das Wort „ARSCHTRITT“ ein. Was sagt man heute über solche Mitarbeiter? „Die sind vielleicht doof!“ In der Arbeitswelt wird mir ebenso vermittelt, Treue und Loyalität seien einfach nur doof und eine Einladung zum ausnutzen, mehr nicht. Diese beiden Worte, die wie ich finde große Wörter sind, haben einfach so gar keinen Wert. Stattdessen wird den treuen Seelen, jemand neues vorgesetzt, der noch nichts für die Firma getan hat, aber einfach eine so tolle Selbstdarstellungsshow beim Vorstellungsgespräch abgegeben hat und hinzu noch so schöne Scheine besitzt. Der einzige Trost ist, dass es auch ihm, nach 20 Jahren nicht anders ergehen wird, wenn er denn treu und loyal ist bzw. bleibt. Aber ist das wirklich ein Trost?

Was wäre das doch für eine motivierende Arbeitsatmosphäre, wenn sich Treue und Loyalität auszahlen würden, lass mich kurz träumen…. Da bekomme ich glatt Lust zu arbeiten. *Puff* ist ja gut ich höre ja schon auf zu träumen die Realität hat mich wieder, ich bleibe einfach unmotiviert.

Was das mit uns macht…

Welche Auswirkungen hat das Ganze nun auf unsere Gesellschaft? Wie sehen Freundschaften und Partnerschaften aus, wenn mir Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr gezeigt wird, das sich treu und loyal zu sein nicht auszahlt, im Gegenteil das es dumm ist so zu sein. Dabei ist es doch das, was wir alle wollen, einen treuen, loyalen Partner an unserer Seite, um dann zusammen mit treuen und loyalen Freunden durchs Leben zu gehen. Ist die heutige Gesellschaft dazu überhaupt noch in der Lage? Oder sind wir, die treuen und loyalen, eine bedrohte Art deren Aussterben nicht mehr zu vermeiden ist?

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Wenn du leise bist

Introvertiert und zurückhaltend so wurde ich eine ziemlich lange Zeit beschrieben. Mit dieser Beschreibung kam zugleich auch der Tadel, denn diese Eigenschaften wurden ausschließlich als negativ ausgelegt. Das hat mir damals schwer zu schaffen gemacht, mein Leben wurde mir durch diese, wie ich sehe, positiven Eigenschaften, einfach nur schwer gemacht. Meine ganze Schulzeit über habe ich mich gefragt, was schlecht daran ist sensibel und rücksichtsvoll zu sein? Anstatt mich in den Vordergrund zu drängen höre ich meinen Mitmenschen halt lieber zu. Am meisten enttäuscht haben mich die Lehrer, die sogenannten Pädagogen. Pädagogik hat für mich keinerlei Wert, wenn von mir verlangt wird mein liebes Wesen zu ändern, obwohl auf mich in keinster Weise Rücksicht genommen wird.

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Ich möchte stolz auf meine introvertierten Eigenschaften sein

Im Berufsleben ging es natürlich so weiter, meine zurückhaltende Art kam überhaupt nicht gut an und wurde auch gleich in meiner ersten Beurteilung niedergeschrieben. Wenn jemand zurückhaltend ist wird es negativ ausgelegt, es wird behauptet, die Person bringt sich nicht genug ein, ich werde also nicht zurückhaltend und rücksichtsvoll, sondern als faul und desinteressiert eingestuft. Dabei sind meiner Meinung nach, genau die, die darüber urteilen, faul und desinteressiert, weil sie nur eine Verhaltensart erwarten und auch nur eine Verhaltensart erkennen können, nämlich die Laute.

Diese Beurteilung hat bei mir etwas ausgelöst, diese Beurteilung und alle Zeugnisse davor, haben etwas in mir kaputt gemacht. Mir ist klar geworden, dass eine Person, die zurückhaltend, rücksichtsvoll, zuverlässig, still und fleißig ist, einfach nicht das ist, was die Menschen wollen. Also fing ich an weniger zu arbeiten und mehr zu reden. Ich hörte auf Rücksicht zu nehmen und entwickelte mich zu einer Durchsetzungsstarken, fauleren und egoistischeren Person und kam damit zum Erfolg. Immer wieder, wenn ich darüber nachdenke kann ich meinen Erfolg nicht wirklich genießen, denn es ist kein Erfolg aus Überzeugung und es ist ein Erfolg, den ich tief in meinem Inneren einfach nicht begreife.

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Doch dein natürliches Wesen wird immer bleiben

Heute, jetzt wo ich beruflich dort bin, wo ich sein will lebe ich mein natürliches, zurückhaltendes Wesen wieder aus. Wenn ich zur Arbeit gehe bin ich eine Person, die gerne arbeitet, ich nehme nicht an den Kaffee und Kuchenrunden während der Arbeitszeit teil und ich meide Besprechungen so gut es geht. Ich rede nun mal nicht gerne über die Arbeit, sondern mache einfach. Denn von Natur aus bin ich einfach die ruhige Macherin und ich weiß immer noch nicht, was daran schlecht sein soll.

Wenn ich leise bin…

Nun bin ich also wieder leise und ich fühle mich so wohl damit. Dennoch weiß ich, dass solange ich leise bin, ich beruflich auch nicht mehr weiterkommen werde. Ich kann Leistungen so gut und so viel es geht erbringen, dennoch wird mich das nicht weiterbringen, solange in meinem Umfeld jemand ist, der laut ist, einfach wenn er da ist und noch lauter, wenn er arbeitet, denn wenn du nur leise vor dich hinarbeitest wird dich niemand hören, es wird dich und deine Leistung einfach niemand wahrnehmen, damit muss ich mich abfinden.

Es gibt die, die es können und es gibt die, die sagen, dass sie es können!

So viele verborgene Talente, die wirklich gute Arbeit leisten entgehen uns. Denn was macht jemanden besonders gut? Hohe Konzentration, fokussiert sein und Fleiß! Doch dadurch, dass ich mich auf das „Laut sein“ konzentrieren soll, fällt meine Leistung. Statt mich auf meine Arbeit zu fokussieren und gute Ideen zu entwickeln, soll ich öfter mal alles stehen und liegen lassen und an Kaffeerunden teilnehmen, Kontakte knüpfen, laut sein, mich aufplustern und von mir erzählen, was für eine wahnsinnig tolle Person ich bin. Ich fühle mich in dem Moment aber nicht toll, denn ich bin nicht fokussiert, bin nicht bei der Sache.

Ich möchte nicht sagen, dass ich etwas kann, ich möchte zeigen, dass ich etwas kann.

Übrigens habe ich hier einen super interessanten Link für dich. Die Autorin Susan Cain spricht mir wirklich aus der Seele, nicht nur, dass dieser Link bereits 16 Millionen mal angeschaut wurde, ihr Buch „Stille“: Die Macht der Introvertierten in einer Welt die nicht aufhört zu reden“ ist ein Bestseller, den ich auf jeden Fall noch lesen werde.

Susan Cain: Die Macht der introvertierten

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Traumerfüllung (Janine ist zurück)

Es tut mir leid, dass ich die Blog-Welt solange verlassen habe, aber meine Träume haben mich aufgehalten…

Für einen Jahresrückblick im klassischem Sinne ist es zu spät, ich weiß. Deswegen möchte ich dich hier zu meinem ersten Blogbeitrag im Jahr 2019 begrüßen und danke dir für deine Geduld.

Mein Jahr 2018 nenne ich das Jahr der Träume und Ziele. Es war das Jahr wo ich das Projekt „Mein Leben“ komplementär durchgezogen habe. Warum denn jetzt das komplette Leben in einem Jahr? Ganz einfach ich will endlich mal fertig werden und leben! Ich beobachte zu genüge, wie die Menschen um mich herum einfach nie richtig fertig werden, nie ankommen, sondern sich auf einer ständigen Reise, voller Unruhe und Unzufriedenheit befinden. Natürlich geht es im Leben immer weiter und man wird nie wirklich fertig, außer das Leben ist zu Ende, davon rede ich aber auch gar nicht. Ich rede von der Lebensgestaltung, davon dort anzukommen, wo man möchte um sein Leben von dort aus in vollen Zügen zu genießen.

Bist du an dem Ort wo du sein willst mit der Person mit der du zusammen sein willst?

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Oftmals befinden wir uns alle in einer Art Strudel, wir schauen zu sehr auf das, was die Anderen machen, verlieren uns selbst und merken das nicht einmal. Wir machen einfach weiter ohne an uns selbst zu denken. Ich habe mich früher über dieses ganze Selbstfindungsgerede ziemlich lustig gemacht, bis ich gemerkt habe, dass ich mich selbst schon längst irgendwo, irgendwann verloren hatte. Nicht komplett, aber einen Teil von mir…

Kannst du einfach nur so dasitzen und die Wand anstarren?

Viele können diese Frage nicht mit „Ja“ beantworten und wissen auch gar nicht, wieviel das einem selbst bedeutet. Vor Jahren habe ich über das „Wandanstarren“ mal einen sehr interessanten Artikel gelesen. Die Kernaussage dessen war, dass es sehr wichtig ist das zu können und regelmäßig zu tun. Mein ehemaliger Arbeitskollege und ich haben „das Wandanstarren“ auch tatsächlich in unseren Arbeitsalltag integriert wurden dafür aber von vielen belächelt.

Es ist wie ein Auftanken ein regelmäßiges Treffen mit dir selbst. 

So nun aber genug auf die Wand gestarrt, kommen wir nun zu den Taten. Nach einigen Treffen mit mir selbst wusste ich nun genau wie es um meine Träume und Ziele steht und ich nahm mir nun vor mir diese zu erfüllen. Ich habe meine Gedanken und meine Energie in meine Ziele und Träume gesteckt und das Jahr 2018 sollte nun das Jahr sein, wo meine wichtigsten Träume und Ziele in Erfüllung gehen sollten.

Andere schauen in den Himmel und hoffen auf eine Sternschnuppe, ich starre die Wand an und mache!

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Nun ist das Jahr 2018 zu Ende und ich bin froh darüber, denn es war ein sehr anstrengendes Jahr. Dafür wird das Jahr 2019 umso schöner, denn das ist das Jahr, wo ich nicht mehr an meinen Träumen arbeite, sondern meine Träume lebe.