Kränkung

Hast du dich schon oft gekränkt gefühlt? Ich weiß noch genau, wie sich das anfühlt, wie verletzt ich war. Eine innere Fassungslosigkeit breitete sich in mir aus, weil ich nicht verstehen konnte, wieso diese Person mich so kränken musste. Die Kränkung ist eine Interaktion deren Kränkungsprozess sich aber ganz individuell gestaltet. Es kommt ganz auf den Empfänger der Botschaft an, ob diese überhaupt als Kränkung gesehen wird. Deswegen ist es fast unmöglich Kränkungen gänzlich zu vermeiden. Trotzdem hätte ich mir oft mehr Einfühlungsvermögen und Empathie gewünscht und ich bin auch der Meinung, dass wir mehr Kränkungen dadurch vermeiden könnten. Vorher überlegen, was wir sagen und sich in die Person, der man die Botschaft zukommen lassen will, vorher reindenken.

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„Die Empathie wird das Entscheidende für das Überleben der Menschheit sein, alles andere können Computer ja schon besser als wir. „Stephen Hawking

Manchmal bin ich mir bei Hawkings Aussage nicht so sicher, natürlich hat er Recht, denn schließlich unterscheidet uns genau das von den Maschinen. Nur habe ich persönlich das Gefühl, dass sehr viele Menschen auch nur noch funktionieren, wie Maschinen und die Empathie immer mehr verlernen, weil sie genau diese vernachlässigen. Das was uns stark macht, was uns ausmacht, dafür scheint keine Zeit mehr zu sein.

Ich glaube der realistische „Aufstand der Maschinen“ ist die dadurch entstandene Schnelllebigkeit.

Denn immer schneller, immer höher und immer weiter hat seinen Preis. Die Technik gibt uns sehr viele Möglichkeiten und eigentlich erfinden wir Menschen ständig Maschinen, die uns das Leben leichter machen, damit wir mehr Zeit haben. Viele Arbeiten fallen uns leichter, doch mehr Zeit haben wir dadurch leider nicht, nur mehr Möglichkeiten. Und Gefühle, Emotionen, Empathie – das alles braucht Zeit. Wir können das Kennenlernen von Personen nicht abkürzen – Gefühle und Empfindungen brauchen Raum und Zeit. Auch bin ich fest der Überzeugung, dass wenn wir uns alle diesen Raum und diese Zeit geben würden, unsere sozialen Interaktionen wieder einen Schritt nach vorne, statt zurück machen würden. Aber naja, wer nimmt sich schon die Zeit darüber nachzudenken? Wer nimmt sich Zeit diesen Artikel in Ruhe zu lesen? Und wer nimmt sich letztendlich die Zeit vorher darüber nachzudenken, was er zu wem sagt und welche Auswirkungen das haben könnte? Natürlich überspitze ich es jetzt ein wenig, wenn ich davon träume, dass jeder erst denkt und dann spricht, natürlich können wir nicht jede kleine Äußerung vorher genau zerdenken, aber ein bisschen Empathie und Verständnis sollte sich jeder in seinen „Gesprächsrucksack“ packen. Sich einfach mal viel öfter in die Lage des anderen versetzen.

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Es gibt viele Tipps, wie du selbst Kränkungen gegenüberstehen kannst und deinen Frieden damit schließen sollst. Raus, aus der Opferrolle, so heißt es. Natürlich, wo kein wunder Punkt, da auch keine Kränkung, aber ich denke nicht, dass wir uns komplett frei von unseren wunden Punkten und damit unangreifbar machen können. Natürlich gehören immer zwei dazu und wir selbst sollten, wenn wir uns gekränkt fühlen unsere Opferrolle, die dadurch entstanden ist, nicht akzeptieren. Ja ich bin gekränkt, ich fühle mich auch heute des Öfteren noch gekränkt, aber ich gehe nicht mehr in die Opferrolle und rette mein Selbstbewusstsein mit selbstbewusstem Verhalten, indem ich die Person, die mich gerade gekränkt hat darauf hinweise. Ich stehe quasi zu meinem wunden Punkt und bitte die Person in Zukunft darauf Rücksicht zu nehmen. Meine Erfahrungen damit sind wirklich sehr positiv, weil die angesprochene Person dadurch das tut, was sie vorher leider nicht gemacht hat, sie denkt über mich nach.

Mein Gefühl sagt mir, dass wiederkehrende Kränkungen eine Vorstufe von Mobbing sind. Ich meine wir kenne es doch alle oder? Auf unserem wunden Punkt wird immer und immer wieder rumgehackt, bis sich im schlimmsten Fall mehrere Personen zusammentun und nicht damit aufhören. Als wird förmlich nach der Schwäche gesucht, nach etwas, was einem persönlich trifft, um dann das Selbstwertgefühl zu schwächen. In der Schulzeit ist es laut meiner Erfahrung wirklich am schlimmsten, ich wurde da immer und immer wieder aufs Neue gekränkt und das nicht nur von den Mitschülern, nein es fing alles bei den Lehrern an und das ist das, was mich bis heute immer noch zutiefst kränkt und enttäuscht, denn einige Kränkungen bleiben für immer.

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Ich frage mich eigentlich auch immer welches Ziel diese Person mir gegenüber jetzt gerade mit dieser Botschaft verfolgt. Wenn ich also immer davon ausgehen soll, dass die Person das ja nicht mit Absicht macht und sie ja vorher meinen wunden Punkt nicht wissen kann und es meine individuelle Empfindung ist, wie ich diese Botschaft für mich aufnehme, so fühle ich mich eigentlich meistens dadurch gekränkt, dass aus dieser Botschaft nichts anderes entstehen kann, außer eine Kränkung. Mir wurde damals so oft gesagt, dass ich zu dünn sei. Was löst diese Botschaft also aus? In mir ganz klar ein geringeres Selbstwertgefühl und eine tiefe Kränkung. Doch was bringt es nun der Person, die es ausgesprochen hat? Fühlt sie sich jetzt besser? Denkt sie, das sie mir mit dieser Aussage hilft? Soll meine Antwort darauf „ok“ lauten und soll ich daraufhin anfangen mein Essverhalten dahingehend zu verändern das ich eine für die Person angemessenere Figur bekomme? Ist dieser Person überhaupt bewusst, dass wir alle unterschiedliche Veranlagungen haben und es sogar Menschen gibt, denen es schwerfällt zuzunehmen und das ich mich als Kind noch im Wachstum befinde? Oder kann ich doch davon ausgehen, dass die Person es nicht gut mit mir meint. Vielleicht von Neid oder anderen persönlichen und negativen Empfindungen mir gegenüber beeinflußt ist?

Warum drüberstehen und es nicht so ernst nehmen nicht für jeden leicht ist.

Aus der Opferrolle rausgehen, sich nicht mehr kränken lassen, drüberstehen und akzeptieren, dass die andere Person es nicht böse gemeint hat. Es ist doch ganz einfach die Kränkung auszulöschen. Eben nicht. Denn meine Empfindungen gehören zu mir und lassen sich nicht ausschalten das würde ja bedeuten mich auszuschalten. Dann bin ich vielleicht nie wieder gekränkt aber auch nicht mehr ich selbst. Wir kommen an der Empathie und dem gegenseitigem Verständnis – am Mensch sein, einfach nicht vorbei. Wir können unseren Charakter nicht einfach umprogrammieren.

Auch wenn ich vielleicht ein Typ wäre, der eine hohe Widerstandskraft gegenüber Kränkungen hat, so darf ich nicht davon ausgehen, dass diese Widerstandskraft allen gegeben ist. Tatsächlich gibt es nämlich vier verschiedene Kränkungstypen. Wenn du zu den Kränkungstypen mehr wissen möchtest dann schau mal hier vorbei.

Mein Schlusswort

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Es gibt Kränkungen, die so tief sitzen, dass sie unser ganzes Leben beeinflußen, weil wir die dadurch entstandene Wut nicht loswerden. Bei vielen Erwachsenen, die ein oder mehrere Kränkungen in der Schulzeit erfahren haben höre ich heute noch den typischen Satz: „Jetzt bin ich dran!“ Hierbei handelt es sich um die tief sitzende Wut, die letztendlich nie richtig verarbeitet wurde.

Also vergiss deinen Rucksack voller Empathie und Verständis bitte nicht!

Ich danke dir dafür!

Deine Janine

Die Mobbingfalle

Im Jahr 2017 hatte ich mich schon einmal intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt. Mein Ansinnen war, anderen Menschen mit solchen Erfahrungen zu helfen und vor allem Prävention. Hierzu habe ich auch einen unglaublich guten Lehrgang besucht. Ich machte mir Gedanken und Notizen, nahm an Rollenspielen teil und habe echt viel mitgenommen. Nur leider habe ich es versäumt einen Artikel darüber zu schreiben, was ich hiermit nun nachholen möchte.

Aber du fragst dich sicherlich, wieso genau jetzt die Erinnerung wieder aufgepoppt ist, denn eine Erinnerung taucht nicht einfach so wieder auf. Du liegst richtig, dieser Artikel entsteht nun aus einem aktuellem Anlass.

Und zwar bin ich selbst vor 2 Wochen mit dem Mobbing in Berührung gekommen. Ich habe einen Mobbingangriff erhalten. Ich habe reagiert und dabei gemerkt, wie gut sich dieser Lehrgang und meine ganzen vorherigen Auseinandersetzungen mit diesem Thema wirklich in meinem Kopf verankert haben. Ich habe das ohne Übung wirklich verinnerlicht. Das war mir vorher gar nicht bewusst.

Was war passiert?

Einem männliches Model mit über 500.000 Followern auf Instagram haben einige meiner Bilder nicht gefallen. Dies hat er dann öffentlich in seiner Instagram-Story in Form von Verspottung kundgetan. Er hat quasi seine Follower aufgefordert auf mein Profil zu gehen und sich über mich lustig zu machen.

Daraufhin habe ich eine Instagram-Story gemacht (ich habe fast 8 Minuten gesprochen), meine Follower darauf hingewiesen und ihn verlinkt, damit er meine Story auch sieht. Jetzt kommt aber der wichtige Punkt! Ich habe meine Story nicht gemacht, um mich zu verteidigen, auch nicht wegen eines Gegenangriffs. Mit meiner Story wollte ich auf etwas Aufmerksam machen und zwar darauf, wie schnell man in eine Mobbingfalle geraten kann, sowohl als Mobber, als auch als Gemobbter. Ich habe mit meiner Story meine Follower und den Verursacher aufgeklärt!

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Mein Ziel war es nicht, ihn fertig zu machen, mein Ziel war es eher ihm zu helfen!

Klingt das absurd für dich? Wärst du nicht einfach nur wütend, verletzt und fassungslos? Sicher ist man das im ersten Moment auch, aber da muss man drüber stehen und auf sich selbst vertrauen. Verstehe mich jetzt nicht falsch, ich selbst werde nie verstehen, warum jemand so etwas tut. Aber ich habe damit aufgehört zu versuchen andere zu verstehen. Auch nehme ich mir nicht das Recht raus, jemanden zu verurteilen, den ich überhaupt nicht kenne.

Somit bin ich in meiner Story sachlich geblieben. Ich habe ihm mitgeteilt, das niemand das Recht hat so mit mir umzugehen niemand! Und wollte meinen Followern damit deutlich machen, dass sie immer daran denken, das niemand sie so behandeln darf! Danach ging es darum, ihm bewusst zu machen, was er getan hat, was er da ausgelöst hat, mit der Frage, ob er das wirklich beabsichtigt hat und ob er sich darüber im Klaren ist.

In dem Lehrgang, auf dem ich war, habe ich an einem sehr interessanten Rollenspiel teilgenommen, wo wir als Teilnehmer, ohne es zu merken angefangen haben eine Person zu mobben. Es passiert, manchmal schneller, als wir denken und ohne das wir es bemerken. Erst als die Dozentin uns darauf hinwies wurde es uns klar und wir erschraken uns vor uns selbst.

Doch wie ging es nun weiter…

Es kam eine Reaktion! Tatsächlich! Er hat sich meine Story angeguckt und reagiert! Ich muss ehrlich sagen, dass ich damit eigentlich gar nicht gerechnet habe. Ich bin fest davon ausgegangen, dass das Thema von ihm weggeschwiegen wird. Aber nein, er reagierte mit einer öffentlichen Entschuldigung an mich. Er antwortete mit einer Story in der er mich verlinkte. Entschuldigte sich, antwortete auf meine Frage, das es ihm nicht bewusst war, das mich das so belastet und was er damit ausgelöst hat. Er betonte, das er da wirklich nicht drüber nachgedacht hat und seine Story auch nach 40 Minuten schon wieder rausgenommen hat (zur Info eine Instagram-Story bleibt normalerweise 24 Stunden) und sich nun, wo ihm das bewusst gemacht wurde, auch dafür schämen würde. Als Entschädigung bot er mir an mich zum Essen einzuladen.

Ich nahm seine Entschuldigung an!

Ob seine Entschuldigung nun wirklich aufrichtig oder taktisch war kann ich nicht beurteilen. Dennoch nahm ich seine Entschuldigung an und hoffe dabei das er daraus gelernt hat.

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Ich fragte meine Follower, ob sie die Entschuldigung ebenfalls angenommen hätten und der Großteil hätte es. Das Thema Verzeihen ist unheimlich wichtig, hierzu wird es noch einen gesonderten Blogartikel von mir geben.

Community/Zusammenhalt

Diese Geschichte erreichte viele Personen! Meine Follower standen alle hinter mir, unterstützen mich, schrieben mir Nachrichten und einige machten ebenfalls eine Story gegen Mobbing! Ich bin froh und dankbar dafür so eine tolle Community zu haben!

Zum Nachdenken…

Einige Nachrichten/Kommentare, die ich erhalten habe, brachten mich echt zum Nachdenken bzw. veranlassen mich dazu einige nochmal zum Nachdenken zu animieren!

Ich zitiere die beiden Nachrichten/Kommentare, die mich am traurigsten gemacht haben:

„Der heißeste Mann Deutschlands lädt dich zum Essen ein. Nimm es an. Alle werden dich beneiden Liebes!“

Über diese Art von Nachricht kann ich eigentlich nur schmunzeln. Möchte sie aber dennoch erwähnen, weil sie auch wieder einen unheimlichen Mehrwert hat. Hier geht es um 2 wesentliche Punkte Aussehen und Anerkennung. Nur weil jemand gut aussieht oder mich andere beneiden werden sind das für mich keine Beweggründe mich mit einer Person zu treffen. Ich finde diese Ansicht sehr traurig. Das zeigt aber wieder mal das du, in der Gesellschaft einfach besser anerkannt wirst, wenn du gut aussiehst. Siehst du gut aus, darfst du dir einfach viel mehr erlauben, weil dein gutes Aussehen Entschuldigung genug ist. Das passt aber auch wieder dazu, dass es bestimmte Frauen gibt, die sich immer wieder darüber beschweren nur „Arschlöcher“ kennenzulernen. Denkt mal drüber nach warum das wohl so sein könnte.

Das diese Nachricht einen unheimlich hohen Mehrwert hat wirst du daran erkennen, das ich daraus zerren und einen ganzen Blogartikel schreiben kann. Dazu wird es einen Blogartikel mit dem Thema geben, warum Berühmtheit hübsch macht. Aussehen ist und bleibt Geschmackssache außer die Person ist berühmt. Ganz tolles Thema, ich kann es kaum erwarten in die Tasten zu hauen!

„Ich habe mich damit abgefunden. Aber ich mache Videos auf YouTube eventuell ist das was Anderes, weil ich mich dadurch öffentlich angreifbar mache.“

Auch dieser Kommentar hat einen unheimlichen Mehrwert und schreit förmlich nach einem Artikel! Leute! Egal was ihr macht (außer rechtswidrige Dinge natürlich) niemand hat das Recht euch anzugreifen! Hört auf damit, anderen das Recht zu geben. Zieht klare Grenzen und findet euch nicht damit ab, denn das macht es meistens noch viel schlimmer!

Serienkolumne

Zu dem Thema Mobbing werde ich eine Serie starten, wo ihr unter Anderem erfahrt, wie ihr euch dagegen wehren könnt. Zudem wird es zu diesem Thema auch noch einen Gastbeitrag mit persönlichen Erfahrungen geben.

Ich habe mit meiner Story viel Staub aufgewirbelt. Ich möchte ehrlich gesagt nicht, das der Staub sich nun einfach wieder legt. Ich möchte mit euch gemeinsam eine Kampagne gegen Mobbing starten!

Mir geht es gut!

Danke der Nachfragen um mein Wohlbefinden, mir geht es gut und mir ging es auch nicht schlecht, weil ich es gar nicht so weit hab kommen lassen! Es sind keinerlei negative Auswirkungen für mich dadurch entstanden, weil ich gleich reagiert habe und natürlich auch immer etwas Glück dazu gehört. Ich hatte Glück, dass die 500.000 Follower zu einem großen Teil nicht echt sind. Mein erster Tipp für dich bei so einer Situation: Ruhe bewahren und das Gespräch suchen! Es ist ganz wichtig ruhig und sachlich zu bleiben und deine Grenzen deutlich zu machen! Lass dich niemals auf dieses Niveau herab!

Falls du an der Storyline interessiert bist. Die komplette Story (meine Ansprache, seine Entschuldigung und die Storys meiner Unterstützer) findet ihr auf meinem Instagram Profil unter meinen Highlights. Falls du kein Instagram hast, schreib mich einfach an!

Ach und um euch die spannende Frage zu beantworten, ob ich nun mit ihm essen gehe.

Nein, ich gehe natürlich nicht mit ihm essen. Ich finde seinen Vorschlag nett gemeint, aber ich verbringe meine Zeit lieber mit den Menschen die mir am Herzen liegen. Auch könnte ich etwas schnippisch darauf antworten, dass ich normalerweise nur mit Männern essen gehe, die sich um mich bemühen, weil ich es mir wert bin.