Du bist immer die Idee von dir selbst

Du bist immer die Idee von dir selbst – einer meiner Leitsätze. Doch was meine ich damit eigentlich genau? Es gibt so viele schöne Worte in Sätze zusammengepackt, die uns inspirieren und Spielraum für Interpretation geben. Und hier nun meine Interpretation von mir für dich dazu, warum es mein Leitsatz ist. Angeknüpft an meine Philosophie, dass wir unsere eigene Geschichte selbst schreiben, wenn wir uns nur trauen, den Stift in die Hand zu nehmen.

Stell dir vor, du sitzt an einem Tisch. Vor dir liegt ein leeres Blatt Papier. In deiner Hand spürst du das Gewicht des Stifts. Es ist still. Ein kleiner Moment des Zögerns – „Wo fange ich an?“ – doch dann atmest du tief ein. Du setzt die Spitze des Stifts auf das Papier. Die erste Linie ist zaghaft, dann ein Satz. Und plötzlich fließt es. Alte Glaubenssätze werden sichtbar, Wünsche und Träume, die lange geschlummert haben, erscheinen auf dem Papier. Du merkst: Du bist nicht länger nur die Idee, die andere über dich hatten. Du bist die Autorin deiner eigenen Geschichte.

So begann auch meine eigene Geschichte – die erste Seite:

„Es ist ein sonniger, milder Herbsttag. Ich sitze am Tisch mit meinem Lieblingsstift in der Hand und beginne nun die erste Seite meiner Geschichte zu schreiben. Gemütlichkeit ist mir wichtig, ich nehme noch einen Schluck meines Lieblingstees und beginne zu schreiben. Ich habe meine Geschichte noch einmal Revue passieren lassen. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wie fremdbestimmt ich war, wie ich mich habe steuern und beeinflussen lassen. Doch jetzt habe ich den Stift, und ich gebe ihn auch nicht wieder her. Überlegend sitze ich da und aufeinmal sprudelt es aus mir heraus meine Gedanken sind viel schneller, als mein Stift es fassen kann. Alles was so tief in mir verborgen gewesen ist möchte gleichzeitig an die Oberfläche, Moment ich muss mich sortieren ich konzentriere mich auf das, was ich kann und das ist; strukturieren, fokusieren, fühlen und auch träumen. Meine Hand schreibt weiter meine Werte; Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit auf den Weg zur Authentizität, Emphatie auf den Weg zur Herzensnähe, Entschlossenheit ich muss nur noch meinen Mut finden, Selbstreflexion manchmal ist weniger mehr, Tiefe und Sinnhaftigkeit, Freiheit ich spüre meinen Freigeist in mir, verantwortungsbewusst, ich fühle meine sensible Seite und finde immer mehr den Mut diese auch zu zeigen und als Stärke zu sehen. Beim Schreiben auf einmal wie ein grelles Licht, ein Blitz und da ist es; Ich bin eine Heldin, eine Geschäftsführerin in Ermutigung und Empathie. Weg ist das Licht wieder doch die Worte bleiben. Doch aber was soll das bedeuten? Wie kann ich diesen Worten gerecht werden? Wie kann ich das sein? Ja, ich bin sehr sensibel und tiefgründig, auch wenn ich nach außen das Gefühl gebe, viel abzukönnen. Ich liebe es, wenn jeder das Gefühl hat, mir alles sagen zu können. Doch was bedeutet das wirklich? Möchte ich wirklich mit jedem meine kostbare Zeit verbringen? Möchte ich jedem meine Energie schenken? Nein. Ich mache mich auf den Weg, andere zu finden, wie mich – oder noch besser: ich lasse mich finden. Meine Geschichte beginnt wie die Geschichte des letzten Einhorns, mit dem Gefühl und der Frage, ob ich wirklich die Letzte bin.“

Übung für dich – deine eigene Hauptfigur erschaffen

  1. Nimm dir ein Blatt Papier oder ein Notizbuch. Schreibe oben: „Meine Hauptfigur – Ich selbst“.
  2. Beschreibe dich ausführlich, so, wie du die Heldin deines eigenen Romans beschreiben würdest:
  3. Schreibe, welche Ziele, Wünsche und Träume diese Hauptfigur hat.
  4. Ergänze eine Szene, wie du deine Geschichte beginnst – ein Tag, ein Moment, ein Gefühl, der erste Schritt auf dem Weg zu deiner Idee von dir selbst.

Wenn du diese Übung machst, entsteht nicht nur ein Bild von dir, sondern ein lebendiges Verständnis: Wer bist du, wenn du wirklich du selbst bist? Welche Version von dir willst du leben? Und was darf heute der erste Satz deiner Geschichte sein?

Setze den Stift an. Schreibe los. Deine Geschichte wartet – und sie wird spannender, als du es dir jetzt vorstellen kannst.

Wenn Liebe zur Falle wird

Ich habe mich jahrelang in einer emotionalen Abhängigkeit befunden, ohne es zu merken. Für mich war es normal, mich selbst zurückzustellen, meine Bedürfnisse zu überhören und mein Glück davon abhängig zu machen, wie es meinem Partner ging. Es war die einzige Art von „Beziehung“, die ich kannte – und deshalb dachte ich, es sei Liebe.

Doch heute weiß ich: Das war weder Liebe noch eine gesunde Beziehung. Es war Co-Abhängigkeit – und ich erkenne sie mittlerweile überall um mich herum.


Wie sich Co-Abhängigkeit für mich anfühlte

Ich habe mich stark nach Nähe gesehnt – so sehr, dass ich mich selbst verloren habe. Mein Selbstwert hing davon ab, wie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung ich bekam. Wenn der andere lachte, konnte ich atmen. Wenn er sich zurückzog, war ich voller Angst.

Ich habe ständig versucht, es dem anderen recht zu machen, seine Bedürfnisse zu erfüllen, Harmonie zu bewahren. Ich dachte, das sei Liebe. In Wahrheit war es Angst – Angst, verlassen zu werden, Angst, nicht genug zu sein.


Was ich heute bei anderen sehe

Seit ich meine Muster erkannt habe, beobachte ich Beziehungen mit neuen Augen – und es ist erschreckend, wie viele Paare sich gegenseitig ausbremsen:

  • Kaum jemand gibt dem anderen den Raum, sich selbst zu entfalten.
  • Häufig opfert einer seine Träume, während der andere stillschweigend profitiert oder ebenfalls zurückhält.
  • Beide passen sich an, vermeiden Konflikte, aber ihr Potenzial bleibt ungenutzt.

Fast niemand scheint den Mut zu haben, wirklich zu wachsen – aus Angst vor Verlust, Ablehnung oder dem, was passiert, wenn der andere sich verändert.


Co-Abhängigkeit in Freundschaften

Nicht nur in Liebesbeziehungen begegnet mir dieses Muster. Auch Freundschaften können emotional abhängig sein. Oft ist eine Freundin dominant, selbstbewusst und impulsiv, während die andere sich anpasst, vieles nachmacht und sich unbewusst als Schatten ihrer Freundin definiert. Sie verliert ihre eigene Stimme, ihre eigenen Wünsche und Hobbys, nur um die Nähe zu halten. Auch hier sehe ich die gleiche Dynamik: Anpassung, Kontrolle, Angst vor Verlust – nur dass es oft als „enge Freundschaft“ missverstanden wird.


Ein Beispiel aus der Geschichte, das mich tief berührt hat

Vor kurzem habe ich den Film über Priscilla Presley gesehen. Mir war die Geschichte von ihr und Elvis vorher nie bewusst. Und der Film zeigt ganz deutlich, wie emotional abhängig sie war.

Sie war sehr jung, kannte es nicht anders, und hat ihre Abhängigkeit lange mit Liebe verwechselt. Umso bewunderswerter finde ich, dass sie mit 27 Jahren erkannte, dass es so nicht weitergehen kann. Sie fand den Mut, sich selbst zu befreien, obwohl es alles andere als einfach war.

Für mich war das ein Augenöffner: Auch Menschen, die unglaublich jung oder unerfahren sind, können erkennen, dass das, was sie leben, keine echte Liebe ist. Es geht darum, den eigenen Wert und die eigene Freiheit zu sehen, bevor das Leben einen auf andere Weise zwingt.


Mein Weg aus der Abhängigkeit

Der erste Schritt war, ehrlich zu mir selbst zu werden: „Wo bleibe eigentlich ich in dieser Beziehung?“ Die Antwort war oft: nirgends.

Ich habe gelernt:

  • Meine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
  • Grenzen zu setzen, ohne Schuldgefühle.
  • Mich selbst wertzuschätzen, unabhängig von der Bestätigung anderer.
  • Freundschaften, Hobbys und Rituale zu pflegen, die nur mir gehören.

Es war kein leichter Weg – aber es war der einzige, der mich zu mir selbst zurückgeführt hat.


Wie du erkennst, ob er oder sie der/die Richtige ist

Inspiriert von „Morgen kommt ein neuer Himmel“ stelle ich mir heute vier Fragen, die helfen, zu unterscheiden, ob es echte Partnerschaft oder Abhängigkeit ist:

  1. Kannst du ihm oder ihr alles sagen, was dir auf dem Herzen liegt?
    – Ehrliche Kommunikation ist das Fundament. Wenn du Angst hast, dich zu öffnen, ist das ein Warnsignal.
  2. Ist er oder sie gutherzig?
    – Es geht nicht nur um nette Worte, sondern um Empathie, Rücksicht und echtes Interesse am Wohl des anderen.
  3. Hilft er oder sie dir, die beste Version von dir selbst zu werden?
    – In einer echten Beziehung wachsen beide. Wenn du dich klein machst, um den anderen glücklich zu machen, stimmt etwas nicht.
  4. Kannst du dir vorstellen, ihn oder sie als Partner:in für deine Zukunft zu sehen, ohne dich selbst aufzugeben?
    – Wenn dein Glück und deine Freiheit davon abhängen, bleibt es Abhängigkeit, keine Partnerschaft.

Fazit

Heute weiß ich: Eine Beziehung, in der ich mich selbst verliere, ist keine Liebe. Liebe bedeutet Freiheit, Raum für Wachstum und gegenseitige Unterstützung, ohne den anderen zu bremsen oder sich selbst zu verlieren.

Seitdem ich das verstanden habe, sehe ich viele Beziehungen – in Partnerschaften und Freundschaften – mit anderen Augen. Ich erkenne, wie viele eher Abhängigkeiten als echte Verbindungen sind. Wer den Mut hat, seine eigene Freiheit zu suchen, lebt wahre Liebe – und nicht nur die Illusion davon.

„Liebe heißt wachsen dürfen – nicht sich selbst verlieren.“

Alles Liebe

Evolution der Bildung: Wie freies Lernen Kinder entfaltet

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Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, überkommt mich ein bittersüßer Schmerz. Es ist, als würde ein dunkler Schleier über meine Kindheit gelegt, ein Gefühl von Traurigkeit, Ohnmacht und tiefem Unverständnis. Schule – das sollte doch ein Ort sein, an dem Kinder wachsen dürfen, ihre Flügel ausbreiten, neugierig die Welt entdecken. Für mich jedoch war sie ein Ort des Verstummens, der Anpassung, der Angst. Ein Ort, an dem Kreativität im Keim erstickt und Individualität wie ein Fehler behandelt wurde.

Leistung statt Liebe zum Lernen

Schon in der Grundschule wurde mir klar: Nur wer funktioniert, wer leistet, wer sich anpasst, ist etwas wert. Noten waren keine Hilfen, sondern Urteile. Sie wurden zur Währung für Anerkennung – und ich war oft im Minus. Ich war ruhig, zurückhaltend, schüchtern. Mich zu melden oder vor der Klasse zu sprechen fühlte sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser, für den ich nie schwimmen gelernt hatte. Aber statt dafür Verständnis oder Unterstützung zu erhalten, bekam ich einfach eine 5. Oder eine 6. Nicht für Faulheit – sondern für mein Wesen.

Kein Lehrer fragte je, was ich brauchte. Stattdessen wurde bewertet, was ich nicht konnte. Fehler wurden nicht als Schritte gesehen, sondern als Makel, die bestraft wurden. Ich habe gelernt zu funktionieren – schriftlich immerhin. Ich schrieb das Gelernte nieder, mit dem Druck im Nacken, unbedingt eine 2 schreiben zu müssen, damit ich überhaupt eine 4 auf dem Zeugnis bekam. Denn mündlich „war da nichts zu machen“, wie es so schön hieß. Klar – wie auch, mit einem Selbstwertgefühl, das kaum noch atmen konnte?

Wenn Persönlichkeit zur Schwäche gemacht wird

Besonders weh tat mir, dass meine natürliche Introvertiertheit nicht nur ignoriert, sondern abgewertet wurde. Ich war nicht laut, nicht schnell, nicht präsent genug – also war ich „nicht normal“. Dass stille Menschen eine große Tiefe, Aufmerksamkeit und Stärke in sich tragen, sah damals niemand. Und so fühlte ich mich falsch. Klein. Und immer im Schatten der Lauteren.

Dabei liebte ich Worte. Ich liebte Bücher. Ich erinnere mich noch genau an diesen einen Lichtmoment: Ich war die Erste in meiner Klasse mit einem eigenen Leseausweis. Welch ein Stolz! Auch Diktate machten mir Freude – Rechtschreibung lag mir im Blut. Aber auch hier: In Deutsch stand am Ende die Note 4, weil meine Aufsätze nicht dem Geschmack der Lehrerin entsprachen. Natürlich nicht – denn ich entsprach ihr ja auch nicht. Und doch: Heute bin ich Bloggerin mit über 100.000 Lesern. Worte sind mein Zuhause. Sie haben mich gerettet. Und sie tragen heute meine Vision in die Welt.

Lerne dich selbst zu entwickeln

Lass dir niemals einreden, wer du zu sein hast.

Diese eine Lektion habe ich tief verinnerlicht – und sie hat mein Leben verändert. Meine wahre Entfaltung begann nicht in der Schule, sondern viel später. Nach der Ausbildung, mit 19, begann ich zu begreifen, dass ich anders – und genau deshalb wertvoll bin. Ich ging früh ins Berufsleben, weil ich die Enge des Systems nicht mehr ertrug. Und dort begann ich, mich selbst zu entdecken. Besonders meine Introvertiertheit lernte ich zu schätzen – als große Stärke. Sie machte mich zu einer achtsamen Zuhörerin, zu einer feinfühligen Führungskraft, zu einer tief reflektierenden Frau.

Eine neue Schule – für echte Entwicklung

Doch so richtig aufblühen durfte ich erst, als ich Teil eines besonderen Netzwerks wurde – einer Menschenentwicklungsschule. Ein Ort, an dem wir einander sehen, stärken und inspirieren. Ein Raum, in dem Lernen wieder dem Menschen dient – und nicht andersherum. Hier wurde mein Selbstbild heil. Und hier habe ich meine wahre Berufung gefunden.

Heute bin ich Visionshebamme. Ich helfe Menschen, ihre inneren Visionen zu erkennen, sie auf die Welt zu bringen – und einen Weg zu finden, diese auch zu leben. Denn ich weiß, wie schmerzhaft es ist, wenn Träume unterdrückt werden. Und ich weiß, wie heilsam es ist, wenn sie endlich atmen dürfen.

Durch dieses Netzwerk begegnete ich auch Ricardo – einem Menschen mit einer großen Vision: Bildung zu revolutionieren. Lernen neu zu denken. Weg von Kontrolle, hin zu Entfaltung. Weg von Bewertung, hin zu Potenzialentfaltung.

Für alle, die sich zu lange falsch gefühlt haben

Wenn du das hier liest und etwas in dir mitschwingt – dann bist du nicht allein. Vielleicht hast auch du gelernt, dich zu verbiegen, um hineinzupassen. Vielleicht glaubst du bis heute, du seist „zu leise“, „zu viel“ oder „nicht richtig“. Dann will ich dir heute sagen:

Du bist richtig. Ganz genau so.

Und wenn du magst – ich begleite dich gerne ein Stück auf deinem Weg. Als Visionshebamme. Als Mutmacherin. Als jemand, der selbst erlebt hat, wie viel Licht aus der Dunkelheit entstehen kann.

Nun aber zu meiner Begegnung mit Ricardo – einem Menschen, dessen Vision mich tief berührte…


Ricardos Geschichte: Der Weg zu einer Revolution in der Bildung

Ricardos Schulzeit war anders. Die ersten vier Jahre verbrachte er zu Hause im Homeschooling, konnte selbstbestimmt lernen und von zu Hause aus die Welt entdecken. Danach ging er in die Schule, stets unterstützt von seinen Eltern, die ihm Rückhalt gaben. Die Schulzeit selbst war gut für ihn, er erzielte gute Noten, aber etwas in ihm sagte ihm, dass da noch mehr sein musste. Etwas, das er noch nicht ganz begreifen konnte.

Der wahre Wendepunkt, der alles in ihm veränderte, kam mit 25 Jahren – er war kein Kind mehr, sondern ein Erwachsener, der sich plötzlich mit den echten, tiefen Themen der Welt konfrontiert sah. Er erlebte eine Erkenntnis, die ihn bis ins Mark erschütterte. Lange Zeit hatte er das Leben der anderen nicht wirklich wahrgenommen, aber jetzt, als er mit den Kindern sprach, die ihm ihre Geschichten erzählten, öffnete sich ein neuer Blick auf die Welt. Körperlicher und geistiger Missbrauch, das Leid der Kinder, die in einem System gefangen waren, das sie nicht verstand – das war die Realität, die ihm so lange verborgen geblieben war. Und er fragte sich, warum niemand ihm früher diese Dinge gesagt hatte.

Die Kinder vertrauten ihm, tauschten Nummern mit ihm aus und sprachen von den Erfahrungen, die sie gemacht hatten. In diesem Moment wusste Ricardo: Es musste sich etwas ändern. Wie viele Kinder, wie viele Menschen, hatten so viel Schmerz, der nie gehört wurde? Wie viele waren einfach nicht gesehen worden? „Sie dachten, sie sind blöd“, erzählte er, „aber eigentlich waren sie Genies und wusste es einfach nicht.“ In den Dankesbriefen, die er später erhielt, stand die Dankbarkeit für etwas, das in dieser Welt viel zu selten gegeben wird: echte Aufmerksamkeit, echtes Mitgefühl, echtes Verständnis.

Mit 26 Jahren fasste Ricardo einen mutigen Entschluss: Er wollte der Grundstein für ein neues Bildungssystem werden, eines, das wirklich auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht. Ein System, das mehr bietet als nur Wissen, sondern auch Leben, Menschlichkeit und eine echte Perspektive auf die Zukunft. Es war die Mischung aus tiefer Dankbarkeit und der Einsicht, wie viel Elend und Schmerz auf dieser Welt lauern, die ihn antreibte. In kurzer Zeit sah er die Veränderung und wusste, dass er nicht mehr zurückkehren konnte. „In zehn Jahren möchte ich die ersten Ergebnisse sehen“, sagte er, und er war fest davon überzeugt, dass immer mehr Eltern erkennen würden, dass es einen anderen Weg gab – einen besseren Weg.

Ricardo rät allen Schülern, die sich im aktuellen Schulsystem verloren fühlen: „Es ist nur Schule. Am Ende wird es niemanden interessieren, was du da gelernt hast. Aber das Leben, das du dir selbst baust, das zählt.“ Es geht nicht darum, sich in einem System zu verkriechen, das einem keine Möglichkeiten gibt, sondern darum, sich selbst zu fragen, was man wirklich braucht. Und für Ricardo gibt es keinen Zweifel: Wenn Eltern nicht mitspielen, sollten sie neue Lernmethoden entwickeln, um es ihren eigenen Kindern besser zu machen. „Wir müssen Brücken bauen zwischen den beiden Welten – der Welt der Schule und der Welt des freien Lernens“, sagt er. „Ich war der erste Hybrid, der zwischen beiden Welten hin und her pendelte, und meine Kinder werden die ersten sein, die eine komplett neue Art des Lernens erfahren.“

Die Veränderungen, die Ricardo sich für das Bildungssystem wünscht, sind tiefgreifend. Er spricht von einer Dezentralisierung der Bildung, von der Macht der Gemeinschaft, von Eltern, Lehrern und Kindern, die gemeinsam entscheiden, wie und was sie lernen wollen. Es soll ein System entstehen, das den Menschen vor Ort die Freiheit gibt, sich selbst zu gestalten und zu verändern – und das jederzeit möglich ist. Es geht um die Freiheit, sich für eine Bildungsform zu entscheiden – sei es eine öffentliche oder eine freie Schule. Und vor allem geht es um den freien Zugang zu Bildung für alle, ohne finanzielle Hürden. „Jeder sollte Zugang zu Basiswissen haben“, erklärt Ricardo. „Es geht nicht nur darum, Mathe oder Deutsch zu lernen, sondern auch darum, sich Wissen über die eigene Gesundheit, über das Leben an sich anzueignen – und das sollte für jeden Menschen auf dieser Welt zugänglich sein.“

Ricardo beschreibt freies Lernen als die Entscheidung, sich selbst zu fragen: „Will ich etwas daraus lernen oder möchte ich einfach so bleiben, wie ich bin?“ Es geht um die Freiheit, sich selbst zu entdecken, ohne Druck und ohne Zwang. Um die Möglichkeit, sich wirklich zu entfalten und zu wachsen.

Doch das aktuelle Bildungssystem, so ist er überzeugt, unterdrückt die Kinder in allen Bereichen. „Nicht einmal einfach aufs Klo gehen dürfen“, sagt er mit scharfer Kritik. Es ist die extreme Kontrolle, die die Kinder hemmt, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu leben. In vielen Punkten sei das System einfach erdrückend.

Ricardo hat keine internationalen Beispiele für erfolgreiche Bildungsreformen, die ihn inspirieren, weil er glaubt, dass das ganze System in seiner aktuellen Form überdacht werden muss. Einzelne Schulen mögen Fortschritte machen, aber für ihn ist dies nur der Anfang eines langen Prozesses. „Es braucht Zwischenschritte“, erklärt er, „und wir müssen das traditionelle Schuldenken Schritt für Schritt hinter uns lassen.“

Die größten Herausforderungen auf diesem Weg sind für Ricardo vor allem politischer und bürokratischer Natur. Auch die Medien und viele Lehrer stellen sich gegen Veränderungen, da sie Angst vor dem Unbekannten haben. Doch er ist zuversichtlich, dass sich vieles ändern kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. „Der Lehrermangel könnte beseitigt werden, wenn wir die Bedingungen verändern“, sagt er. „Wir brauchen ein anderes Wertesystem für Lehrer, die nicht nur nach den alten Regeln arbeiten, sondern sich mit Begeisterung und neuen Lerntechniken auf die Kinder einlassen.“

Ricardo fordert alle Lehrer heraus, sich selbst zu hinterfragen: „Liebst du Kinder? Kannst du Begeisterung vermitteln? Hast du die Lerntechniken, die Kinder heute brauchen?“ In einer seiner Übungen fragt er die Schüler nach ihrer Meinung über einen Lehrer, den sie gerade erlebt haben. „Wie findet ihr den Lehrer?“ fragt er die Kinder. „Wenn sie ihn mögen, bleibt er. Wenn nicht, ist er raus.“ Es geht darum, dass beide Seiten, Lehrer und Schüler, im Lernprozess wachsen. Es gibt immer Kompromisse, aber die Werte und die Leidenschaft müssen stimmen.

Eltern und Lehrer können sich aktiv an dieser Bildungsrevolution beteiligen, indem sie an sich selbst arbeiten. „Wenn Eltern und Lehrer an sich selbst arbeiten, lösen sich viele Probleme mit den Kindern von selbst“, sagt Ricardo. „Das Umdenken findet rasant statt. Wir müssen uns nur darauf einlassen.“

Für die Zukunft der Bildung wünscht sich Ricardo, dass wir alle erkennen, wie sehr wir das bestehende System mitgestaltet haben – aktiv oder passiv. „Das alte System wurde mit Druck, Angst und Strafe erschaffen“, sagt er. „Aber wenn wir das Alte erschaffen konnten, dann können wir auch das Neue erschaffen – mit Liebe, Mut und einer Vision für eine bessere Zukunft. Was auch immer kommt, es wird nicht mehr aufzuhalten sein.“

Wenn du mehr über Ricardos Vision erfahren und selbst entdecken möchtest, wie Lernen wieder frei, lebendig und menschlich sein kann, dann schau unbedingt auf seiner Seite vorbei: wissenschafftfreiheit.com – eine Einladung, Bildung neu zu denken und Freiheit zu leben.

Deine Janine

Kann mich irgendjemand hören? Kann mich irgendjemand sehen? Oder bin ich hier alleine?

Die Welt verändert sich. Radikal. Spürst du es? Oder hältst du dich noch an alten Mustern fest, so wie die meisten?

Ich schaue mich um und sehe, wie viele Menschen immer noch in ihrer Blase leben. In ihren scheinbar sicheren Schlössern, die nur aus Fassade bestehen. Sie spielen ihre Rollen, halten an Dingen fest, die ihnen längst nicht mehr dienen. An Lügen, an einem Bild, das sie sich selbst erschaffen haben – aus Angst, dass die Wahrheit zu schmerzhaft sein könnte.

Doch was ist, wenn genau diese Wahrheit euch endlich frei machen würde?

Der Schein trügt – und er zerfällt

Wie lange noch wollt ihr an Dingen festhalten, die auf Lug und Betrug gebaut sind? An Systemen, die euch nur benutzen? An Beziehungen, die nichts als leere Hüllen sind? An einem Leben, das sich anfühlt wie ein endloses Theaterstück, in dem ihr längst nicht mehr wisst, wer ihr wirklich seid?

Ich sehe es überall. Menschen, die sich an Statussymbole klammern, an Titel, an materielle Sicherheiten. Menschen, die sich einreden, dass alles gut ist, solange sie funktionieren. Solange sie mitmachen. Solange sie nicht hinterfragen. Aber was bleibt davon, wenn alles ins Wanken gerät? Wenn das, worauf ihr euer Leben aufgebaut habt, plötzlich nicht mehr trägt?

Die Welt verändert sich. Die Masken fallen. Und mit ihnen all die Illusionen.

Es gibt diesen Moment, wenn man merkt, dass das alte Leben nicht mehr funktioniert. Dass man sich nicht mehr länger belügen kann. Dass man die Augen nicht mehr verschließen kann. Vielleicht hast du diesen Moment schon erlebt. Vielleicht stehst du kurz davor. Vielleicht verdrängst du ihn noch.

Aber irgendwann wird er kommen.

Was, wenn es mehr gibt als das?

Mehr als nur das Streben nach Anerkennung, nach Geld, nach einem scheinbar sicheren Platz in der Gesellschaft? Mehr als das ständige Rennen, um irgendetwas zu erreichen, das uns am Ende doch nicht erfüllt?

Wir haben uns eingeredet, dass das Leben so sein muss. Dass wir kämpfen müssen. Dass wir uns anpassen müssen. Dass wir funktionieren müssen. Aber wer hat uns das gesagt? Wer hat diese Regeln aufgestellt? Und warum halten wir uns daran, obwohl wir tief in uns spüren, dass sie uns nicht glücklich machen?

Wirkliche Werte. Wahre Verbindungen. Ein Leben, das aus mehr besteht als nur aus äußeren Erfolgen und der Angst, etwas zu verlieren.

Wann hört ihr auf, euch an einem Bild festzuhalten, das längst keine Farbe mehr hat? Wann lasst ihr los, um endlich das zu finden, was echt ist?

Ich frage mich oft, warum so viele Menschen sich dagegen wehren. Warum sie lieber in der Illusion bleiben, anstatt sich der Realität zu stellen. Ist es Angst? Angst vor Veränderung? Angst vor Verlust? Oder einfach nur die Gewohnheit, die sich wie eine warme Decke um uns legt, selbst wenn sie uns erstickt?

Wann fangt ihr an, wirklich zu leben?

Ich bin hier. Und ich frage mich: Gibt es da draußen noch jemanden, der sieht, was wirklich passiert? Der bereit ist, sich von der Illusion zu lösen und endlich mit offenem Herzen zu leben?

Oder bin ich hier alleine?

Der Sommer der Verdrängung: Warum wir Urlaub brauchen und was danach kommt

Der Sommer ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Sonne, Strand und unbeschwerte Tage laden dazu ein, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Doch während wir uns in den warmen Monaten oft in eine Art Urlaubsrausch stürzen, stellt sich mir die Frage: Wieso benötigen Menschen immer mehr Urlaub? Ist es wirklich das Streben nach Genuss oder eher eine Flucht vor dem Alltag?

In den letzten Jahren habe ich beobachtet, dass viele Menschen ihre Freizeit zunehmend mit Reisen und Erlebnissen füllen. Allerdings wird von den Erlebnissen kaum etwas erzählt. Bis auf ein paar Bilder im Whatsappstatus scheint vom Urlaub nichts übrig zu bleiben. Kein erzählen von Abenteuern, neuen Kulturen und der Freiheit, die sie im Urlaub empfinden. Es scheinen gar keine Erinnerungen zu sein, die sie sich schaffen. Es ist eher eine Fassade, die aufgebaut wird.

Die Flucht vor der Realität

Urlaub wird oft als eine Möglichkeit dargestellt, dem Stress des Alltags zu entkommen. Wir packen unsere Koffer, fliegen an ferne Orte und lassen die Sorgen hinter uns. Aber was passiert, wenn wir zurückkehren? Oft kommen wir nicht nur mit schönen Erinnerungen zurück, sondern auch mit einem Gefühl der Leere. Die Probleme, die wir im Urlaub hinter uns gelassen haben, sind nicht verschwunden; sie warten darauf, wieder an die Oberfläche zu kommen.

Die Herbstdepression, die viele Menschen nach dem Sommer erleben, wird häufig mit dem schlechten Wetter oder der kürzeren Tageslichtdauer in Verbindung gebracht. Doch ich bin überzeugt, dass sie viel mehr mit dem zu tun hat, was wir während des Sommers verdrängt haben. Wenn die Sonne nicht mehr scheint und die Tage kürzer werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns unseren inneren Konflikten zu stellen.

Verdrängte Emotionen

Verdrängung ist ein psychologischer Mechanismus, der es uns ermöglicht, unangenehme Gefühle oder Gedanken aus unserem Bewusstsein zu schieben. Im Sommer neigen wir dazu, diese Mechanismen verstärkt anzuwenden – sei es durch übermäßiges Feiern oder durch das Streben nach ständigem Vergnügen. Wir glauben vielleicht sogar, dass wir unser Leben genießen und glücklich sind. Doch tief in uns können sich Ängste, Sorgen und unerledigte Themen ansammeln.

Wenn der Herbst kommt und die äußeren Umstände weniger einladend sind, werden diese verdrängten Emotionen oft spürbar. Die innere Leere, die wir während des Sommers ignoriert haben, wird plötzlich laut und unüberhörbar. Die Gedanken, die wir im Urlaub beiseitegeschoben haben, drängen sich wieder in unser Bewusstsein. Es ist, als ob der Herbst uns zwingt, einen Blick auf das zu werfen, was wir so lange vermieden haben.

Der Kreislauf der Verdrängung

Dieser Kreislauf – von der Flucht in den Urlaub zur Rückkehr in die Realität und schließlich zur Konfrontation mit verdrängten Gefühlen – kann zu einem Teufelskreis werden. Viele Menschen versuchen, dem Gefühl der Leere und der Traurigkeit mit noch mehr Urlaub oder Ablenkung zu entkommen. Doch anstatt die zugrunde liegenden Probleme zu lösen, verstärken sie nur das Gefühl der Unzulänglichkeit und des Mangels an echtem Glück.

Es ist wichtig zu erkennen, dass es nicht nur um das Vermeiden von Stress geht. Es geht darum, sich aktiv mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen und herauszufinden, was uns wirklich erfüllt. Anstatt in den nächsten Urlaub zu flüchten oder sich in oberflächliche Vergnügungen zu stürzen, sollten wir uns fragen: Was brauche ich wirklich? Was sind die Themen in meinem Leben, die ich angehen sollte?

Die Kraft der Achtsamkeit

Eine Möglichkeit, aus diesem Kreislauf auszubrechen, ist die Praxis der Achtsamkeit. Indem wir lernen, im Moment präsent zu sein und unsere Gefühle ohne Urteil wahrzunehmen, können wir beginnen, die Dinge klarer zu sehen. Achtsamkeit hilft uns dabei, uns unseren Emotionen zu stellen und sie nicht länger zu verdrängen. Wir können lernen, unangenehme Gefühle als Teil unseres Lebens anzunehmen und sie nicht als Bedrohung wahrzunehmen. Und vor allem dürfen wir ehrlich zu uns selbst sein.

Wir können diese Zeit des Wandels im Herbst nutzen, um innezuhalten und nach innen zu schauen. Vielleicht ist es an der Zeit, ein Tagebuch zu führen oder Gespräche mit Freunden oder Therapeuten zu suchen. Indem wir uns mit unseren inneren Konflikten auseinandersetzen und sie anerkennen, können wir einen Weg finden, um sie zu verarbeiten und offen für Lösungen zu sein.

Fazit: Vom Genuss zur Selbstreflexion

Der Sommer mag eine Zeit des Genusses sein – doch er kann auch eine Zeit der Verdrängung sein. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist es wichtig, sich der eigenen inneren Welt zu stellen. Anstatt in den nächsten Urlaub zu flüchten oder sich in Ablenkungen zu verlieren, sollten wir die Gelegenheit nutzen, um uns mit unseren Emotionen und Gedanken auseinanderzusetzen.

Die Herbstmonate können eine wertvolle Zeit der Selbstreflexion sein. Sie laden uns ein, innezuhalten und darüber nachzudenken, was wir wirklich wollen und brauchen. Vielleicht gibt es unerledigte Themen aus dem Sommer, die darauf warten, angesprochen zu werden. Oder vielleicht haben wir Träume und Ziele, die wir im hektischen Alltag aus den Augen verloren haben.

Die Schönheit des Wandels

Der Herbst ist nicht nur eine Zeit des Rückzugs; er ist auch eine Zeit des Wandels und der Erneuerung. Die Natur zeigt uns, dass Veränderung Teil des Lebens ist. Die bunten Blätter erinnern uns daran, dass es schön sein kann, loszulassen – sei es von alten Gewohnheiten oder von belastenden Gedanken. Indem wir uns auf diesen Prozess einlassen, können wir Raum für Neues schaffen.

Es ist an der Zeit, die Verdrängung hinter uns zu lassen und einen ehrlichen Blick auf unser Leben zu werfen. Was macht uns wirklich glücklich? Welche Beziehungen sind uns wichtig? Wo möchten wir hin? Diese Fragen können herausfordernd sein, aber sie sind entscheidend für unser persönliches Wachstum.

Ein neuer Ansatz für das Leben

Anstatt den Fokus ausschließlich auf Vergnügen und Ablenkung zu legen, könnten wir versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Genuss und Selbstreflexion herzustellen. Es geht nicht darum, den Urlaub oder das Feiern abzulehnen – sondern darum, diese Erfahrungen bewusster zu gestalten. Wir können lernen, die Freude am Moment zu genießen und gleichzeitig achtsam mit unseren inneren Bedürfnissen umzugehen.

Indem wir uns aktiv mit unseren Emotionen auseinandersetzen und sie nicht länger verdrängen, schaffen wir die Grundlage für ein erfüllteres Leben. Der Herbst kann somit nicht nur eine Zeit der Traurigkeit sein; er kann auch eine Zeit des Wachstums und der Transformation darstellen. Ich für meinen Teil schätze den Herbst sehr und ich nutze ihn regelmäßig um Ballast loszuwerden und zwar körperlich genauso wie auf Seelenebene. Diese Jahreszeit ist für mich gleichzeitig die Zeit fürs Loslassen.

Fazit: Der Weg zur inneren Balance

Letztendlich liegt es an uns, wie wir mit den Herausforderungen umgehen, die das Leben uns bietet. Der Sommer mag vorbei sein und die Verdrängung mag an die Oberfläche kommen – doch das bedeutet nicht das Ende unserer Freude oder unseres Glücks. Vielmehr ist es eine Einladung, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen und die Dinge zu klären, die wir vielleicht lange ignoriert haben.

Indem wir den Mut aufbringen, uns unseren inneren Konflikten zu stellen, können wir nicht nur die Ursachen unserer Herbstdepression verstehen, sondern auch Wege finden, um sie zu überwinden. Es ist ein Prozess, der Zeit und Geduld erfordert, aber er kann uns letztendlich zu einem tieferen Verständnis unserer selbst führen.

Praktische Schritte zur Selbstreflexion

Hier sind einige praktische Schritte, die dir helfen können, diese Reise der Selbstreflexion zu beginnen:

  1. Tagebuch führen: Schreibe regelmäßig über deine Gedanken und Gefühle. Dies kann dir helfen, Klarheit über das zu gewinnen, was dich beschäftigt.
  2. Achtsamkeitsübungen: Praktiziere Meditation oder Atemübungen, um im Moment präsent zu sein und deine Emotionen ohne Urteil wahrzunehmen.
  3. Gespräche suchen: Sprich mit Freunden oder Familienmitgliedern über deine Gefühle. Manchmal kann das Teilen von Gedanken eine große Erleichterung bringen.
  4. Ziele setzen: Überlege dir, welche Ziele du für die kommenden Monate hast. Was möchtest du erreichen? Welche Veränderungen möchtest du in deinem Leben vornehmen?
  5. Natur erleben: Nutze die herbstliche Natur als Inspirationsquelle. Ein Spaziergang im Wald oder am See kann helfen, den Kopf freizubekommen und neue Perspektiven zu gewinnen. Ich habe hierzu eine Wandergruppe gegründet denn Gespräche mit neuen Menschen geben neue Impulse.
  6. Kreativität ausleben: Finde kreative Ausdrucksformen wie Malen, Schreiben oder Musizieren. Diese Aktivitäten können therapeutisch wirken und helfen, Emotionen auszudrücken.
  7. Komfortzone verlassen: Triff eine Entscheidung. Verlasse die Komfortzone und lasse Wachstum zu.

Der Herbst als Chance

Der Herbst ist also nicht nur eine Übergangszeit; er ist eine Chance zur Transformation. Wenn wir lernen, unsere Emotionen anzunehmen und uns aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen, können wir nicht nur die Herausforderungen des Lebens besser bewältigen, sondern auch ein erfüllteres Leben führen.

Lass uns den Sommer der Verdrängung hinter uns lassen und den Herbst als Gelegenheit nutzen – zur Reflexion, zum Wachstum und zur Erneuerung. Indem wir uns auf diesen Prozess einlassen, können wir nicht nur unsere innere Balance finden, sondern auch einen neuen Sinn für Freude und Zufriedenheit entdecken.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen herbstlichen Weg voller Entdeckungen und innerer Klarheit. Lass uns die Farben des Herbstes als Metapher für die Vielfalt unserer Emotionen betrachten – jede Farbe steht für ein Gefühl, das es wert ist, gefühlt und anerkannt zu werden.

Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar mit deinen Zielen und Wünschen, welche Veränderungen du dir wünscht und welche Emotionen du mit den Farben des Herbstes verbindest.

Von Herzen für Herzen

Warum es keinen Sinn macht, etwas zu bereuen

Was bereust du gerade? Einen Menschen, den du in dein Herz gelassen hast und dieser es gebrochen hat? Eine Entscheidung, die du getroffen hast und die dich gefühlt noch weiter von deinem Ziel entfernt hat? Einen Fehler, den du gemacht und du dich deswegen noch für total blöd hälst? Ich mache dir einen Vorschlag, wenn du überaupt etwas bereuen solltest – dann das Bereuen…

In unserem Leben begegnen wir vielen Menschen, machen Fehler, erleben Höhen und Tiefen. Jeder von uns, da führt kein Weg dran vorbei und das ist auch gut so. Manchmal passieren Dinge, die wir im Nachhinein bereuen, das dürfen wir auch, kurz bereuen darüber nachdenken und lernen. Wir fragen uns, warum wir bestimmte Entscheidungen getroffen haben oder warum wir uns auf bestimmte Weise verhalten haben. Doch ist es wirklich sinnvoll, sich über Vergangenes zu grämen und zu bereuen? Ich denke, dass kurzes Bereuen wichtig ist, um daraus zu lernen und sich weiterzuentwicklen. Allerdings nicht im Bereuen verharren und sich darauf ausruhen und ein Leben lang selbst bemitleiden, denn das macht ja nun absolut keinen Sinn, sondern eher eine Depression.

Jede Begegnung, jeder Fehler und jedes Erlebnis hat eine Bedeutung für unser Leben und unsere persönliche Entwicklung. Auch wenn es manchmal schwer fällt zu akzeptieren, dass wir Fehler gemacht haben oder unglückliche Entscheidungen getroffen haben, sollten wir bedenken, dass diese Erfahrungen uns geformt und geprägt haben. Statt zu bereuen frage ich mich oft lieber, wie hat mich dieser Fehler, diese unglückliche Entscheidung oder diese Begegnung geformt? Das macht ich im Nachhinein sogar dankbar. In dem Moment, wo uns etwas passiert, was wir nicht möchten fragen wir uns doch immer: „Wieso passiert mir das jetzt?“ oder auch: „Wieso passiert mir das immer wieder?“. Auf diese Fragen gibt es sogar eine Antwort. Du bist noch nicht der Mensch, der du sein sollst, daher benötigst du noch ein paar Lernaufgaben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Bereuen keinen Sinn macht. Denn jede Begegnung, jeder Fehler und jedes Erlebnis hat uns auf irgendeine Weise weitergebracht. Selbst wenn wir in der Vergangenheit Dinge anders hätten machen können, sollten wir nicht vergessen, dass wir aus diesen Erfahrungen gelernt haben und wir sie zu dem damaligen Zeitpunkt auch gar nicht hätten anders machen können, da wir dazu das Wissen von heute benötigt hätten.

Unsere Vergangenheit definiert uns nicht. Vielmehr sind es die Entscheidungen, die wir heute treffen und wie wir mit den Erfahrungen umgehen, die uns zu dem machen, was wir sind. Anstatt uns über Vergangenes zu ärgern und zu bereuen, sollten wir dankbar sein für all die Erfahrungen, die uns geformt haben.

Also lasst uns aufhören zu bereuen und stattdessen dankbar sein für alles, was uns widerfahren ist. Denn jede Begegnung, jeder Fehler und jedes Erlebnis hat eine Bedeutung für unser Leben und unsere persönliche Entwicklung. Es liegt an uns, wie wir mit diesen Erfahrungen umgehen und welche Lehren wir daraus ziehen. Bereuen bringt uns nicht weiter – im Gegenteil: Es hindert uns daran, das Beste aus unserem Leben zu machen. Also lasst uns loslassen und nach vorne schauen!

Wofür bist du Dankbar? Für Welche Erfahrung? Welche Begegnung? Welchen Fehler?

Schreibe es gerne in die Kommentare

Wertvoll

Stell dir vor, wie wertvoll du für jemanden bist, ohne es zu merken…

Ich meine hast du auch nur annähernd eine Idee wie wertvoll du bist?

Es gibt Momente im Leben, in denen wir uns vielleicht unscheinbar oder unbedeutend fühlen. Wir zweifeln an unserem Wert und fragen uns, ob wir überhaupt einen Unterschied machen. Doch was wäre, wenn wir uns vorstellen könnten, wie wertvoll wir für jemanden sind, ohne es zu merken?

Oftmals sind wir uns nicht bewusst, wie sehr wir das Leben anderer Menschen beeinflussen. Ein einfaches Lächeln oder ein aufmunterndes Wort kann für jemanden einen großen Unterschied machen. Wir können jemandem den Tag erhellen, ohne es zu bemerken. Unsere bloße Anwesenheit kann Trost spenden und jemandem das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.

Du alleine kannst den Unterschied machen. Schau in den Spiegel. Siehst du wie wertvoll du bist? Was siehst du? Welchen Wert siehst du, was bist du dir selbst wert? Hier kommen wir schon zu dem Selbstwertgefühl. Ich finde es immer wieder unglaublich wie gering das eigene Selbstwertgefühl ist. Oftmals denken wir, andere sind ja viel wertvoller als wir und noch schlimmer viele sehen auch materielle Dinge wertvoller an, als sich selbst. Hierzu hatte ich vor kurzem ein interessantes Gespräch. Menschen kaufen Autos im Wert von 40.000 Euro und versichern dieses Auto, weil es wertvoll ist, damit es quasi wieder repariert werden kann, falls etwas passiert. Geht es aber um die Investition für den eigenen Körper, für die Gesundheit, dann sind sich viele Menschen das nicht wert. Ich muss immer wieder schlucken, wenn ich darüber nachdenke, was ist mit uns passiert, das ein Auto ein höheren Wert hat als der Mensch? Ich meine was kann dir ein Auto letztendlich geben? Gut es bringt dich bequem von A nach B aber was ist mit dem was uns ausmacht? Was ist mit Emotionen? Denn du bist nicht einfach nur wertvoll. Dein Sein und die Art wie du dich selbst siehst kann die Welt verändern. Wiederhole diesen Satz und lass ihn auf dich wirken:

„Dein Sein und die Art wie du dich selbst siehst kann die Welt verändern.“

Es gibt Menschen in unserem Leben, die uns bedingungslos lieben und schätzen, ohne dass wir es merken. Sie sehen unsere Stärken und Talente, auch wenn wir sie selbst nicht erkennen. Sie glauben an uns, auch wenn wir an uns selbst zweifeln. Diese Menschen sind unsere größten Unterstützer und ermutigen uns, unsere Träume zu verfolgen. Sie haben für uns einen unheimlichen Wert und tragen dazu bei unsere Träume zu leben und genau so ein Mensch bist du für jemand anderen. Du bist es wert geliebt zu werden und zu lieben. Es macht mich oft traurig, dass wir manchen Menschen wirklich erst einmal erklären müssen, warum wir sie lieben, weil sie selbst sich überhaupt nicht vorstellen können, dass sie liebenswert sind. Warum liebst du mich? Ich meine mal ernsthaft, was ist das eigentlich für eine bescheuerte Frage?

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den größten Einfluss haben. Ein Freund, der immer für uns da ist, wenn wir ihn brauchen. Ein Familienmitglied, das uns bedingungslos liebt, egal was passiert. Ein Kollege, der uns ermutigt und an uns glaubt. Diese Menschen sehen unseren Wert und schätzen uns, auch wenn wir es nicht immer sehen können. Oftmals wünsche ich mir, dass du dich mit meinen Augen sehen könntest…

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir für jemanden wertvoll sind, auch wenn wir es nicht merken. Jeder von uns hat einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten, die die Welt bereichern. Wir können jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, jemandem Mut machen oder einfach nur da sein, wenn jemand uns braucht.

Stell dir vor, wie wertvoll du für jemanden bist, ohne es zu merken. Denke an all die Menschen, die dich lieben und schätzen, auch wenn du dich manchmal unscheinbar fühlst.

Gefesselte Worte

Unglaublich für mich, aber ich habe tatsächlich ein Jahr lang kein einziges Wort mehr hier auf meinem Blog geschrieben. Gerade in schweren Zeiten hilft mir persönlich das Schreiben immer sehr und dennoch tat ich es im letzten Jahr nicht. Mein Kopf wahr voll, mit Gedanken und statt diese einfach wieder niederzuschreiben und mich davon zu befreien habe ich diese Gedanken dieses Mal bei mir gelassen. Ich hatte das Gefühl würde ich etwas schreiben, wären es gefesselte Worte…

Genau das ist mein Startthema im Jahr 2023. Die letzten 3 Jahren haben gezeigt, was alles möglich ist. Vorher haben wir es nur geahnt doch nun haben wir Gewissheit es gibt die Zensur und es gab sie auch schon immer und sie war auch nie weg.

Daher habe ich zwar nicht unbedingt aufgepasst, was ich sage (ich kann nicht aufhören zu sagen was ich denke) aber schon darauf geachtet was ich schreibe.

Doch Worte sind wichtig, auch gerade die geschriebenen Worte. Wir wissen oftmals nicht mehr genau was wir gesagt haben, aber wir können nachlesen, was wir gesschrieben haben.

Worte können fliegen und Wunder verbreiten. Worte prägen.

Und Wunder verbreiten, ja das möchte ich! Das erste Wunder des Jahres 2023, welches ich verbreiten möchte ist die Wahrheit. Nicht meine Wahrheit, nicht die Wahrheit der anderen, sondern die eigene Wahrheit und genau dazu zu ermutigen. In den letzten 3 Jahren konnte ich deutlich erkennen, wie wenige Menschen sich trauen über ihre Wahrheit, ihre Gedanken und ihre Gefühle zu sprechen. Ist das nicht ganz schön traurig? Das Zugehörigkeitsgefühl scheint aktuell das stärkste Gefühl auf der Welt zu sein. Die eigenen Gedanken, das eigene Bauchgefühl wird für die funktionierende Gruppendynamik geopfert. Ich war nicht bereit dazu, werde ich auch nicht sein. Ich kann nur wirklich dazugehören, wenn ich mir selbst treu bleibe alles andere ist doch nur eine Scheinzugehörigkeit. Nicht du gehörst dazu sondern die Person, die andere erwarten die du sein sollst gehört dazu. Darauf kann ich getrost verzichten.

Auch ich hatte eine gewisse Zeitlang Hemmungen, das was mich bewegt niederzuschreiben. Nicht wegen der Zugehörigkeit sondern wegen der Zensur ich hatte wirklich Angst das mein Blog aufgrund meiner Gedanken gelöscht werden könnte. Angst tritt immer dann auf, wenn wir Angst haben etwas zu verlieren. Aber verliere ich nicht viel mehr als meinen Blog, wenn ich mir die Illusion von gefesselten Worten erschaffe? Worte können nicht gefesselt werden das ist schlichtweg falsch. Ich hatte vielleicht das Gefühl, dem ist aber nicht so. Gedanken sind frei, Worte auch das dürfen wir nie vergessen.

Letztendlich ging es die letzten 3 Jahre jedoch genau darum, um den Versuch Worte zu fesseln durch Masken als Maulkorb und durch Druck und Erpressung. Nun geht das so langsam vorbei und doch geht es weiter frei nach Orwellscher Manier können die Worte nicht gefesselt werden so können sie ja vielleicht abgeschafft werden. Natürlich wird es nicht so geäußert, es wird ja nichts abgeschafft, sondern nur neu gestaltet (Neusprech) eine neue Sprache mit weniger sinnigen Wörtern und schon braucht man Worte nicht mehr in Ketten zu legen.

Doch auch das hört sich schlimmer an als es ist und ist auch nur schlimm wenn wir uns darauf einlassen. Wir sind mehr als nur unsere Worte und wenn unsere Energie stimmt verstehen wir uns auch ohne und können zwischen den Zeilen lesen.

Worte können weder gefesselt, noch abgeschafft noch so gestaltet werden, dass wir uns nicht mehr verstehen. Bleibt einfach im Vertrauen und ich werde meine Worte weiterhin so niederschreiben und gestalten, wie ich sie für richtig halte. Zu mir passend.

In diesem Sinne redet miteinander, schweigt nur wenn ihr schweigen möchtet und egal welche Wörter ihr benutzt so haben sie alle eines gemeinsam, sie kleiden sich in die immer gleichen Buchstaben.

Teilt eure Worte gerne mit mir in den Kommentaren!

Eure Janine

Vielleicht gibt es die Guten gar nicht

Wir Menschen sind immer beides – gut und böse.

Doch wenn uns jemand fragt, ob wir gut oder böse sind, antworten wir meistens damit gut zu sein, obwohl wir immer beides sind. Über das Böse wird ungern gesprochen und vor allem wird sich selbst nicht gerne eingestanden, böse zu sein bzw. eine böse Seite in sich zu tragen.

Handeln wir allerdings im weiten Sinne böse, drehen wir uns das so hin, dass die böse Handlung für das Gute notwendig war. Dadurch entsteht eine Doppelmoral, die wir benötigen um nachts noch schlafen oder uns im Spiegel anschauen zu können. Wir reden uns das, was wir tun, stehts schön, damit es uns damit besser geht.

Hierbei handelt es sich um Rationalisierungsprozesse. Wir Menschen drehen uns das Weltganze für unser persönliches Empfinden zurecht und zwar drehen wir so lange, bis wir gut dastehen. Es ist stets unser Ziel, in der Gesellschaft als gut dazustehen und wir haben Angst davor, was passiert, wenn unsere böse Seite für alle sichtbar zum Vorschein kommt. Ich interpretiere das Ganze so, dass die eigene Angst, die wir in uns spüren, dazu führt, böse zu sein bzw. böse zu denken. Denn ein Verdrehen der Wahrheit nach innen oder nach außen hin kann nicht wirklich etwas Gutes bedeuten. Von daher glaube ich, dass jemand, der annähernd dem Guten nahekommt, offen dazu steht, sowohl gut als auch böse zu sein. Jemand, der zugibt, nur ein Mensch und damit behaftet, nicht fehlerfrei zu sein. Denn die Wahrheit kommt dem gut sein am nächsten, denn komplett und immer gut zu sein ist ein Ideal, welches keiner von uns je erreichen wird. Wir sollten uns eingestehen, dass dieses Ideal lediglich eine Hilfestellung bietet und es akzeptieren nicht zu 100 % ein guter Mensch zu sein. Denn dieser Druck, den wir uns damit selbst auferlegen, führt zu nichts Gutem. Statt das Ziel zu verfolgen, ein guter Mensch zu sein, sollten wir einfach so viel Gutes wie möglich tun.

Der Mensch ist gut und böse zugleich, er verhält sich einfach. Jeder von uns ist fröhlich und traurig, verletzt und glücklich, wütend und gekränkt, großzügig und gierig und freundlich und gemein.

Wir sind hoch emotionale Wesen und handeln so, wie wir uns fühlen. Solange es Gefühle gibt, wird es auch immer Böses geben, dies ist miteinander verknüpft, genauso wie Gefühle auch immer etwas Gutes hervorbringen. Unsere Empfindungen lassen uns nicht rational und logisch handeln. Dadurch sind wir nicht neutral. Meine Lieben werde ich immer bevorzugen und auch alles für sie tun, was gefühlstechnisch gut ist, aber für andere und deren Gefühle schlechtes hervorbringen kann. Am Ende meint es jeder Einzelne gut, die Frage ist nur immer gut für wen? Jeder empfindet für sich persönlich auf der richtigen Seite zu stehen, die Seite der eigenen tiefen Liebe, die empfunden wird. Tatsache ist nur, dass es gar keine richtige Seite gibt und auch nie geben wird. Der Schlüssel ist immer dazwischen, nur genau da kommen wir nicht hin. Denn im Grunde wollen wir alle dasselbe nur gehen wir unterschiedliche Wege und die Wege, die sich kreuzen, werden leider oft zum Problem, anstatt sich einfach gegenseitig vorbeigehenzulassen und sich am Ziel zu treffen.

Die These von Jean-Jaques Rousseau oder von Thomas Hobbes?

„Der Mensch ist von Natur aus gut.“ So die Aussage von Rosseau.

Rousseau dachte, dass die Menschen von Natur aus gut seien. Der Mensch würde nur durch die äußeren Einflüsse der Gesellschaft böse. Weil Menschen mit anderen Menschen zusammenleben müssten, entwickelten sie ihre schlechten Eigenschaften, so dachte der Philosoph. Wären sie alleine, wären sie auch nicht böse. Er schloss daraus, dass der Mensch am liebsten alleine leben würde und auch völlig ungesellig sei.

Diese These erntete damals und auch heute unheimlich viel Kritik. So ist der Mensch doch ein soziales Wesen. Ich finde diese These gar nicht so ganz abwegig (deswegen steht Geselligkeit vielleicht ja auch oft mit Alkohol in Verbindung). Für mich selbst kann ich schon einmal feststellen, dass ich nie schlecht gelaunt bin, wenn ich alleine bin. Jedoch würde mich dauerhafte Einsamkeit wahrscheinlich traurig und depressiv machen. Diese Gefühle entstehen bei mir allerdings auch wenn ich sehr viele soziale Kontakte habe, vor allem die nicht freiwilliger Natur sind. Daher glaube ich auch hier, dass wir beides sind. Wir sind sozial unsozial. Meine These ist, dass wir Menschen begrenzt sozial sind und wir uns nur mit wenigen und Gleichgesinnten umgeben können, um nicht böse zu werden. In kleinen, abgeschiedenen Dörfern ist es ja friedlicher als in einer modernen Großstadt, denn dort sind wir den Einflüssen aller maßlos ausgesetzt. Treffen zu viele Menschen zusammen bedeutet das auf Dauer leider nichts Gutes, so mein Fazit.

„Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ Aussage von Thomas Hobbes.

Zu dieser Erkenntnis gelangte Hobbes, indem er einen Naturzustand des Menschen ohne Gesetz und ohne Staat entwarf. Aus Hobbes’ Menschenbild ergibt sich, dass in einem solchen Naturzustand Gewalt, Anarchie und Gesetzlosigkeit herrschen; die Menschen führen – in Hobbes negativem Weltbild – einen „Krieg aller gegen alle“ deswegen die These mit dem Wolf. Der Mensch ist nach Hobbes durch drei Triebfedern gekennzeichnet: Verlangen, Furcht und Vernunft; keine dieser drei Komponenten bringt ihn dazu, die Gesellschaft anderer wegen etwas anderem zu erstreben, wenn diese nicht zu seinem eigenen Vorteil gereicht. Damit vertritt Hobbes einen psychologischen Egoismus, der naturgegeben ist und willentlich nicht überwunden werden kann. Das Interesse der eigenen Selbsterhaltung ist quasi das Schloss, was uns davor verschließt, wirklich immer gut miteinander umzugehen. Jeder von uns fühlt innerlich das Recht der Selbsterhaltung mit allem was nötig und dieses Gefühl macht uns frei. Das heißt also, wenn wir frei sind, tun wir der Gesellschaft nicht unbedingt etwas Gutes, wenn es nicht unserem Selbsterhalt dienlich ist. Vernunft und Einsicht darüber können alleine keinen Frieden sichern, denn Verlangen und Furcht sind ja dadurch nicht verschwunden. Hobbes vertritt also entgegen verbreiteter Ansicht kein dezidiert negatives Menschenbild. Die schlechten Verhaltensweisen entspringen keiner bösartigen, wohl aber einer nicht sozialen Natur des Menschen. Was ihn zu der Erkenntnis eines Gesellschaftsvertrages führt.

Diese These stellt für mich gar nicht so einen großen Unterschied zu der These von Rousseau dar. Durch unseren Selbsterhaltungsinstinkt können wir keine sozialen Wesen sein, da sich, wenn es drauf ankommt, jeder selbst der Nächste ist. Rousseau beschreibt mit seiner These den Menschen als nicht soziales Wesen, welches Hobbes bestätigt. Rousseaus Interpretation ist lediglich eine andere. Während er davon ausgeht, dass der Mensch lieber alleine leben möchte und kann, geht Hobbes davon aus, dass der Mensch gerne zusammen leben möchte, es aber von der Natur alleine aus nicht kann und somit das Hilfsmittel des Gesellschaftsvertrags benötigt wird.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass jedes Hilfsmittel Schwachstellen hat und es keinen Gesellschaftsvertrag geben wird, der die Vorstellungen von Hobbes oder auch jedes einzelnen von uns erfüllt. Auch wenn es laut Hobbes funktioniert, wenn der Gesellschaftsvertrag über allem steht, wird dieser die hunderprozentige Gerechtigkeit und somit den Frieden nicht erreichen. Das soll er ja auch gar nicht. Die Menschen schaffen es meiner Meinung nach nicht, sich dauerhaft für etwas Größeres zurückzunehmen das liegt einfach nicht in unserer Natur. Das sehen wir ja an der heutigen Zeit. Sämtliche Regierungsformen wurden ausprobiert und alle sind auf Dauer kläglich gescheitert. Womit wir wieder zu dem Schluss kommen, dass man nichts, aber wirklich rein gar nichts erzwingen kann und die Natur letztendlich immer stärker als alles andere sein wird.

Spaß ohne Alkohol

Der Alkohol ist fest in unserer Gesellschaft verankert. Er gehört bei jeder Feier oder auch bei einem einfachen Zusammentreffen dazu. Dabei wurde dieser in der Mittelsteinzeit eher zufällig entdeckt. Seit jeher hat Alkohol eine kulturelle und religiöse Bedeutung. Später waren die „geistigen Getränke“ die einzige Freudenquelle nach der Arbeit. Für den römischen Schriftsteller Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr. ‑ 65 n.Chr.) war Trunkenheit nichts anderes als „freiwilliger Wahnsinn“. Er charakterisiert den betrunkenen Zustand als „Krankheit“, die auftritt, wenn die ‘übergroße Kraft des Weines’ von ‘der Seele Besitz ergriffen’ habe.

Doch wieso ist Alkohol auch heute aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken? Immerhin stehen uns heute fast unbegrenzte Möglichkeiten der Freude zur Verfügung. Ich stelle mir die Frage, ob Menschen von Natur aus überhaupt Freude empfinden können. Insbesondere, wenn Menschen zusammenkommen, wird getrunken. Diese ich nenne es getrost Tatsache ist in unserer Gesellschaft so fest verankert, dass man sich jedesmal rechtfertigen muss, wenn man keinen Alkohol trinken möchte. Daher ist Alkoholtrinken gesellschaftlich erwünscht. Ich wirke also generell eher unsympathisch, wenn ich den Alkohol meide.

Ich möchte mich nicht ständig dafür rechtfertigen müssen, dass ich keinen Alkohol trinke

Also wir stellen fest, Alkohol ist gesellschaftlich wichtig und ich mache mich dadurch, dass ich keine Alkohol trinke zum Außenseiter. Damit kann ich leben, was mich aber seit Jahren nervt, dass ich mich immer wieder aufs Neue dafür rechtfertigen muss und ständigen Überredungsversuchen ausgesetzt bin. Also hier noch einmal für alle! Auch wenn es sich um eine Party handelt werde ich den ganzen Abend Cola oder etwas anderes alkoholfreies trinken! Hier einmal ein paar Sätze, die ich echt nicht mehr hören kann und meine Antworten darauf:

  1. „Da du ja nichts trinkst, kannst du uns ja auch fahren oder?“ Meine Antwort darauf ist: „Nein! Denn ich möchte auch ausgelassen feiern und nicht die Verantwortung für das Fahren übernehmen, da ich generell nicht gut und gerne Autofahre.“
  2. „Nicht mal einen Schluck?“ „Ehm nein! Ich quäle mir auch keinen Schluck von etwas runter, was ich nicht mag, nur damit du dich besser fühlst (warum fühlst du dich dadurch eigentlich besser?)“
  3. „Trinkst du echt nie etwas?“ „Nein, ich weiß ich bin wahrscheinlich eine Außerirdische.“
  4. „Das könnte ich nicht!“ „Ja, das ist meine geheime Superkraft hahahha, nein im ernst, wieso kannst du das denn nicht? Was genau ist dein Problem?“
  5. „Noch nicht mal zum anstoßen?“ „Wer hat eigentlich festgelegt, dass man nur mit Alkohol anstoßen kann?“

Das soziale Miteinander durch Alkohol stärken

Die häufigste Begründung für das gesellschaftliche Alkoholtrinken ist das bessere soziale Miteinander. Also sind wir Menschen von Natur aus gar keine sozialen Wesen, sondern werden das erst, wenn wir berauscht sind? Ist jeder einzelne von uns doch zu individuell und unanpassungsfähig und können wir wirklich nur locker sein, wenn wir berauscht sind? Ich würde vermuten, dass die meisten von uns angstgesteuert sind und diese Angst ohne die Berauschung des Alkohols nicht loswerden.

Der Abend wird lustiger, umso mehr Hemmungen fallen. Mir stellt sich die Frage, wieso wir bei uns vertrauten Personen dennoch unüberwindbare Hemmungen zu haben scheinen. Vielleicht sind mir die Personen also doch gar nicht so vertraut, weil sie gar nicht sind, wie sie sind und ich nur einen Funken davon durch den Alkohol und den verbundenen gefallenen Hemmungen zu sehen bekomme? Man sagt ja: „Nur besoffene und Kinder sagen die Wahrheit!“ Also sind die nüchternen Menschen, denen ich begegne alle unehrlich und unecht?

Der echte Spaß mit Erinnerungswert

Ich habe schon seit jeher ohne Alkohol Spaß! Natürlich ist es eine andere Art von Spaß, denn der Spaß ist echt! Ein Spaß ohne Berauschung und Betäubung, einer der aus dem Herzen mit dem natürlichem High-Gefühl durch das soziale Miteinander entsteht und der mir jahrelange positive Erinnerungen beschert. Allerdings kann ich den alkoholisierten Spaß nicht beurteilen, da ich generell keinen Alkohol trinke, ich mag ihn geschmacklich nicht und hielt es auch nie für nötig, da ich mich auf einer Feier oder bei Freunden noch nie so unwohl und unsicher gefühlt habe, das ich das Bedürfnis hatte meine Hemmungen zu verlieren. Mit meinen Freunden, die auf meiner Wellenlänge sind kann ich über Gott und die Welt reden, über alles mögliche lachen, singen und tanzen und tun wo ich sonst noch zu Lust habe. Mich berauscht extrem die Gute Laune, davon bin ich oftmals so richtig aufgedreht. Ich denke nicht, dass ich mir die Leute und die Stimmung schön trinken kann, wenn muffelige Leute auf einer Party sind, dann passt es halt nicht, man kann ja nichts erzwingen. Ich wechsel also dann lieber die Leute, als das Getränk. Allerdings habe ich es mit dem Getränk versucht, also ich habe auf die Berauschung der anderen Personen gewartet. Nur bei den meisten zeigte der Alkohol jetzt auch nicht gerade eine so berauschende Wirkung, dass sie nun dadurch zu Dancingqueens mutierten. Ich verbringe meine Zeit generell auch lieber mit Personen, die ich auch nüchtern ertragen kann und möchte und die mir auch nüchtern sagen, dass sie mich lieb haben.

Angst vor dem Kontrollverlust

Menschen wie mir, die keinen Alkohol trinken, sagt man nach, dass wir Angst vor dem Kontrollverlust haben. Doch was, wenn es in Wirklichkeit genau andersherum ist? Genauer betrachtet führt die Angst ja zum Alkohol. Angst zu sein wie man ist, Angst vor den eigenen Gedanken und die Angst den eigenen Kontrollverlust mitzuerleben. Dieses berauschende Gefühl ist ja auch gleichzeitig betäubend. Man bekommt unter Alkoholeinfluß also auch viel weniger von der Feier, den Personen und sich selbst mit. Ein Freund hat mal zu mir gesagt, dass es interessant sein muss eine Party nüchtern zu erleben, weil man dann einfach alles mitbekommt. Er hat absolut Recht, die Frage ist nur, traust du dich das?

Verstehe mich jetzt bitte nicht falsch ich habe nichts gegen Alkohol oder Leute, die Alkohol trinken. Jedem, wie es ihm beliebt. Ich finde es nur schade, dass so viele Leute, die ich kenne ohne Alkohol nicht einmal Ansatzweise in der Lage sind zu feiern. Da würde ich an deren Stelle mal drüber nachdenken wollen, wo da eigentlich das Problem liegt. Denn ob eine Feier gut wird oder nicht hängt nicht von den Getränken ab, sondern immer von einem selbst.

Das Partykonzept ohne Alkohol

Schon mal von der Sober Sensation gehört? Bei meiner Recherche zu diesem Artikel bin ich auf dieses interessante und mir aus der Seele sprechende Konzept gestoßen. Sober Sensation wurde 2016 von Gideon Bellin gegründet mit der Idee alle Sinne in den Mittelpunkt zu stellen und diese auf natürliche Weise anzusprechen. Es wird auf die Kraft der natürlichen Highs gesetzt auf die soziale Energie mit dem Hintergrundwissen und Beobachtungen der normalen Partykonzepte, dass die frischesten, energetischen und sozial aktivsten Gäste meistens nüchtern waren. Die Gedanken und das Konzept könnte auch von mir sein, denn ich hatte auch schon überlegt meine privaten Zusammenkünfte nur noch ohne Alkohol zu veranstalten, um die Möglichkeit zu haben, einige „Nüchterner-Ichs“ meiner Freunde, insbesondere deren natürlichen Sinne besser kennenzulernen. Ich werde das Konzept Sober Sensation für die Zukunft mal im Auge behalten.

Und was meinst du? Würde ich dich auf einer Party ohne Alkohol vorfinden?

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Deine Janine