Schattenspringen

Viele höre ich zu anderen sagen, dass sie über ihren Schatten springen sollen. Ich habe mal genauer zugehört und hingeschaut. Alle sagen es, doch kaum einer tut es.

Es ist so leicht zu anderen gesagt. Vor allem, wenn ich von etwas rede, was mir selbst total leicht fällt und ich mir von der anderen Person wünsche. „Ach komm schon.“ „Stell dich nicht so an!“ „Spring doch mal über deinen Schatten, für mich.“ Sind die Sätze die wir alle der Person gegenüber verwenden. Im Hinterkopf der Gedanke, dass wir gar nicht verstehen können, wieso da überhaupt ein Schatten ist, den es zu überwinden gibt.

Schauen wir doch mal auf unsere Schatten und machen uns weniger Gedanken über die Schatten der anderen. Mir ist aufgefallen, dass ich selbst auch nur das tue, was ich mag und möchte. Über meinen Schatten springe ich nur, wenn mich selbst etwas interessiert. Für etwas, was mich selbst weder interessiert, mir nicht liegt oder mir keinen Spaß macht, mache ich mir gar nicht erst die Mühe und wenn ich mich mal zusammenreiße für eine Person, die mir am Herzen liegt, so merkt man es mir immer an, dass es etwas Aufgezwungenes ist, nichts was von Herzen kommt. Und letztendlich tu ich damit dann niemanden einen Gefallen. Wir sollten immer bedenken, dass es nicht nur physisch unmöglich ist über unseren eigenen Schatten zu springen, sondern dies auch gegen unseren eigenen Charakter und unsere Überzeugungen ist.

Bevor ich also das nächste Mal jemanden bitte über seinen Schatten zu springen, um etwas zu tun, was er nicht mag, denke ich an meinen Schatten und meistens komme ich dann zu dem Ergebnis die Person einfach damit in Ruhe zu lassen, sie lässt mich ja schließlich genauso in Ruhe. Hier passt der Satz: „Leben und leben lassen“ wirklich gut. Wir sollten aufhören die Personen um uns herum verändern zu wollen. Meistens hat es auch gar nichts mit den anderen Personen zu tun, sondern mit einem selbst. Warum möchte ich unbedingt, jemanden überreden, zwingen? Ist es mir nicht viel wichtiger, dass sich die Person wohlfühlt?

Was mir bei meinen Beobachtungen am meisten aufgefallen ist, ist wirklich spannend. Denn die Personen, die von anderen erwarten etwas zu tun, was sie sonst nicht tun, tun es selbst nicht und es ist ihnen noch nicht einmal bewusst, auch nicht, wenn ich sie direkt darauf anspreche. Selbstreflexion ist hierbei eine wichtige Grundvoraussetzung.

Erwarte nichts von anderen, was du selbst nicht erfüllst!

Das ist mein Motto, weswegen ich anderen gegenüber nichts erwarte und mich ständig aufs Neue selbst reflektiere.

Wann es sich lohnt über seinen Schatten zu springen.

Natürlich möchte ich dich mit diesem Artikel jetzt nicht ermutigen dich hinter deinen Gewohnheiten zu verstecken. Ich unterscheide hier aber über seinen Schatten springen und aus seiner Komfortzone herauskommen. Es ist für uns alle wichtig uns weiterzuentwickeln und über uns hinauszuwachsen. Dennoch sollten wir dies mit Herz und Leidenschaft tun, für etwas, wofür wir brennen. Etwas wo nicht das Interesse fehlt, sondern unsere eigene Angst uns bremst. Dies können wir überwinden, aber auch nur für etwas was wir wirklich wollen, dass ist der Unterschied.

Lass dich also nicht von anderen beeinflussen oder zu etwas zwingen, worauf du keine Lust hast, was dazu führt deinen Charakter oder deine Moral zu verändern. Denn das tut weder dir noch deinem Umfeld gut. Springe über deinen Schatten, aber nur für dich selbst!

Falls du Lust hast hier eine kleine Aufgabe zur Selbstreflexion:

Schnappe dir Zettel und Stift und erstelle eine Liste mit 3 Überschriften. Überschrift 1: „Wo wünsche ich mir, dass andere für mich über ihren Schatten springen?“ Überschrift 2: „Wann bin ich für andere über meinen Schatten gesprungen?“ Überschrift 3: „Wann springe ich für mich über meinen Schatten?“

Mich würde dein Ergebnis natürlich sehr interessieren, vielleicht teilst du es ja mit mir in den Kommentaren.

Bis dahin arbeite nicht gegen sondern mit deinem Schatten!

Deine Janine

1000 Fragen an dich selbst #16

So langsam nähern wir uns dem Ende. Bevor wir in die nächste Runde einsteigen möchte ich, dass du dich einmal fragst, ob dir die bisheringe Fragen etwas gebracht haben mehr über dich zu erfahren. Ich finde es einfach unheimlich interessant auf diese Fragen zu antworten, weil es oftmals Fragen sind, die ich mir selbst noch nie gestellt habe.

Dann lass uns mal nachsehen, welche Fragen nun auf uns zukommen.

601: Worauf achtest du bei jemandem, dem du zum ersten Mal begegnest? Auf seine Ausstrahlung, ob er echt oder aufgesetzt ist.
602: In welcher Hinsicht könntest du etwas aktiver sein? Beim bloggen, ich könnte mich wirklich mehr um meinen Blog kümmern.
603: Spielst du in deinem Leben die Hauptrolle? Ich bin definitiv die Hauptdarstellerin in meiner kleinen Welt. Bei Treffen mit Freunden allerdings sitze ich nur noch im Publikum. Ich möchte nicht mehr auf der Bühne stehen.
604: Welcher Lehrer hat einen positiven Einfluss auf dich gehabt? Leider haben meine Lehrer alle nur einen negativen Einfluss auf mich gehabt. Sie haben mit dem Finger auf mich gezeigt, was ich nicht kann, was für sie persönlich wichtig ist und mich danach benotet. In Deutsch hatte ich immer eine 4, weil meine Aufstätze nicht gefallen haben und ich zu ruhig war. Dabei war ich ruhig und habe immer schon gerne geschrieben. Tja und nun bin ich hier und blogge.
605: Was würdest du am meisten vermissen, wenn du taub wärst? Die Stimmen meiner liebsten.
606: Über welche Nachricht warst du in letzter Zeit erstaunt? Darüber wie viel meiner damaligen besten Freunde jetzt wieder an mir liegt.
607: Wärst du gern wieder Kind? Manchmal schon. Diese Freiheit und Unbeschwertheit, die wir als Kind hatten war wundervoll. Aber als Erwachsene habe ich dafür die Liebe und das möchte ich nicht tauschen.
608: Was kannst du stundenlang tun, ohne dass dir langweilig wird? Da gibt es viel. Lesen, Serien gucken, Bilder bearbeiten, Blogartikel schreiben nachdenken….
609: Wann warst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit meiner Ausbildung fertig und habe dadurch meinen Mentor kennengelernt. Ohne ihn wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.
610:Denkst du oft darüber nach, wie Dinge hergestellt werden? Nein eigentlich nicht😅
611: Welche kleinen Erfolge konntest du zuletzt verbuchen? Die Eröffnung eines Podcasts. Das hatte ich schon so lange im Kopf und jetzt habe ich es endlich einfach gemacht.
612: Wirst du meistens jünger oder älter geschätzt? Ich werde immer jünger geschätzt.
613: Wann hast du zuletzt Sand unter den Zehen gespürt? Tatsächlich in diesem verrückten Jahr im August an der Ostsee.
614: Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt? Nichts großes, hauptsache eine abgeschlossene, vernünftige Ausbildung.
615: Welches Gerät von früher fehlt dir? Nintendo… Das waren Spiele mit Charme.
616: In welcher Hinsicht denkst oder handelst du immer noch wie ein Kind? In vieler Hinsicht ich habe das Kind in mir bewahrt, es ist wertvoll. Man ist nie zu alt für irgendetwas.
617: Heilt die Zeit alle Wunden? Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit hilft einem nur den Schmerz zu verarbeiten und zu akzeptieren. Umso mehr Zeit vergeht umso besser können wir mit dem Schmerz umgehen, so dass wir in gar nicht oder immer weniger spüren.
618: Bist du romantisch? Oh ja sehr sogar. Ich bin eine absolute Romantikerin und Träumerin.
619: Was würdest du einem jüngeren Ich mit auf den Weg geben? Sei nicht wütend und beleidigt, weil jemand nicht so ist, wie du es möchtest. Es ist ok und hat alles seinen Grund. Gehe nett und freundlich durchs Leben und lasse dich von den Menschen überraschen.
620: Was machst du mit Souvenirs, die du bekommen hast? Ich bekomme keine.

621: Von wem hast du vor kurzem Abschied nehmen müssen? Zum Glück von keinem. Diese Erfahrung musste ich noch nicht machen in meinem Leben. 
622: Bist du (oder wärst du) eine Jungenmutter oder eine Mädchenmutter? Natürlich ist es eigentlich egal. Aber ich wäre eher eine Mädchenmutter. Zöpfe flechten und über Jungs tratschen.
623: Hast du schon mal eine individuelle Ansichtskarte gestaltet? Ne.
624: Wie würde dich deine Familie beschreiben? Meine Familie? Du hält mich für verrückt.
625: Wonach suchst du deine Kleidung aus? Nach Anlass, Tageslaune und Farbe. 
626: Welche deiner Eigenschaften magst du nicht? Das ich vieles Zerdenke und dann vielleicht auf mich beziehe. 
627: Welches Gericht würdest du am liebsten jeden Tag essen? Spaghetti Bolognese, aber jedes Gericht nervt, wenn man es jeden Tag essen würde. 
628: Mit welchem Gefühl spazierst du durch einen Zoo? Frieden.
629: Bei welcher Angelegenheit hättest du deine Grenzen früher aufzeigen müssen? In meiner vorherigen Beziehung.
630: Welcher Film ist für dich der beste schlechteste Film, der jemals produziert wurde? Das weiß ich nicht, ich finde es gibt viele schlechte Filme gerade in der heutigen Zeit.
631: Ist jeder Tag ein neuer Anfang? Definitiv, jeder Tag gibt neue Chancen.
632: Wo gehst du beim ersten Date am liebsten hin? Oh das ist bei mir schon lange her aber ich war immer erfreut über ein Essen und einen Kinobesuch. 
633: Wann musstest du dich zuletzt zurückhalten? Bei Freunden, ich versuche mich so gut es geht nirgends mehr einzumischen.
634: Kannst du jemanden imitieren? Ja einige von meinen Freunden 😂
635: Was hättest du viel früher tun müssen? Auf mich selbst zu hören.
636: Singst du im Auto immer mit? Natürlich😂
637: Mit wem würdest du gern tauschen? Mit niemanden, ich mag mein Leben auch wenn es Höhen und Tiefen hat. 
638: Wann hast du zuletzt heftig gejubelt? Als ich meinen ersten Auftrag als Bloggerin erhalten habe.
639: Wie läuft es in deinem Liebesleben? Wundervoll. Unbeschreiblich. Mein Liebesleben ist ein wahr gewordenen Traum. Ich werde jeden Tag geliebt ohne Bedingungen und von Harmonie umgeben. Es ist der Wahnsinn.
640: Wodurch wirst du inspiriert? Von meinem Umfeld. Es kann ein tiefgründiges Gespräch mit Freunden sein, Serien und Bücher. Ich finde fast überall etwas, was mich inspiriert.

Diese Fragen gehen meiner Meinung nach tief in unser inneres Befinden. Erzähl doch mal sind dir die Fragen schwergefallen?

Hatten wir Übereinstimmungen?

Viel Spaß bei der Beantwortung der Fragen für dich selbst.

Deine Janine

1000 Fragen an dich selbst #14

Willkommen bei der Runde 14 der 1000 Fragen an dich selbst.

521: Welcher Dokumentarfilm hat dich beeindruckt? Oh da bist du bei mir falsch ich gucke kaum Dokumentarfilme.
522: Machst du in der Regel, was du willst? Ja in der Regel schon.
523: Wie weit hast du deine Vergangenheit hinter dir gelassen? In meiner Vergangenheit befindet sich immer etwas, was mich nicht loslässt. Es fällt mir schwer, die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Das ist auch der Grund, warum ich manchmal plötzlich traurig bin.
524: Was solltest du eigentlich nicht mehr tun? Mir über Dinge zuviele Sorgen und Gedanken zu machen, die ich nicht ändern bzw. beeinflußen kann. Das zermürbt mich und bremst mich aus.
525: Magst du klassische Musik? Nein, ich kann damit einfach nichts anfangen.
526: Wie aufgeräumt ist es in deinem Kopf? Ziemlich aufgeräumt. Ich brauche das auch. Wenn Chaos in meinem Kopf herrscht werde ich depressiv.
527: Welches Gedicht magst du sehr? Obwohl ich Gedichte liebe, habe ich kein Lieblingsgedicht. Ich schreibe aber auch sehr gerne selbst welche.
528: Bist du ein guter Verlierer? Absolut ich bin eine bessere Verliererin, als eine Gewinnerin. Ich fühle mich ehrlich gesagt auch oft besser, wenn ich verliere, so brauche ich kein schlechtes Gewissen haben.
529: Wer sollte dich spielen, wenn man dein Leben verfilmen würde? Sarah Michelle Gellar.
530: Wie viel Zeit brauchst du, um dich für einen festlichen Anlass zu stylen? 2-4 Stunden (je nachdem, ob alles gleich auf Anhieb klappt).
531: Wer hat für dich Vorbildfunktion? Ich habe keine direktes Vorbild, lasse mich aber gerne inspirieren.
532: Würdest du etwas stehlen, wenn du nicht dafür bestraft würdest? Nein, denn mein Gewissen bestraft mich immer.
533: Hättest du gern eine andere Haarfarbe? Nein ich mag mein Dunkelblond oder auch Bronde.
534: Was ist der größte Unterschied zwischen dir und deinem Partner? Die Kommunikationsbereitschaft anderen Gegenüber. Ich bin sehr kommunikativ, mein Mann eher weniger.
535: Wo isst du zuhause am liebsten? Vor dem Fernseher.
536: Wenn alles möglich wäre: Welches Tier hättest du gern als Haustier? Einen Hund.
537: Auf welche Frage wusstest du in letzter Zeit keine Antwort?Wenn du eine Frage suchst, worauf du keine Antwort weißt, stelle dir einfach die Frage: „Was wäre wenn?“
538: Was ist in deinen Augen die großartigste Erfindung? Es gibt so viele wahnsinnig tolle Erfindungen, da kann ich mich jetzt im Augenblick gar nicht entscheiden.
539: Wenn du emigrieren müsstest, in welches Land würdest du auswandern? Schwierig, da müsste ich mich erstmal genau informieren. Denn nur, weil mir der Urlaub in einem bestimmten Land sehr gut gefallen hat, heißt es noch lange nicht, dass das Leben, der Alltag dort mir ebenfalls so gut gefällt. Amerika ist interessant ja aber ich war noch nie dort und vieles stört mich jetzt schon (wie das Thema Krankenversicherung u.v.m.) oder ich liebe ja auch Mallorca.
540: Nach welchen Kriterien suchst du Filme aus? Das ist stimmungsabhängig. 541: Führst du Tagebuch? Nein, nicht mehr so wie früher, aber ich schreibe mir manchmal meine Gedanken oder schöne Erinnerungen auf.
542: Welche Personen sind auf deinem Lieblingsfoto abgebildet? Mein Mann und ich. Ich liebe jedes Foto von uns beiden.
543: Hast du häufig unnötigerweise Schuldgefühle? Ja Schuldgefühl ist mein zweiter Vorname. Ich arbeite da aber an mir.
544: Was magst du am Sommer am liebsten? Die Sonne, das Wasser, die warmen Sommerabende und die gute Laune, die der Sommer mit sich bringt.
545: Auf was kannst du am leichtesten verzichten? Menschen. Ich kann mich gut zurückziehen ohne mich einsam zu fühlen.
546: Wie häufig gönnst du dir etwas? Selten. Alle die mich kennen fordern mich auf, mir öfter mal etwas zu gönnen.
547: Mit welcher Art von Fahrzeug fährt du am liebsten? Ich selbst fahre nicht gerne, ich fahre aber am liebsten im Auto mit.
548: Wovon bist du glücklicherweise losgekommen? Von toxischen Beziehungen.
549: Woran denkst du morgens zuerst? Morgens? Wann ich wieder schlafen kann!
550: Was hast du vom Kindergarten noch für Erinnerungen? Ich war nicht im Kindergarten.
551: Welchen Wochenendtrip oder welche Kurzreise hast du gerade geplant? Ostsee mit meinem Mann.
552: Bist du ein Landmensch oder ein Stadtmensch? Eindeutig ein Stadtmensch bzw. ein Vorstadtmensch.
553: Mit welcher Person, die du nicht persönlich kennst, fühlst du dich verbunden? Seit ich Instagram nutze habe ich viele tolle Personen kennengelernt, bei der ein oder anderen hat man tatsächlich das Gefühl, sich schon ewig zu kennen, weil die Gespräche einfach so intensiv sind.
554: Was gibt dir in schweren Zeiten Halt? Mein Mann, er schafft es jedesmal mich zu beruhigen.
555: Bist du gut zu dir selbst? Ja, heute ganz klar ja!
556: Was bedeutet Freundschaft für dich? Füreinander da sein. Zu wissen, wie der andere tickt. Tiefgründige Gespräche, Ehrlichkeit und Vertrauen. Eine Freundschaft ist selten, besonders und muss wie eine Liebesbeziehung gepflegt werden, damit sie ewig hält.
557: Wer hat dich in letzter Zeit überrascht? Mein Chef mit seiner Reaktion auf unser Gespräch.
558: Traust du dich, Fragen zu stellen? Ja, damit habe ich absolut kein Problem.
559: Hast du Dinge vorrätig, die du selbst nie isst oder trinkst? Nein, was ich kaufe, wird auch verbraucht.
560: Setzt du dir Regeln, die du dir selbst ausgedacht hast? Nein das brauche ich nicht das übernimmt meine Moral.

Wie hat dir diese Fragerunde gefallen und hatten wir Übereinstimmungen? Ich würde es auch total spannend finden zu erfahren, wie du die Fragen beantwortest schriftlich oder gedanklich?

Empath

Die große Gabe des Menschen ist die Fähigkeit zur Empathie.

Als Empath empfinde ich die Empathie nicht immer, als Gabe oftmals empfinde ich sie auch als Last, doch das lag auch Größenteils daran, dass ich mir dieser Gabe gar nicht bewusst war.

Ich dachte ich bin dahingehend völlig „normal“ und das jeder diese Empfindungen hat.

Erst vor Kurzem ist mir bewusst geworden, dass dem nicht so ist und das erklärt mir wirklich Einiges. Ich bin einfach immer als herzbasierter Mensch mit hoher Moral durch die Gegend gelaufen und bin ständig mit für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen anderer konfrontiert worden. Dieses nicht nachvollziehen können hat mich wirklich fertig gemacht. Ich konnte einfach nicht begreifen, wie es anderen Menschen möglich ist beispielsweise so wenig Taktgefühl zu haben oder auch das einige Menschen nicht in der Lage sind, sich in die Gefühlslage von anderen hineinzuversetzen.

Es ist aber definitiv so, dass einige Menschen das nicht können.

Und genau diese Menschen habe ich in eine Schublade gepackt für mich waren sie dann einfach die Bösen. Dabei können sie da gar nichts für, selbst wenn sie wollten, sie können es einfach nicht. Genauso wenig, wie ich es nicht lassen kann mitfühlend zu sein.

gefühle

Empathie bedeutet:
Mit den Augen des Anderen zu sehen
Mit den Ohren des Anderen zu hören
Mit dem Herzen des Andere zu fühlen

Klingt anstrengend oder? Das ist es auch. Wenn ich zu viel Zeit mit unauthentischen Menschen verbracht habe zerrt das oft noch tagelang an mir. Ich muss mich quasi wirklich einige Tage davon erholen. Teilweise schleppe ich dann Frustration und Enttäuschung mit mir herum. Versuche ich allerdings mit den Menschen, die diese Gefühle in mir ausgelöst haben, genau dies zu besprechen, verstehen sie mich oft nicht. Stattdessen wollen sie mich beruhigen, indem sie mir sagen, dass ich die Situation bzw. deren Gefühle falsch gedeutet habe. Problem ist nur, dass ich als Empathin auch die Gefühle der Leute aufnehme, von denen sie selber gar nicht wissen, dass sie diese gerade ausstrahlen.

Jahrelang versuche ich schon die Menschen und die Gefühle, die sie ausstrahlen nicht so ernst zu nehmen und vor allem nicht persönlich. Irgendwie habe ich aber das Problem, dass sich deren Gefühle zu schnell mit meinem vermischen, also meine Gefühle quasi negativ beeinflussen.

Ich tanke Energie, wenn ich alleine bin.

hochsensibel

Tatsächlich brauche ich das sehr oft und ich habe auch oft das Gefühl, dass ich am zufriedensten bin, wenn ich alleine bin, weil ich dann nur meine Gefühle wahrnehme und diese mich total glücklich machen. Ich komme so oft in die Situation, das ich gut gelaunt das Haus verlasse und schlecht gelaunt wiederkomme ohne das mir jemand irgendetwas getan hat oder doof zu mir war. Einfach nur durch die Gefühle, die ich in der Zeit aufgenommen habe als ich unter Menschen war.

Am schlimmsten ist das Gefühl der Ungerechtigkeit, nicht nur das ich Ungerechtigkeit hasse, so ist diese leider auch überall zu finden und zu spüren. Ich kann mich bei diesem Gefühl immer kaum zusammenreißen. Wenn ich in einer Gruppe bin und merke das Jemand ausgeschlossen wird bin ich sofort enttäuscht. Ich frage mich innerlich, wieso eine Person so schnell von den Anderen ausgeschlossen wird. Es werden kaum Chancen gegeben und die meisten sind zudem auch noch voreingenommen. Freundinnen tauschen sich untereinander über eine Person aus und die Wahrheit, die die Freundin über diese Person hat wird automatisch auch die Wahrheit der anderen Freundin, obwohl diese noch nie ein Wort mit der anderen Person gewechselt hat. So etwas kann ich kaum ertragen. Es gibt auch genug Personen die eine vorgefertigte Meinung über mich haben. Ich kann sehr gut damit umgehen, wenn Jemand mich nicht mag. Denn es ist mir klar, bewusst und verständlich, dass ich nicht „Everybodys Darling“ sein kann. Natürlich möchten wir alle beliebt sein, aber wenn du eine Unterhaltung mit mir führst, mir eine faire Chance gibst und mich dann halt einfach nicht magst kann ich da wunderbar mit umgehen. Viel besser sogar, als wenn du so tun würdest, als ob du mich magst. Dennoch gibt es viele, die noch nie mit mir gesprochen haben und mich nicht mögen, wie ist das möglich?

Der bestimmte Satz

In meinem Artikel Warum ruft er nicht an habe ich dir von der Szene zwischen Meredith und John erzählt, wie der bestimmte falsche Satz das schöne Date zunichte macht. Diesen Satz können wir aber auch auf Freundschaften und alle neuen Bekanntschaften anwenden. Wir lernen ja alle gerne neue Leute kennen und treffen uns. Egal wie gut es läuft sagst du diesen einen bestimmten Satz, der durchblicken lässt das deine Wertvorstellung nicht mit der, der anderen Person übereinstimmt war es das. Nur das du niemals erfahren wirst, welcher Satz es nun gewesen ist.  Mir zeigt das nur wieder, wie oberflächlich die Gesellschaft doch ist, wenn ich nur einen bestimmten Satz sagen muss, um Beziehungen jeglicher Art zu beenden. Mir wird ja nicht einmal mehr die Gelegenheit gegeben meine Geschichte zu erzählen, die hinter diesem Satz steckt.

Ich selbst habe auch andere Moral-und Wertvorstellungen als meine Freunde. Aber ich kenne und interessiere mich für ihre Geschichten und kann dadurch verstehen, wieso ihre Moral und ihre Werte da anders sind als meine.

Der Artikel Warum Empathen sich seltsam verhalten um unauthentische Menschen herum gibt sehr gut mein seltsames Verhalten wieder und hat mich wirklich nachdenklich gemacht und dazu bewogen diesen Artikel hier zu schreiben.

Ich finde mich auch deutlich in der Aufstellung wieder welche Situationen mich erschöpfen und wie ich auf diese bestimmten Situationen reagiere.

Es ist wichtig sich selbst zu kennen

Wir strahlen alle unbewusst Gefühle aus, weil wir uns selbst nicht kennen. Auch verletzen wir andere genau aus diesem Grund. Und hier schließt sich der Kreis.

Wenn ich mich selbst nicht kenne, wie kann ich dann in der Lage sein andere richtig zu kennen?

Oftmals reflektiere ich ja nur meine Schwächen auf die der Anderen und bilde mir meine Wahrheit, über die Person. Auch kannst du niemals authentisch sein, wenn du dich selbst nicht kennst und das wiederum macht mir persönlich den richtigen Umgang mit dir unmöglich. Es wird mich immer fern von dir halten.

Ich kann dir hier nur nochmal ans Herz legen; nimm dir Zeit für dich und vielleicht hilft dir ja auch die Blogparade „1000 Fragen an dich selbst“, wo ich selbst nicht nur mitmache, sondern auch alle zwei Wochen einen neuen Artikel mit den weiteren Fragen veröffentliche!

Das Rezept die Dinge nicht persönlich zu nehmen

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob ich das Rezept, wie ich nicht mehr alles persönlich nehme gefunden habe. Ich habe gerührt, gemixt und nochmals gerührt und musste leider feststellen, dass es so ein Rezept für mich nicht gibt. Als hochsensible Person gibt es nur die Strategie sich komplett auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen, da durch die eigene hochsensible Eigenschaft die Verlässlichkeit dessen genau gegeben ist. Aber auch das fällt mir schwer, da dies nicht meiner Moralvorstellung entspricht, sich erst einmal die Geschichte der Person anzuhören. Anscheinend ist es für mich dennoch besser mir nicht alle Geschichten anzuhören.

Bist du auch Hochsensibel oder hast du dich vielleicht schon oft über das seltsame Verhalten von Hochsensiblen Menschen gewundert?

Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar!

Deine Janine