Du bist immer die Idee von dir selbst

Du bist immer die Idee von dir selbst – einer meiner Leitsätze. Doch was meine ich damit eigentlich genau? Es gibt so viele schöne Worte in Sätze zusammengepackt, die uns inspirieren und Spielraum für Interpretation geben. Und hier nun meine Interpretation von mir für dich dazu, warum es mein Leitsatz ist. Angeknüpft an meine Philosophie, dass wir unsere eigene Geschichte selbst schreiben, wenn wir uns nur trauen, den Stift in die Hand zu nehmen.

Stell dir vor, du sitzt an einem Tisch. Vor dir liegt ein leeres Blatt Papier. In deiner Hand spürst du das Gewicht des Stifts. Es ist still. Ein kleiner Moment des Zögerns – „Wo fange ich an?“ – doch dann atmest du tief ein. Du setzt die Spitze des Stifts auf das Papier. Die erste Linie ist zaghaft, dann ein Satz. Und plötzlich fließt es. Alte Glaubenssätze werden sichtbar, Wünsche und Träume, die lange geschlummert haben, erscheinen auf dem Papier. Du merkst: Du bist nicht länger nur die Idee, die andere über dich hatten. Du bist die Autorin deiner eigenen Geschichte.

So begann auch meine eigene Geschichte – die erste Seite:

„Es ist ein sonniger, milder Herbsttag. Ich sitze am Tisch mit meinem Lieblingsstift in der Hand und beginne nun die erste Seite meiner Geschichte zu schreiben. Gemütlichkeit ist mir wichtig, ich nehme noch einen Schluck meines Lieblingstees und beginne zu schreiben. Ich habe meine Geschichte noch einmal Revue passieren lassen. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wie fremdbestimmt ich war, wie ich mich habe steuern und beeinflussen lassen. Doch jetzt habe ich den Stift, und ich gebe ihn auch nicht wieder her. Überlegend sitze ich da und aufeinmal sprudelt es aus mir heraus meine Gedanken sind viel schneller, als mein Stift es fassen kann. Alles was so tief in mir verborgen gewesen ist möchte gleichzeitig an die Oberfläche, Moment ich muss mich sortieren ich konzentriere mich auf das, was ich kann und das ist; strukturieren, fokusieren, fühlen und auch träumen. Meine Hand schreibt weiter meine Werte; Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit auf den Weg zur Authentizität, Emphatie auf den Weg zur Herzensnähe, Entschlossenheit ich muss nur noch meinen Mut finden, Selbstreflexion manchmal ist weniger mehr, Tiefe und Sinnhaftigkeit, Freiheit ich spüre meinen Freigeist in mir, verantwortungsbewusst, ich fühle meine sensible Seite und finde immer mehr den Mut diese auch zu zeigen und als Stärke zu sehen. Beim Schreiben auf einmal wie ein grelles Licht, ein Blitz und da ist es; Ich bin eine Heldin, eine Geschäftsführerin in Ermutigung und Empathie. Weg ist das Licht wieder doch die Worte bleiben. Doch aber was soll das bedeuten? Wie kann ich diesen Worten gerecht werden? Wie kann ich das sein? Ja, ich bin sehr sensibel und tiefgründig, auch wenn ich nach außen das Gefühl gebe, viel abzukönnen. Ich liebe es, wenn jeder das Gefühl hat, mir alles sagen zu können. Doch was bedeutet das wirklich? Möchte ich wirklich mit jedem meine kostbare Zeit verbringen? Möchte ich jedem meine Energie schenken? Nein. Ich mache mich auf den Weg, andere zu finden, wie mich – oder noch besser: ich lasse mich finden. Meine Geschichte beginnt wie die Geschichte des letzten Einhorns, mit dem Gefühl und der Frage, ob ich wirklich die Letzte bin.“

Übung für dich – deine eigene Hauptfigur erschaffen

  1. Nimm dir ein Blatt Papier oder ein Notizbuch. Schreibe oben: „Meine Hauptfigur – Ich selbst“.
  2. Beschreibe dich ausführlich, so, wie du die Heldin deines eigenen Romans beschreiben würdest:
  3. Schreibe, welche Ziele, Wünsche und Träume diese Hauptfigur hat.
  4. Ergänze eine Szene, wie du deine Geschichte beginnst – ein Tag, ein Moment, ein Gefühl, der erste Schritt auf dem Weg zu deiner Idee von dir selbst.

Wenn du diese Übung machst, entsteht nicht nur ein Bild von dir, sondern ein lebendiges Verständnis: Wer bist du, wenn du wirklich du selbst bist? Welche Version von dir willst du leben? Und was darf heute der erste Satz deiner Geschichte sein?

Setze den Stift an. Schreibe los. Deine Geschichte wartet – und sie wird spannender, als du es dir jetzt vorstellen kannst.

Das Herz will was das Herz will

Die Liebe kennt keine gesellschaftlichen Regeln. Warum auch? Liebe ist nicht einfach nur ein Gefühl, was genauso schnell wieder geht, wie es gekommen ist. Nein – Liebe ist komplex und vielschichtig. Du kannst dir nicht einmal aussuchen für welche Person du eine starke Anziehung und Leidenschaft empfindest und genau das ist der Punkt, das Gefühl was viele übersehen, vielleicht deswegen, weil sie es selbst noch nicht gefühlt haben? Ich weiß es nicht.

Romantische Liebe kann intensiv sein und dein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Und dann kommen die Kopfmenschen daher und reden uns ein, wir seien verrückt, egoistisch oder gar bösartig.

Doch das Herz will was das Herz will…

Jetzt mal wirklich Hand aufs Herz und ganz ganz ehrlich. Deine Entscheidungen, die du aus Liebe getroffen hast, waren die noch nie verrückt oder gar egoistisch und vorallem weit entfernt von jeglicher Logik? Ich weiß es gibt so einige Menschen die mir jetzt mit dem nie antworten, obwohl wir alle wissen; sag niemals nie…

Hierzu möchte ich jetzt gerne mal die seit inzwischen 30 Jahre alte umstrittene Triangel Seriensituation aus Beverly Hills 90210 nehmen – Brenda/Dylan/Kelly. Diese Triangel Diskussion besteht seit 30 Jahren es gibt das Team Brenda & Dylan und das Team Kelly & Dylan. Gerade heute habe ich bei einer Facebookdiskussion dazu mitgemacht, faszinierend wie uns diese Geschichte nach alle den Jahren immer noch bewegt und auch die Meinungen dazu felsenfest stehen.

Ich hole dich mal kurz ab falls du gerade keine Ahnung hast wovon ich rede. Brenda und Kelly sind beste Freundinnen. Dylan ist mit Brenda zusammen. Doch dann kam der Sommer, der alles veränderte. Brenda fuhr alleine nach Paris und Kelly und Dylan verbrachten den Sommer zusammen, als Freunde, bis sie sich schließlich ineinander verliebten. Da wir ja alle planen in wen wir uns verlieben *Ironie aus* war die Aufregung von Team Brenda/Dylan riesig. „Wie konnten sie nur!“ Und jetzt Jahre später: „Wie konnte sie (Kelly) nur?“ Ja Kelly hat sich mit vollem Herzen in Dylan verliebt und ist der Liebe wegen jetzt ein bösartiger Mensch, die es geplant hat ihrer besten Freundin den Freund wegzunehmen. Der Mann hat natürlich wie immer nichts zu melden, als Objekt der Begierde einfach mal völlig frei von Schuld.

Meine Meinung mein Kommentar dazu:

Der Streit darüber, was Kelly getan hat, ist teilweise lächerlich. Was hat Dylan getan? Und was hat Brenda getan? Keiner kann seine Gefühle kontrollieren, nur weil Kelly das Pech hatte, Gefühle für den Freund ihrer besten Freundin zu entwickeln, ist sie die Böse? Sie hatte auch das größte schlechte Gewissen und versuchte, es zu bekämpfen. Und Dylan hat es ihr nicht leicht gemacht, wo war sein Gewissen? Und Brenda? Sie darf sich in Paris eine Liebespause von Dylan gönnen und gleichzeitig Rick anlügen – das ist doch nichts, wir dürfen jeden verletzen, nur nicht unsere beste Freundin.

Viele stimmten dem Kommentar zu doch ein Kommentar hat mich total fasziniert: „Sag einfach, dass du es auch getan hast!“ Meine Antwort darauf:

„Nur weil ich mich hineindenken kann, heißt das nicht, dass ich es getan habe. Das habe ich nicht. Im Gegenteil, ich habe damals meine beste Freundin verloren, weil ich mit ihrem Freund nicht zurechtkam. Das ist eine andere Geschichte. Aber ich gebe zu, ich bin nicht perfekt, und ich hätte nicht ausschließen können, dass ich es geschafft hätte, meine Gefühle zu unterdrücken, wenn mir so etwas passiert wäre. Es ist auch eine Frage, ob ich es will. Die Liebe ist stark. Kennst du das Gefühl?“

Ja und genau das ist meine persönliche Meinung dazu. Möchte ich in so eine Situation kommen? Nein! Auch bin ich dankbar dafür, dass ich nie in solche einer Situation war. Doch ich sage dir hier offen und ehrlich, wenn mein Herz will, was mein Herz will werde ich mich für die Liebe entscheiden. Natürlich möglichst offen und ehrlich. Nur ist meistens vor einem ehrlichen Gespräch die Liebe bereits da und ein Kuss kündigt sich vorher nicht an, so dass ich ihn planen und erst einmal darüber sprechen kann. Es sind Sekunden, die alles verändern.

Und wie stehe ich zu dem Thema Gefühle für mein Umfeld unterdrücken? Für wen soll das gut sein? Ich unterdrücke werde dadurch unglücklich und krank und muss ständig lügen, er darf seiner wahren Liebe nicht zu nahe kommen, weil seine vorherige Liebe dadurch verletzt wird und seine vorherige Liebe denkt sie ist noch die wahre Liebe und hat eine echte beste Freundin an ihrer Seite. Diese Scheinwelt soll es sein? Für den Frieden? Ich sehe da keinen Frieden, sondern nichts als Lügen.

Das Herz will, was das Herz will und das nicht ohne Grund. Es steckt keine böse Absicht dahinter, sondern Liebe. Und echte, wahre Liebe da ist es gar nicht möglich, das jemand Anderes oder gar die beste Freundin dazwischen kommt.

Wie siehst du das? Schreibe es gerne in die Kommentare

Kränkung

Hast du dich schon oft gekränkt gefühlt? Ich weiß noch genau, wie sich das anfühlt, wie verletzt ich war. Eine innere Fassungslosigkeit breitete sich in mir aus, weil ich nicht verstehen konnte, wieso diese Person mich so kränken musste. Die Kränkung ist eine Interaktion deren Kränkungsprozess sich aber ganz individuell gestaltet. Es kommt ganz auf den Empfänger der Botschaft an, ob diese überhaupt als Kränkung gesehen wird. Deswegen ist es fast unmöglich Kränkungen gänzlich zu vermeiden. Trotzdem hätte ich mir oft mehr Einfühlungsvermögen und Empathie gewünscht und ich bin auch der Meinung, dass wir mehr Kränkungen dadurch vermeiden könnten. Vorher überlegen, was wir sagen und sich in die Person, der man die Botschaft zukommen lassen will, vorher reindenken.

„Die Empathie wird das Entscheidende für das Überleben der Menschheit sein, alles andere können Computer ja schon besser als wir. „Stephen Hawking

Manchmal bin ich mir bei Hawkings Aussage nicht so sicher, natürlich hat er Recht, denn schließlich unterscheidet uns genau das von den Maschinen. Nur habe ich persönlich das Gefühl, dass sehr viele Menschen auch nur noch funktionieren, wie Maschinen und die Empathie immer mehr verlernen, weil sie genau diese vernachlässigen. Das was uns stark macht, was uns ausmacht, dafür scheint keine Zeit mehr zu sein.

Ich glaube der realistische „Aufstand der Maschinen“ ist die dadurch entstandene Schnelllebigkeit.

Denn immer schneller, immer höher und immer weiter hat seinen Preis. Die Technik gibt uns sehr viele Möglichkeiten und eigentlich erfinden wir Menschen ständig Maschinen, die uns das Leben leichter machen, damit wir mehr Zeit haben. Viele Arbeiten fallen uns leichter, doch mehr Zeit haben wir dadurch leider nicht, nur mehr Möglichkeiten. Und Gefühle, Emotionen, Empathie – das alles braucht Zeit. Wir können das Kennenlernen von Personen nicht abkürzen – Gefühle und Empfindungen brauchen Raum und Zeit. Auch bin ich fest der Überzeugung, dass wenn wir uns alle diesen Raum und diese Zeit geben würden, unsere sozialen Interaktionen wieder einen Schritt nach vorne, statt zurück machen würden. Aber naja, wer nimmt sich schon die Zeit darüber nachzudenken? Wer nimmt sich Zeit diesen Artikel in Ruhe zu lesen? Und wer nimmt sich letztendlich die Zeit vorher darüber nachzudenken, was er zu wem sagt und welche Auswirkungen das haben könnte? Natürlich überspitze ich es jetzt ein wenig, wenn ich davon träume, dass jeder erst denkt und dann spricht, natürlich können wir nicht jede kleine Äußerung vorher genau zerdenken, aber ein bisschen Empathie und Verständnis sollte sich jeder in seinen „Gesprächsrucksack“ packen. Sich einfach mal viel öfter in die Lage des anderen versetzen.

Es gibt viele Tipps, wie du selbst Kränkungen gegenüberstehen kannst und deinen Frieden damit schließen sollst. Raus, aus der Opferrolle, so heißt es. Natürlich, wo kein wunder Punkt, da auch keine Kränkung, aber ich denke nicht, dass wir uns komplett frei von unseren wunden Punkten und damit unangreifbar machen können. Natürlich gehören immer zwei dazu und wir selbst sollten, wenn wir uns gekränkt fühlen unsere Opferrolle, die dadurch entstanden ist, nicht akzeptieren. Ja ich bin gekränkt, ich fühle mich auch heute des Öfteren noch gekränkt, aber ich gehe nicht mehr in die Opferrolle und rette mein Selbstbewusstsein mit selbstbewusstem Verhalten, indem ich die Person, die mich gerade gekränkt hat darauf hinweise. Ich stehe quasi zu meinem wunden Punkt und bitte die Person in Zukunft darauf Rücksicht zu nehmen. Meine Erfahrungen damit sind wirklich sehr positiv, weil die angesprochene Person dadurch das tut, was sie vorher leider nicht gemacht hat, sie denkt über mich nach.

Mein Gefühl sagt mir, dass wiederkehrende Kränkungen eine Vorstufe von Mobbing sind. Ich meine wir kenne es doch alle oder? Auf unserem wunden Punkt wird immer und immer wieder rumgehackt, bis sich im schlimmsten Fall mehrere Personen zusammentun und nicht damit aufhören. Als wird förmlich nach der Schwäche gesucht, nach etwas, was einem persönlich trifft, um dann das Selbstwertgefühl zu schwächen. In der Schulzeit ist es laut meiner Erfahrung wirklich am schlimmsten, ich wurde da immer und immer wieder aufs Neue gekränkt und das nicht nur von den Mitschülern, nein es fing alles bei den Lehrern an und das ist das, was mich bis heute immer noch zutiefst kränkt und enttäuscht, denn einige Kränkungen bleiben für immer.

Ich frage mich eigentlich auch immer welches Ziel diese Person mir gegenüber jetzt gerade mit dieser Botschaft verfolgt. Wenn ich also immer davon ausgehen soll, dass die Person das ja nicht mit Absicht macht und sie ja vorher meinen wunden Punkt nicht wissen kann und es meine individuelle Empfindung ist, wie ich diese Botschaft für mich aufnehme, so fühle ich mich eigentlich meistens dadurch gekränkt, dass aus dieser Botschaft nichts anderes entstehen kann, außer eine Kränkung. Mir wurde damals so oft gesagt, dass ich zu dünn sei. Was löst diese Botschaft also aus? In mir ganz klar ein geringeres Selbstwertgefühl und eine tiefe Kränkung. Doch was bringt es nun der Person, die es ausgesprochen hat? Fühlt sie sich jetzt besser? Denkt sie, das sie mir mit dieser Aussage hilft? Soll meine Antwort darauf „ok“ lauten und soll ich daraufhin anfangen mein Essverhalten dahingehend zu verändern das ich eine für die Person angemessenere Figur bekomme? Ist dieser Person überhaupt bewusst, dass wir alle unterschiedliche Veranlagungen haben und es sogar Menschen gibt, denen es schwerfällt zuzunehmen und das ich mich als Kind noch im Wachstum befinde? Oder kann ich doch davon ausgehen, dass die Person es nicht gut mit mir meint. Vielleicht von Neid oder anderen persönlichen und negativen Empfindungen mir gegenüber beeinflußt ist?

Warum drüberstehen und es nicht so ernst nehmen nicht für jeden leicht ist.

Aus der Opferrolle rausgehen, sich nicht mehr kränken lassen, drüberstehen und akzeptieren, dass die andere Person es nicht böse gemeint hat. Es ist doch ganz einfach die Kränkung auszulöschen. Eben nicht. Denn meine Empfindungen gehören zu mir und lassen sich nicht ausschalten das würde ja bedeuten mich auszuschalten. Dann bin ich vielleicht nie wieder gekränkt aber auch nicht mehr ich selbst. Wir kommen an der Empathie und dem gegenseitigem Verständnis – am Mensch sein, einfach nicht vorbei. Wir können unseren Charakter nicht einfach umprogrammieren.

Auch wenn ich vielleicht ein Typ wäre, der eine hohe Widerstandskraft gegenüber Kränkungen hat, so darf ich nicht davon ausgehen, dass diese Widerstandskraft allen gegeben ist. Tatsächlich gibt es nämlich vier verschiedene Kränkungstypen. Wenn du zu den Kränkungstypen mehr wissen möchtest dann schau mal hier vorbei.

Mein Schlusswort

Es gibt Kränkungen, die so tief sitzen, dass sie unser ganzes Leben beeinflußen, weil wir die dadurch entstandene Wut nicht loswerden. Bei vielen Erwachsenen, die ein oder mehrere Kränkungen in der Schulzeit erfahren haben höre ich heute noch den typischen Satz: „Jetzt bin ich dran!“ Hierbei handelt es sich um die tief sitzende Wut, die letztendlich nie richtig verarbeitet wurde.

Also vergiss deinen Rucksack voller Empathie und Verständis bitte nicht!

Ich danke dir dafür!

Deine Janine

Die Hochzeitsrede, die ich nie gehalten habe…

Es gibt eine Hochzeitsrede, die ich nie gehalten habe und eine Hochzeitsfeier, die ich nie gefeiert habe…

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit und in meinem Kopf habe ich eine Rede gehalten. Zunächst mal musst du wissen, dass ich keine große Redenschwingerin bin und auch noch nie freiwillig eine Rede gehalten habe. Ich habe diese Rede nicht gehalten, weil sie nicht speziell auf diese Hochzeit gehörte, auch würde ich diese Rede nicht nur Hochzeiten zuordnen.

Liebe Gäste,

wir sind heute alle hier, um die Liebe zu feiern oder? Mit einem neugierigen Blick schaue ich in die Runde, bevor ich fortfahre. Vielleicht fragt ihr euch ja jetzt, wieso mein erster Satz mit einer Frage beginnt. Ich muss euch leider sagen, dass ich in diesem Raum leider kaum Liebe spüre. Ich nehme hier die Gefühle, Gehässigkeit, Neid, Pflichtgefühl und teilweise auch abwertende Gefühle wahr. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Menschen nur zusammenkommen, wenn ihnen etwas geboten wird. Gutes Essen und gute Getränke stehen im Vordergrund und weit vor der Nächstenliebe. Ich könnte jetzt erneut in die Runde blicken, aber dort würde ich dann in die oberflächlichen, verständnislosen Gesichter blicken, die mir glaubhaft machen wollen, das meine Wahrnehmung falsch ist. Aber es ist meine Wahrheit, eure vermag ich weder zu kennen noch zu beurteilen. Ich bin heute hier, weil die Menschen, die ich liebe, etwas zu feiern haben und hätten sie dies ausschließlich mit Wasser und Brot getan, hätte dies weder meine Gefühle für sie noch meine Laune auf der Feier beeinträchtigt. Ich bin hier um Ihretwillen. Ich bin hier um mit Ihnen diesen wunderschönen Moment zu erleben und um mich für sie und mit Ihnen zu freuen. Wer von euch kann mir da mit reinem Gewissen zustimmen? Ich schaue kurz in die Runde, bevor ich den Raum für einige Minuten verlasse, um mich zu sammeln.

Was hat mich dazu veranlasst so eine Rede zu schreiben? Die letzten Feiern, die ich persönlich gegeben habe. Denke ich daran zurück, ging es immer nur darum, die Sonderwünsche jedes Einzelnen zu erfüllen, damit die Person an meiner Feier teilnimmt. Es geht nicht darum eine gute Gastgeberin zu sein, natürlich erfülle ich auch gerne mal den ein oder anderen Wunsch und Frage ja auch danach. Dennoch geht es um die Art und Weise, um die Selbstverständlichkeit und auch darum, dass es teilweise gefordert wird. Auf meinen Feiern war ich eigentlich nur noch Kellnerin und Köchin, aber nicht die, die gefeiert wird. Es ging so gar schon so weit, das mich auf meiner Feier eigentlich auch niemand so wirklich vermisst hätte, zumindest wäre der Alkohol eher und mehr vermisst wurden, als ich. Nach meinen Feiern, war ich oft sehr nachdenklich und traurig sie taten mir nicht mehr gut.

Deswegen hörte ich auf zu feiern.

Als junges Mädchen habe ich mir natürlich mehrmals meine eigene Hochzeit vorgestellt. Ich trug ein Prinzessinnenkleid, um mich herum standen freudestrahlende Gäste und alles, was ich an dem Tag fühlte war Liebe. Tatsächlich habe ich auf meiner Hochzeit nur Liebe gefühlt, aber die Feier dazu gab es nicht. Um nur Liebe zu fühlen haben mein Mann und ich entschieden alleine zu heiraten. Wir wollten uns das Gefühl von äußeren, Einflüssen nicht kaputt machen lassen. Natürlich liegt es hauptsächlich an uns selbst, weil wir halt fühlen, wie wir fühlen und auch einfach zu viel fühlen. Aber das wussten wir und wir sind bis heute sehr glücklich über unsere Entscheidung.

Brautpaar

Gibt es eine Hochzeit, über die nicht gelästert wird?

Vor der Hochzeitsfeier und nach der Hochzeitsfeier gibt es immer Gerede. Ich persönlich ertrage diese Gerede nicht und mich bestätigt das immer wieder, dass ich so froh bin, mir das nicht angetan zu haben.

Es fängt bei der Sitzordnung an und hört bei dem Brautpaar auf. Alles wird in Frage gestellt. Der Ort, der Preis, die Größe, das Essen, die Gästeauswahl und der Grund für die Hochzeit. Während du deine Hochzeit so planst, wie du möchtest trudeln immer wieder Nachrichten von den eingeladenen Gästen mit „gut gemeinten Ratschlägen“ und „Beschwerden“ ein. Dir wird mitgeteilt, welche Getränke auf keinen Fall fehlen dürfen, welches Essen nicht den Geschmack trifft und wer nicht neben wem sitzen möchte. Spätestens dann, wenn ich solche Nachrichten in Bezug auf meine Hochzeitsfeier (wenn ich denn eine Feier geplant hätte) erhalten hätte, hätte ich wirklich so einige und einiges in Frage gestellt. Da wären bei mir garantiert einige Schlüsselmomente bei herausgekommen.

Ja ich bin sensibel, dieses Thema spreche ich nochmal separat in einem anderen Artikel an, bei dem es um Empathie geht. Ich weiß das es für mich immer etwas schlimmer ist, als für manch anderen und darauf reagiere ich jetzt. Dennoch weiß ich, dass es niemanden gibt, der sich da nicht zumindest ein bisschen drüber aufregt.

Nun frage ich mich was passiert ist? Wann haben wir angefangen den Sinn von den Feiern zu vergessen? Wann haben wir damit angefangen Einladungen als lästig anzusehen und nur wahrzunehmen, wenn es für uns einen persönlichen Anreiz gibt? Und seit wann nehmen wir es uns heraus eine Feier von Jemand anderen so gestalten zu wollen, wie wir es gerne hätten? Und das Allerwichtigste – wann ist die Wertschätzung verloren gegangen?

Ich weiß, dass einige aus den von mir genannten Gründen und Empfindungen ebenfalls nicht mehr feiern.

Dennoch freue ich mich weiter über eine Einladung von denen, die noch nicht aufgegeben haben, die das Ganze vielleicht einfach nicht persönlich nehmen und bin gerne da um Ihretwillen und um mit Ihnen das zu feiern, was sie glücklich macht und um schöne Momente zusammen zu verbringen.

Vielleicht habe ich ja irgendwann auch wieder das Gefühl das es an der Zeit ist zu feiern und vielleicht werde ich dann ja auch positiv überrascht.

Sage niemals nie!

Wie sind deine Erfahrungen und Empfindungen, wenn du eine Feier gibst? Ich bin auf deinen Kommentar gespannt!

Bis dahin wünsche ich dir wundervolle Momente mit deinen Liebsten und das du nie vergisst, worum es wirklich geht!

Deine Janine

Einzelkämpfer

Wir stehen alle vor den Stufen des Lebens. Jede Stufe hält etwas für uns bereit, für Jeden etwas Anderes und dennoch haben wir alle dasselbe Ziel, die Stufe ganz oben zu erreichen.

Gemeinsam stehen wir dort reichen uns die Hände für die ersten Stufen, freuen uns für die, die schon eine Stufe weiter sind. Motivieren uns gegenseitig, helfen uns auf, wenn wir fallen. Wir sind ein Team, beinahe unbesiegbar. Und erklimmen problemlos Stufe für Stufe.

Doch es ist nur eine Frage der Zeit einige kommen in einem sagenhaften Tempo nach oben, andere bleiben auf der Strecke. Individualität Jeder hat andere Stärken und Schwächen, die einen haben mehr Stärken, als Schwächen und andere Wiederum mehr Schwächen, als Stärken. Das führt zu Emotionen.

Hierzu fällt mir ein viel zitierter Satz der beiden Emotionsforscher James Russell und Ernst Fehr ein…

„Jeder weiß, was eine Emotion ist, bis er gebeten wird, eine Definition dafür zu geben.“

Ich möchte jetzt aber nicht in die Emotionsforschung einsteigen ;). Es ist nur so, das uns bestimmte Emotionen ausmachen und viele von uns genau diese unterdrücken wollen zum Beispiel, weil sie sich mit Anderen vergleichen. Emotionen lassen sich aber nicht gerne unterdrücken, weswegen genau das dann Konsequenzen nach sich zieht. Dies könnte unter Anderem erklären, warum einige stärker, als andere sind – so I think.

Also die Emotionen kochen, hoch, werden unterdrückt und eine Konsequenz ist dann die entstehende Wut, eigentlich auf sich selbst, kanalisieren wir diese einfach auf die, die besser sind als wir. Und da haben wir ihn den Konkurrenzkampf. Nun geht niemand mehr die Stufen gemeinsam weiter. Nicht nur das Jeder nun ganz alleine Stufe für Stufe zu erklimmen versucht, einige gönnen niemandem außer sich selbst, überhaupt nur eine Stufe weiterzukommen und versuchen auch da gegen an zu arbeiten. Aus Freunden werden Gegner. Und die Krugs dabei ist, dass dadurch der Schubser auch nicht weiterkommt im Gegenteil er wird selbst irgendwann stolpern, fallen und nie die oberste Stufe erreichen.

Ergebnis nicht jeder erreicht die höchste Stufe, die das eigene Glück widerspiegeln soll. Stattdessen sind einige oben und einige unten, was alle gemeinsam haben, dass sie gemeinsam, einsam sind.

Erfolg macht einsam.

Möchte man wirklich unter den Umständen erfolgreich sein?

Mein Happy End hätte vorgesehen die eigenen Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern sie zu verstehen und zu ihnen zu stehen. Nicht ganz einfach aber nur kurzfristig gedacht, langfristig würden alle die letzte Stufe erreichen und auf ihre emotionale Art glücklich sein.

Aber das ist ja jetzt kein Vorwurf. Lernen wir es nicht genauso? Konkurrenzkampf sei gut, belebe das Geschäft? Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Schulzeit, selbst dort war schon kein Team mehr zu erkennen, sondern nur noch Konkurrenzkampf, einer der Gründe, wieso ich nie gerne zur Schule gegangen bin.

Im Berufsleben greif dann der Satz „Wissen ist Macht!“ Was oft dazu führt das Wissen nicht mehr miteinander geteilt wird, weil der eigene Vorteil dann verloren gehen würde. Wissen muss geteilt werden, denn teilen steht für Fürsorge und Mitgefühl oder einfacher gesagt für Liebe.

Wenn niemand teilen würde, wie soll dann etwas Großes entstehen?

Von Natur aus liegt uns das Teilen im Blut und das ist auch das Erste, was wir unseren Kindern beibringen. Aber heute wird uns oft das Gegenteil vermittelt, weil vielleicht eine starke Gesellschaft nicht mehr gewollt ist? Was könnten wir zusammen alles verändern? Denkt mal darüber nach.

Was ich bin? Ich bin eine unfreiwillige Einzelkämpferin. So geht es wahrscheinlich vielen. Ich habe oft versucht zusammen etwas zu erreichen, wurde dann aber immer wieder aufs Neue enttäuscht.

Das Leben funktioniert nicht ohne Vertrauen!

Umso mehr Enttäuschungen jeder Einzelne von uns erlebt, umso emotionsloser wird er. Aber man wird ja nicht wirklich emotionslos, Emotionen, wie ich schon erwähnte, lassen sich nicht verdrängen, sie gehen halt woanders hin und äußern sich Beispielsweise auch in der Gesundheit, vielleicht bekommt man Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen oder, oder oder. Kompensieren unsere Emotionen anders, wir schalten sozusagen unseren Kanal um. Besser geht es uns dadurch nicht, aber es ist halt eine natürliche Schutzfunktion um nicht immer und immer wieder verarscht zu werden.

Ich schalte meine Emotionen nicht aus, bzw. ich versuche es auch gar nicht erst, weil ich es eh nicht schaffe. Auch gehe ich in neue Bekanntschaften immer mit Emotionen aber wachsam. Meine Emotionen sind sofort da, mein Vertrauen muss wachsen. Und natürlich werde ich dadurch immer wieder aufs Neue enttäuscht. Einzig schützen tue ich mich über den Zeitraum. Ich löse mich schneller von Personen, die meine Emotionen, mein Herz, meiner Meinung nach nicht verdienen. Mich sozusagen meine erklommenen Stufen runterschubsen wollen. Es ist dann wie ein Pflaster, welches ich schnell abziehe, so dass der Schmerz schnell vorüber geht.

Tja es funktioniert halt nicht ohne Vertrauen ohne Emotionen. Und deswegen suche und schätze ich die Freunde, die mit mir gemeinsam einen Weg mit Vertrauen und Emotionen gehen. Genauso suche ich nach einem Team, welches auf der Arbeitsebene genauso funktioniert. Hierfür muss aber die Firma schon die nötigen Grundvoraussetzungen haben, was ja bei 80% nicht der Fall ist. In den meisten Fällen werden ja lieber Einzelkämpfer ausgesucht, weil die an dem System, so wie es ist, nichts ändern können.

Was, wenn ich euch sage ich habe so eine Firma gefunden würdet ihr es glauben?

Selbst, wenn ihr es glauben würdet, wäre es für mich auch da wieder schwer das Team zu finden, wo ich gerne als Teamplayerin durchstarte, denn dafür benötige ich die Zutaten Nächstenliebe und Vertrauen, kein Diplom, Master oder sonst irgendwelche Scheine könnten und werden mich je beeindrucken. Mich beeindruckt einfach nur das Menschliche.

Wer bringt diese Voraussetzungen mit?

Be Continued…..

Hier der Beitrag als Podcast:

Was wenn ich niemanden lieben kann (der Kuss)

Ich habe diesen Raum betreten weißt du? Und da saß er, unsere Blicke trafen sich und ehe ich mich versah, saßen wir zusammen, gegenüber am selben Tisch schauten uns in die Augen und hielten unsere Hände.

Wie ein Blitz überkam mich das Gefühl, oh bin ich verliebt. Ich konnte es kaum erwarten ihn wiederzusehen, mein Herz raste vor dem ersten Treffen.

Ich vermute das der Kuss eine größere Rolle spielt als wir denken

Es geht nicht, darum, ob der Kuss gut oder schlecht ist. Es geht darum, ob der Kuss etwas in dir auslöst. Klar wäre die einfache Definition jetzt der gute Kuss. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es bei diesem Kuss nicht um Leistung geht, weil jemand das halt einfach drauf hat, nein, sondern das es der eine, bestimmte Kuss, sein muss um sich zu verlieben.

Also wie fühlte ich mich nach dem ersten Kuss?

Wir trafen uns, wir waren aufgeregt, unterhielten uns und dachten die ganze Zeit dasselbe, das wir uns küssen wollen. Die Blicke waren klar und schließlich küssten wir uns, doch es ist nichts passiert. Das Kribbeln in meinem Bauch wurde durch den Kuss nicht stärker, sondern schwächer.

Wir verbrachten einen wundervollen Tag zusammen, verstanden uns gut und waren seit diesem Kuss auch zusammen, doch mein Herz war da ganz anderer Meinung und lies mich das auch spüren.

Er rief mich an und wollte mich wiedersehen, ich freute mich darüber, machte mich für ihn zurecht und fuhr zu ihm. Ich saß im Bus und schaute aus dem Fenster, umso näher ich dem Treffen war, umso weniger Freude empfand ich. Freudig begrüßte er mich mit einem Kuss, ich zwang mich zu lächeln. Er schaute mich schief an, fragte, ob alles in Ordnung sei, ich nickte entsprechend. Dieser Tag war weder romantisch, noch wunderschön und ich fuhr nach Hause und war sauer auf mich selbst. „Was stimmt nicht mit dir? Nun hast du jemanden gefunden der lieb und nett ist und es endlich ernst mit dir zu meinen scheint und du bist genervt,“ schimpfte ich mit mir selbst. Schließlich beendet ich die Beziehung mit der Begründung fehlender Gefühle. Danach fühlte ich mich viel besser, ich hatte vorher das Gefühl zu ersticken.

Dies ist eine Geschichte, die sich nicht genauso abgespielt hat. Mit dieser Geschichte möchte ich einfach nur den Anfang und das Ende des nicht Liebens beschreiben. Und woraufhin immer und immer wieder folgende Frage auftaucht: „Was wenn ich niemanden lieben kann?“ Dieser Gedanke absolut unvorstellbar, für jemanden, der doch eigentlich nur genau danach sucht.

Also was stimmte nicht? Die Antwort auf diese Frage ist, das alles in Ordnung ist und alles stimmt. Es ist nur so das nicht jeder Mensch dein Herz berühren kann. Dein Herz geht seinen ganz eigenen Weg, weswegen du dir nicht aussuchen kannst in wen du dich verliebst. Was du falsch gemacht hast? Du wolltest dir aussuchen in wen du dich verliebst ohne auf dein Herz zu hören und das macht dein Herz natürlich nicht mit, denn nur dein Herz weiß welche Art von Liebe du brauchst.

Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die nicht lieben können…

Jeder liebt, nur jeder liebt anders und manch einer lässt die Liebe nicht zu aber sie wird immer da sein. Es ist immer die Frage wie stark deine eigene Liebe ist und ob diese sich schnell durch andere Gefühle wie z.B. Angst unterdrücken lässt.

Der richtige Kuss

Als du mich geküsst hast, war auf einmal alles so klar. Das Kribbeln in meinem Bauch entwickelte sich eher zu einer Explosion und ich hatte das Gefühl, als würde ich schweben. Dieser Kuss hat mein Herz berührt und von da an wusste ich, das ich lieben kann.

Es ist nicht einfach dir zu sagen, was ich empfinde

Ich habe noch nie „Ich liebe dich“ zu jemandem gesagt. Ich habe Angst dir diese Worte zu sagen, was wenn du nicht so empfindest? Ich fühle mich so schwach und ausgeliefert so hilflos. Andererseits macht mich das Gefühl wahnsinnig nicht zu wissen, was du für mich empfindest. Geht es dir genauso? Oder empfindest du einfach nicht dasselbe? Wir trafen uns oft, führten diesen gigantischen Kuss fort doch sagte keiner diese Worte. Nach einiger Zeit fühlte ich mich gekränkt und traurig und so verlief sich diese Beziehung, diese Vielleicht-Liebe, im Sande ohne das ich dir je gesagt habe, was ich für dich empfinde…

Der endlose Anfang

Es beginnt immer gleich und doch fühlt es sich so individuell und besonders an. Zwei Blicke Treffen sich und die damit einhergehende Anziehungskraft ist unvermeidlich. Sein „Hi!“ klingt so sanft und wie Musik in deinen Ohren, seine Worte so charmant, so vertraut und so besonders. Es fühl sich an, als würdest du dich gerade in einem Traum befinden. Fühlt es sich so an? Ist es Liebe auf den ersten Blick? Ist es überhaupt Liebe?

Wunderschön und unkompliziert der Anfang, wie etwas, auf das man sein ganzes Leben lang gewartet hat Stufe 10 in der Schnulzenskala.

Du fängst an tiefgreifende Gespräche mit ihm zu führen und hast das Gefühl dich noch nie so tiefgreifend mit jemandem unterhalten zu haben. Und in dem Moment als du das denkst spricht er es direkt aus: „So jemandem wie dir, bin ich noch nie zuvor begegnet.“ Du möchtest ihn auf der Stelle küssen auch wenn ihr euch gerade mal seit 2 Stunden unterhalten habt. Es passiert aber nichts, eure Blicke sind tief und es knistert gewaltig, dennoch ist eine weitere Annährung unverschämt zögerlich. Der Abend ist zu Ende und jeder geht nach Hause.

Du wälzt dich hin und her, dein Herz schlägt so laut, das du deswegen nicht schlafen kannst die Schmetterlinge im Bauch kämpfen gegen den Ärger an, das du ihm deine Nummer nicht gegeben hast. Noch mehr ärgerst du dich darüber, dass er gar nicht nach deiner Nummer gefragt hat. Was war das bloß?

Eine Tatsache zu dem Beginn der Geschichte habe ich noch verschwiegen. Es handelt sich nicht um eine zufällige Begegnung mit einem Fremden, sondern mit einer Person, mit der du einen gemeinsamen Freund hast. Dir ist das seltsame Verhalten deines Freundes aber überhaupt nicht aufgefallen, da du ja nur Augen für ihn, diesen unheimlich interessanten Mann, hattest. Das dein Freund teilweise eifersüchtig und seltsam reagiert hat, war dir entgangen und eigentlich auch total egal.

Wochen vergehen und du bekommst ihn einfach nicht aus deinem Kopf, nimmst diese Tatsache aber auch nicht so richtig wahr, denn da war ja eigentlich nichts. Bis du dann schließlich eine Nachricht von deinem Freund erhältst in der es um „IHN“ geht. „Ich wollte deine Nummer nicht einfach so rausgeben, auch wenn er mich danach gefragt hat. Zudem wollte ich dir noch sagen das er verheiratet ist. Also soll ich ihm deine Nummer geben oder lieber nicht?“

Du hörst dein Herz immer noch klopfen während du wie in Trance auf dein Handy starrst und ständig das Wort „verheiratet“ wiederholst. Dein Bauch zieht sich zusammen so als würden die Schmetterlinge gerade anfangen sich zu übergeben. Deine Finger fangen an zu tippen, und so als würdest du von außen zusehen, liest du die Worte: „Ja du kannst ihm ruhig meine Nummer geben, lieb das du fragst.“

Es dauert nur Minuten bis du die sehnsüchtig erwartete Nachricht von ihm erhältst. „Hi, ich hoffe es ist ok für dich, dass ich mich bei dir melde, du gingst mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf….“

Beflügelt von Neugier und seinen netten Worten, die süchtig machen, kommt ihr aus dem Schreiben gar nicht mehr heraus und das geht jeden Tag so weiter. Bis er eines Tages vor deiner Tür steht, einfach so. Du zögerst aber die Neugier trägt dich praktisch zu ihm.  „Hi!“ sagt er dir tief in die Augen blickend mit einem Lächeln. „Hi!“ antwortest du zögerlich. „Ich konnte nicht anders, ich wollte dich unbedingt sehen, schlimm?“ Du lächelst nur. Ihr fahrt stundenlang mit dem Auto spazieren und redet über Gott und die Welt, du hast das Gefühl als hättest du dich noch nie so gut gefühlt.

Doch jeder noch so schöne Tag geht einmal vorbei und es wird Zeit sich zu verabschieden. Ihr schnallt euch ab, er beugt sich langsam zu dir rüber und schaut dir tief in die Augen. Seine Lippen nähern sich deinen Lippen doch du ziehst deinen Kopf weg. Er schreckt zurück: „Oh ok tut mir leid, das war jetzt wirklich unangebracht!“ „Allerdings immerhin bist du verheiratet oder hast du das etwa vergessen?“ antwortest du. Er seufzt und dreht mit den Fingern eine Haarsträhne von dir. Dann steigt ihr aus und du machst dich auf den Weg zu deiner Haustür, ohne dich umzudrehen. „Warte!“ hörst du ihn rufen. Dein Verstand bittet dich, fleht dich an einfach weiterzugehen, aber du kannst ihn nicht hören, denn dein Herz schlägt zu laut. Also drehst du dich um er kommt direkt zu dir gelaufen und steht vor dir:“ Ich weiß gar nicht, wie ich mich von dir verabschieden soll.“ Du schaust ihm tief in die Augen, sagst aber nichts. „Ist eine Umarmung ok?“ fragt er. Du nickst zaghaft und ihr umarmt euch, bis ihr euch schließlich küsst….

Und da ist er der Anfang von etwas nur von was?

Tagelang kannst du an nichts Anderes mehr denken, als an Ihn und diesen unglaublichen Kuss. So hat dich noch nie zuvor jemand geküsst. Deine Prinzipien sind dir völlig egal geworden, du würdest alles tun um ihn nochmal so küssen zu dürfen.

Doch leider vergehen Wochen und keine Nachricht von ihm. Du bist voller Sehnsucht, die dich innerlich auffrisst. Du versuchst dein Leben zu leben und versuchst ihn zu vergessen, du gehst aus, lernst andere Männer kennen, unverheiratete Männer, aber keiner ist wie er. Dennoch lässt du dich auf den ein oder Anderen ein, aus Einsamkeit und Wut. Du tust Dinge, die das absolute Gegenteil von dem sind wer du bist und wirst dadurch noch unglücklicher. Bis er wieder auf der Bildfläche erscheint und versucht dich anzurufen. Du hältst dein Handy in der Hand und starrst es regungslos an. Der Anruf ist vorbei und du tust nichts, schaust einfach weiter ungläubig auf dein Telefon. Er schreibt: „Ich habe gerade versucht dich zu erreichen, ich weiß, dass es ein Fehler ist, weswegen ich mich auch nicht mehr bei dir gemeldet habe. Ich habe versucht dich zu vergessen, naja , was soll ich sagen? So sehr ich es auch versuche und mich auf meine Ehe konzentriere, ich kann dich einfach nicht vergessen. Aber wahrscheinlich hast du mich schon längst vergessen.“ Dein Herz macht vor Freude Luftsprünge genau diese Worte wollte es hören. Dein Verstand bremst dein Herz und bringt dich dazu dein Handy wegzulegen, ihn wegzulegen. Doch dein Herz gibt keine Ruhe, es bringt deine Finger dazu zu kribbeln bis du ihm endlich antwortest. Dein Verstand springt dazwischen und schafft es wenigstens deine Antwort zu manipulieren und so schreibst du: „Stimmt, ich habe dich vergessen!“ Damit sollte diese Geschichte nun endgültig zu Ende sein. „Oh, ok dann bleibe ich bei meinem ursprünglichen Plan und versuche weiterhin dich ebenfalls zu vergessen.“ antwortet er. Dein Herz umklammert den Verstand und macht ihn handlungsunfähig es kann nicht zulassen das die Geschichte so endet. Also bringst du es nicht übers Herz es dabei zu belassen und rufst ihn schließlich an: „Hi!“ Du hörst ein verwundertes „Hi!“, von seiner Seite. Es herrscht Stille, bis du dich überwindest etwas zu sagen. Dein Herz schlägt dir bis zum Hals und du hast das Gefühl als würdest du keinen Ton rausbekommen: „Ich habe dich nicht vergessen.“ hörst du dich leise sagen. Du hörst seine erleichterte Stimme und er sagt: „Ach süße das solltest du aber, ich möchte dir nicht weh tun!“ „Das hast du bereits!“ antwortest du. „Das tut mir sehr leid“, sagt er. Du merkst wie dir Tränen in die Augen steigen und bist nicht in der Lage darauf noch irgendetwas zu sagen. „Können wir uns sehen?“ fragt er. Du antwortest mit einem kurzen ja.

Der Moment als du ihn wiedersiehst ist unbeschreiblich schön. Den Verstand hast du zu Hause gelassen und du genießt den Moment mit ihm. Ihr küsst euch, ihr liebt euch, zumindest fühlt es sich für dich so an. Solche Momente werdet ihr immer mal wieder zusammen erleben, nur das du mehr willst und er dir nie das geben kann und will, was du wirklich brauchst.

Jahre vergehen und du fühlst dich einsam und gefangen zugleich. Du bist gefangen in einer fiktiven Beziehung, die dich niemals ganz erfüllen wird. Loslassen kannst du aber auch nicht. Es ist ein bisschen so, als bewache ein großer, böser Drache das Schloss in dem du wohnst und du es nicht alleine schaffst das Schloss zu verlassen. Einzig retten kann dich nur ein Prinz, die Frage ist, wirst du ihm Entgegengehen?

Wie endet diese Geschichte für dich? Lässt du sie enden oder wird es eine endlose Geschichte?

 

 

 

 

Warum ich bin, wie du fühlst….

Reden wir über Vorurteile und darüber wie wir die Personen sehen. Der erste Eindruck zählt so sagt man, doch mache ich ja nicht bei jedem denselben ersten Eindruck. Es wird einfach so viel in mir gesehen.

Auf einige scheine ich eine Ausstrahlung wahrhaftiger Arroganz zu haben, vielleicht war es in einem bestimmten Moment ein bestimmter Blick der genau das über mich aussagte, vielleicht, die Art wie ich an ihnen vorbeigegangen bin, vielleicht habe ich auch einfach nicht gegrüßt, weil ich gerade wieder in meiner Tagträumerei versunken war. Es gibt viele Möglichkeiten, die dazu führen könnten das jemand so über mich denkt.

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Andere hingegen sehen in mir eine liebe Person, weil sie von Anfang an mit mir gesprochen haben und gemerkt haben, das wenn man lieb zu mir ist, auch etwas Liebes von mir zurückkommt.

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Wieder Andere finden ich sei sehr zickig. Das kann durchaus sein. Wenn man mir gegenüber ganz bestimmte Verhaltensweisen rauslässt, dann werde ich ja ziemlich komisch und da kann ich dann auch schon mal zur Oberzicke mutieren.

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Ganz andere sehen in mir ein kleines, dummes, Blondchen mit einem großen Hang zur Naivität. Das führen sie ganz stumpf einfach nur auf meine optische Erscheinung zurück. Laut optischem Klischee sollte ich wohl so sein.

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Viele finden mich auch total albern und denken das ich gar nichts ernst nehme. In manchen Situationen ist es durchaus so, dass ich einfach nicht ernst sein kann, lernt man mich in diesen kennen, kann ich durchaus nachvollziehen das einige mich nicht ernst nehmen.

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Dann gibt es noch die, die das tiefgründige in mir sehen, die, die mich auf eine ganz andere Art verstehen und sehen.

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Ich könnte jetzt unendlich so weiter machen und das Ergebnis wäre dann, das ich alles bin. Aber wie bin ich denn nun eigentlich wirklich? Ich bin das alles und noch viel mehr, weil ich für jeden anders bin. Das liegt einmal an der Person als solches wie diese mit mir umgeht und welche Eigenschaften sie dadurch aus mir herausholt und daran, das einfach jeder Mensch, jeden anders sieht. Wie oft haben wir uns schon gefragt was sieht er nur in ihr? Manche sehen Dinge in jemandem die wir nicht sehen. Somit gebe ich euch allen Recht zu der Einschätzung, die ihr über mich habt, denn wichtig ist halt in dem Moment für euch nicht wie ich wirklich bin, sondern wie ich in dem Moment auf euch wirke.

Ich kann alles sein was du willst, du musst es nur aus mir herausholen.