Gefühle

Es waren einmal acht Freunde. Die trafen sich, verstanden sich und ergänzten sich perfekt. Doch wie alles, nahmen auch hier die Dinge ihren Lauf und es änderte sich. Die Freundschaft der acht Freunde veränderte sich…

Von wem genau ich spreche?

Von der stillen, ruhigen und dunklen Frau. Sie hatte pechschwarzes, langes glattes Haar, dunkle Augen voller Trostlosigkeit, sie war einfach nicht in der Lage zu lächeln. Wenn sie den Raum betrat wurde die Stimmung dunkel und trübselig. Sie schaffte es immer wieder in einem die dunkelsten Gefühle hervorzurufen ihr Name war Traurigkeit.

Ihr Freund, ihr Partner, war der Einzige, der ihr ein Lächeln entlocken konnte, der die warmherzigen Gefühle in ihr weckte und der ihren dunklen Augen ein Funkeln entlocken konnte. Er selbst hatte braunes Haar, grüne Augen und wenn er den Raum betrat fühlte man sich verstanden und beruhigt. Sein Name war Verständnis.

Ein Seufzen entlockte ihm allerdings der Freund, der einfach nie gute Laune hatte, der einfach immer etwas negatives fand und feststellte. Der dunkelhaarige, sich hinter seinem Vollbartversteckende große Mann mit seinen dunklen Augen und der Zornesfalte war einfach niemals gut drauf, sein Name war Frust.

Seine Freundin war das genaue Gegenteil von ihm und man wunderte sich wirklich über diese Ungleiche Paar, vermochte es Frust doch alle zu frustrieren so blieb eine stets mit sich im Reinen. Die kleine, freche, dunkelblonde und grünäugige lies sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen. Jeden Tag konnte man in ihr lächelndes Gesicht sehen. Ihr Name war Zufriedenheit.

Ihre beste Freundin war nicht das Gegenteil von ihr, sie lächelte genauso oft, wenn nicht noch mehr, hatte hellblondes, leuchtendes Haar und hellblaue, lebhafte Augen, die wie Sterne leuchteten. Schlechte Laune war etwas, was sie nur vom sehen und hören kannte. Ihr Name war Fröhlichkeit.

Fröhlichkeit war so fröhlich, dass sie davon etwas abgeben wollte und so kam sie mit jemandem zusammen der absolut nicht fröhlich war, dem nichts glücklich stimmte. Er war der Einzelgänger, dunkelhaarig, gutaussehend mit blauen Augen und einem traurigem Lächeln. Seine mysteriöse Art, fand Fröhlichkeit interessant und tatsächlich sagte er einmal zu ihr, dass sie ihn sehr glücklich macht. Sein Name war Unzufriedenheit.

Die einzige, mit der er je tiefsinnige Gespräche zugelassen hat, ist diejenige, die Unbehagen verbreitete, man vermutete, dass es keine böse Absicht der hellblonden Schönheit mit ihren grünen Augen war. Dennoch schaffte sie es immer, dass jeder lieber seinen eigenen Weg ging, ja sie brachte durch ihr Unverständnis alle früher oder später auseinander. Ihr Name war Missverständnis.

Missverständnis für sich zu gewinnen ist keine Kunst. Weder Können, noch Kämpfe können sie dazu bringen zu verstehen, dass man es wirklich gut mit ihr meint, sie sogar lieb hat. Für sie ist es lange Zeit unmöglich gewesen jemanden zu finden. Doch dann kam er, rothaarig, grünäugig und verzauberte sie mit seinem frechen Blick. Sein Name war Glück.

Diese Paare und diese Freundschaft untereinander brachte ein Gleichgewicht der Gefühle in die große weite Welt. Es führte bei den Menschen zu Ausgeglichenheit der Gefühle. Jeder wusste, was er fühlte, was ihm gut tat und was ihn traurig und frustriert machte. Es entstanden innige Freundschaften und Liebe.

Doch wie fing die Geschichte an?

Dinge ändern sich.

Es fing mit Fröhlichkeit an, nach einem Streit mit Unzufriedenheit weinte sie wochenlang. Sie hatte soviel von ihrer Fröhlichkeit in diese Beziehung gesteckt, das sie nach und nach ihre Fröhlichkeit verlor. Sie fing an es nicht mehr zu ertragen. Um ihre Fröhlichkeit nicht ganz zu verlieren, verließ sie Unzufriedenheit.

Unzufriedenheit konnte diese ewige Fröhlichkeit auf Dauer nicht verstehen und war genervt von ihr, er hatte das Gefühl, das nur Traurigkeit ihn so richtig verstand. Diese fing an etwas für Unzufriedenheit zu empfinden und das merkte ihr Freund Verständnis und lies sie gehen.

Er traf auf die traurige Fröhlichkeit und seine Art zu verstehen verzauberte sie auf eine einzigarte Art und Weise. Ihre frohe Art lies ihn ganz warm ums Herz werden. So fanden Fröhlichkeit und Verständnis zueinander.

Trennungen sind unheimlich ansteckend, so auch bei Zufriedenheit und Frust. Durch ihr Zusammensein mit Frust verlor Zufriedenheit, genauso wie Fröhlichkeit bei Unzufriedenheit, immer mehr ihre innere Ruhe, ihr Zufriedensein. Auch Glück merkte, dass seine Fähigkeit, dass ihm einfach immer alles gelang , immer mehr schwindete. Der letzte Rest dieser Gabe brachte ihn zu Zufriedenheit.

Missverständnis verstand wie immer die Welt nicht mehr und so kam ihr Frust ganz gelegen.

Gegensätze ziehen sich an doch gleich und gleich gesellt sich gerne. Die Geschichte endet damit, dass sie nicht endet. Die neuen Beziehungen dieser Gefühle hielten für immer.

Und was passierte nun mit den Menschen? Mit der bedingungslosen Liebe? Eine Zeitlang herrschte Chaos ein absolutes Chaos der Gefühle. Viele wollten keine Veränderungen, andere hatten einfach Angst, Angst vor, für immer, Angst vor Langeweile.

Die Liebe vorher war aufregend, leidenschaftlich und eine Herausforderung.

Die gegenwärtige Liebe ist, beständig, einfach und echt.

Nun liegt es an jedem selber, worauf er sich einlassen möchte…

Warum ich dich nie verletzen möchte

„Ich will nicht die Erste sein an die du dich erinnerst, ich will die Letzte sein, die du vergisst!“

Eines meiner Lieblingszitate und Lebensmottos. Genauer drüber nachgedacht möchte ich, dass dieses Zitat nur auf die Person in meinem Leben Anwendung findet, bei der ich ebenso empfinde.

Im ersten Moment hört sich das so toll an und wer möchte nicht von jedem geliebt und für jeden etwas Besonderes sein? Aber was, wenn dies wirklich zutrifft und du bist für mehrere die Letzte Person, die sie vergessen? Wie fühlt es sich wirklich an? Ich kann es euch sagen, schrecklich. Ich habe es eine Zeitlang unterschätzt wie weh es mir selbst tun kann einen anderen Menschen zu verletzen. Als ich jung war, habe ich mich über jeden gefreut, der zu mir „ich liebe dich!“ sagte. Aber was dann? Wenn die Worte ausgesprochen sind und ich nicht dasselbe empfinde? Dann hört der Spaß nämlich auf. Ich werde die andere Person verletzen, egal was ich jetzt tue. Dieses Gefühl ist unerträglich. In solchen Momenten wünsche ich mir immer wieder, das man mich nicht lieben soll. Ich ertrage es einfach nicht jemanden so viel Schmerzen zuzufügen. Es zerreißt mich innerlich und ich fange an mich selbst zu hassen, mir die Frage zu stellen, wieso ich überhaupt zu so etwas fähig bin. Was ich für eine Art Mensch bin. Aber ich habe es getan, ich habe Fehler gemacht, ich habe es oftmals auch provoziert, nur um zu sehen, wie beliebt ich sein kann. Heute hasse ich mich dafür. Nur um den Marktwert zu testen, Menschen zu verletzen, das ist es nicht nur nicht Wert, das ist einfach das Letzte.

Sätze wie: „Was kann ich tun, damit du mich liebst?“ Oder „Ich werde warten!“ verletzen mein Herz. Meine Antwort darauf muss dann „Du kannst gar nichts tun.“ Und „Lass los!“ heißen.

Doch bring diese Sätze erst Mal übers Herz, vor Allem reichen diese Sätze nicht bei jemandem, um den es bereits geschehen ist. Sie werden kämpfen und ich werde sie verlieren lassen und ihnen das Herz brechen.

Gut ihr Herz wird nicht für immer gebrochen sein und sie werden jemand besseren finden, als mich. Ich bin ja ein Glück nicht unersetzbar. Aber dieses Gefühl mehrere Herzen gebrochen zu haben macht mich unheimlich traurig.

Ich bin ein Mensch, der aus Fehlern lernt!

Ich möchte nie wieder jemandem das Herz brechen, das habe ich mir fest vorgenommen! Ich hoffe aus tiefstem Herzen, durch Liebe, Achtsamkeit und Empathie behutsam mit den Herzen anderer umzugehen!

Die Dinge ändern sich.

Früher war meine größte Angst nicht geliebt zu werden. Heute ist meine größte Angst so sehr geliebt zu werden, dass ich diese Liebe nicht erwidern kann.

Ein guter Freund sagte einmal zu mir, als ich fast zerbrach:

„Gefühle und Emotionen kannst du nicht lenken, das bist halt du!“

Ich wusste, dass er Recht hatte, dennoch versank ich eine ganze Zeitlang in tiefe Traurigkeit. Das ist halt der Fluch, den man als Herzmensch hat. Der Sinn für mich im Leben ist nicht nur Liebe zu bekommen, sondern auch Liebe zu geben.

2017-09-07-22-11-57-787[1]