Kränkung

Hast du dich schon oft gekränkt gefühlt? Ich weiß noch genau, wie sich das anfühlt, wie verletzt ich war. Eine innere Fassungslosigkeit breitete sich in mir aus, weil ich nicht verstehen konnte, wieso diese Person mich so kränken musste. Die Kränkung ist eine Interaktion deren Kränkungsprozess sich aber ganz individuell gestaltet. Es kommt ganz auf den Empfänger der Botschaft an, ob diese überhaupt als Kränkung gesehen wird. Deswegen ist es fast unmöglich Kränkungen gänzlich zu vermeiden. Trotzdem hätte ich mir oft mehr Einfühlungsvermögen und Empathie gewünscht und ich bin auch der Meinung, dass wir mehr Kränkungen dadurch vermeiden könnten. Vorher überlegen, was wir sagen und sich in die Person, der man die Botschaft zukommen lassen will, vorher reindenken.

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„Die Empathie wird das Entscheidende für das Überleben der Menschheit sein, alles andere können Computer ja schon besser als wir. „Stephen Hawking

Manchmal bin ich mir bei Hawkings Aussage nicht so sicher, natürlich hat er Recht, denn schließlich unterscheidet uns genau das von den Maschinen. Nur habe ich persönlich das Gefühl, dass sehr viele Menschen auch nur noch funktionieren, wie Maschinen und die Empathie immer mehr verlernen, weil sie genau diese vernachlässigen. Das was uns stark macht, was uns ausmacht, dafür scheint keine Zeit mehr zu sein.

Ich glaube der realistische „Aufstand der Maschinen“ ist die dadurch entstandene Schnelllebigkeit.

Denn immer schneller, immer höher und immer weiter hat seinen Preis. Die Technik gibt uns sehr viele Möglichkeiten und eigentlich erfinden wir Menschen ständig Maschinen, die uns das Leben leichter machen, damit wir mehr Zeit haben. Viele Arbeiten fallen uns leichter, doch mehr Zeit haben wir dadurch leider nicht, nur mehr Möglichkeiten. Und Gefühle, Emotionen, Empathie – das alles braucht Zeit. Wir können das Kennenlernen von Personen nicht abkürzen – Gefühle und Empfindungen brauchen Raum und Zeit. Auch bin ich fest der Überzeugung, dass wenn wir uns alle diesen Raum und diese Zeit geben würden, unsere sozialen Interaktionen wieder einen Schritt nach vorne, statt zurück machen würden. Aber naja, wer nimmt sich schon die Zeit darüber nachzudenken? Wer nimmt sich Zeit diesen Artikel in Ruhe zu lesen? Und wer nimmt sich letztendlich die Zeit vorher darüber nachzudenken, was er zu wem sagt und welche Auswirkungen das haben könnte? Natürlich überspitze ich es jetzt ein wenig, wenn ich davon träume, dass jeder erst denkt und dann spricht, natürlich können wir nicht jede kleine Äußerung vorher genau zerdenken, aber ein bisschen Empathie und Verständnis sollte sich jeder in seinen „Gesprächsrucksack“ packen. Sich einfach mal viel öfter in die Lage des anderen versetzen.

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Es gibt viele Tipps, wie du selbst Kränkungen gegenüberstehen kannst und deinen Frieden damit schließen sollst. Raus, aus der Opferrolle, so heißt es. Natürlich, wo kein wunder Punkt, da auch keine Kränkung, aber ich denke nicht, dass wir uns komplett frei von unseren wunden Punkten und damit unangreifbar machen können. Natürlich gehören immer zwei dazu und wir selbst sollten, wenn wir uns gekränkt fühlen unsere Opferrolle, die dadurch entstanden ist, nicht akzeptieren. Ja ich bin gekränkt, ich fühle mich auch heute des Öfteren noch gekränkt, aber ich gehe nicht mehr in die Opferrolle und rette mein Selbstbewusstsein mit selbstbewusstem Verhalten, indem ich die Person, die mich gerade gekränkt hat darauf hinweise. Ich stehe quasi zu meinem wunden Punkt und bitte die Person in Zukunft darauf Rücksicht zu nehmen. Meine Erfahrungen damit sind wirklich sehr positiv, weil die angesprochene Person dadurch das tut, was sie vorher leider nicht gemacht hat, sie denkt über mich nach.

Mein Gefühl sagt mir, dass wiederkehrende Kränkungen eine Vorstufe von Mobbing sind. Ich meine wir kenne es doch alle oder? Auf unserem wunden Punkt wird immer und immer wieder rumgehackt, bis sich im schlimmsten Fall mehrere Personen zusammentun und nicht damit aufhören. Als wird förmlich nach der Schwäche gesucht, nach etwas, was einem persönlich trifft, um dann das Selbstwertgefühl zu schwächen. In der Schulzeit ist es laut meiner Erfahrung wirklich am schlimmsten, ich wurde da immer und immer wieder aufs Neue gekränkt und das nicht nur von den Mitschülern, nein es fing alles bei den Lehrern an und das ist das, was mich bis heute immer noch zutiefst kränkt und enttäuscht, denn einige Kränkungen bleiben für immer.

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Ich frage mich eigentlich auch immer welches Ziel diese Person mir gegenüber jetzt gerade mit dieser Botschaft verfolgt. Wenn ich also immer davon ausgehen soll, dass die Person das ja nicht mit Absicht macht und sie ja vorher meinen wunden Punkt nicht wissen kann und es meine individuelle Empfindung ist, wie ich diese Botschaft für mich aufnehme, so fühle ich mich eigentlich meistens dadurch gekränkt, dass aus dieser Botschaft nichts anderes entstehen kann, außer eine Kränkung. Mir wurde damals so oft gesagt, dass ich zu dünn sei. Was löst diese Botschaft also aus? In mir ganz klar ein geringeres Selbstwertgefühl und eine tiefe Kränkung. Doch was bringt es nun der Person, die es ausgesprochen hat? Fühlt sie sich jetzt besser? Denkt sie, das sie mir mit dieser Aussage hilft? Soll meine Antwort darauf „ok“ lauten und soll ich daraufhin anfangen mein Essverhalten dahingehend zu verändern das ich eine für die Person angemessenere Figur bekomme? Ist dieser Person überhaupt bewusst, dass wir alle unterschiedliche Veranlagungen haben und es sogar Menschen gibt, denen es schwerfällt zuzunehmen und das ich mich als Kind noch im Wachstum befinde? Oder kann ich doch davon ausgehen, dass die Person es nicht gut mit mir meint. Vielleicht von Neid oder anderen persönlichen und negativen Empfindungen mir gegenüber beeinflußt ist?

Warum drüberstehen und es nicht so ernst nehmen nicht für jeden leicht ist.

Aus der Opferrolle rausgehen, sich nicht mehr kränken lassen, drüberstehen und akzeptieren, dass die andere Person es nicht böse gemeint hat. Es ist doch ganz einfach die Kränkung auszulöschen. Eben nicht. Denn meine Empfindungen gehören zu mir und lassen sich nicht ausschalten das würde ja bedeuten mich auszuschalten. Dann bin ich vielleicht nie wieder gekränkt aber auch nicht mehr ich selbst. Wir kommen an der Empathie und dem gegenseitigem Verständnis – am Mensch sein, einfach nicht vorbei. Wir können unseren Charakter nicht einfach umprogrammieren.

Auch wenn ich vielleicht ein Typ wäre, der eine hohe Widerstandskraft gegenüber Kränkungen hat, so darf ich nicht davon ausgehen, dass diese Widerstandskraft allen gegeben ist. Tatsächlich gibt es nämlich vier verschiedene Kränkungstypen. Wenn du zu den Kränkungstypen mehr wissen möchtest dann schau mal hier vorbei.

Mein Schlusswort

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Es gibt Kränkungen, die so tief sitzen, dass sie unser ganzes Leben beeinflußen, weil wir die dadurch entstandene Wut nicht loswerden. Bei vielen Erwachsenen, die ein oder mehrere Kränkungen in der Schulzeit erfahren haben höre ich heute noch den typischen Satz: „Jetzt bin ich dran!“ Hierbei handelt es sich um die tief sitzende Wut, die letztendlich nie richtig verarbeitet wurde.

Also vergiss deinen Rucksack voller Empathie und Verständis bitte nicht!

Ich danke dir dafür!

Deine Janine

Empath

Die große Gabe des Menschen ist die Fähigkeit zur Empathie.

Als Empath empfinde ich die Empathie nicht immer, als Gabe oftmals empfinde ich sie auch als Last, doch das lag auch Größenteils daran, dass ich mir dieser Gabe gar nicht bewusst war.

Ich dachte ich bin dahingehend völlig „normal“ und das jeder diese Empfindungen hat.

Erst vor Kurzem ist mir bewusst geworden, dass dem nicht so ist und das erklärt mir wirklich Einiges. Ich bin einfach immer als herzbasierter Mensch mit hoher Moral durch die Gegend gelaufen und bin ständig mit für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen anderer konfrontiert worden. Dieses nicht nachvollziehen können hat mich wirklich fertig gemacht. Ich konnte einfach nicht begreifen, wie es anderen Menschen möglich ist beispielsweise so wenig Taktgefühl zu haben oder auch das einige Menschen nicht in der Lage sind, sich in die Gefühlslage von anderen hineinzuversetzen.

Es ist aber definitiv so, dass einige Menschen das nicht können.

Und genau diese Menschen habe ich in eine Schublade gepackt für mich waren sie dann einfach die Bösen. Dabei können sie da gar nichts für, selbst wenn sie wollten, sie können es einfach nicht. Genauso wenig, wie ich es nicht lassen kann mitfühlend zu sein.

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Empathie bedeutet:
Mit den Augen des Anderen zu sehen
Mit den Ohren des Anderen zu hören
Mit dem Herzen des Andere zu fühlen

Klingt anstrengend oder? Das ist es auch. Wenn ich zu viel Zeit mit unauthentischen Menschen verbracht habe zerrt das oft noch tagelang an mir. Ich muss mich quasi wirklich einige Tage davon erholen. Teilweise schleppe ich dann Frustration und Enttäuschung mit mir herum. Versuche ich allerdings mit den Menschen, die diese Gefühle in mir ausgelöst haben, genau dies zu besprechen, verstehen sie mich oft nicht. Stattdessen wollen sie mich beruhigen, indem sie mir sagen, dass ich die Situation bzw. deren Gefühle falsch gedeutet habe. Problem ist nur, dass ich als Empathin auch die Gefühle der Leute aufnehme, von denen sie selber gar nicht wissen, dass sie diese gerade ausstrahlen.

Jahrelang versuche ich schon die Menschen und die Gefühle, die sie ausstrahlen nicht so ernst zu nehmen und vor allem nicht persönlich. Irgendwie habe ich aber das Problem, dass sich deren Gefühle zu schnell mit meinem vermischen, also meine Gefühle quasi negativ beeinflussen.

Ich tanke Energie, wenn ich alleine bin.

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Tatsächlich brauche ich das sehr oft und ich habe auch oft das Gefühl, dass ich am zufriedensten bin, wenn ich alleine bin, weil ich dann nur meine Gefühle wahrnehme und diese mich total glücklich machen. Ich komme so oft in die Situation, das ich gut gelaunt das Haus verlasse und schlecht gelaunt wiederkomme ohne das mir jemand irgendetwas getan hat oder doof zu mir war. Einfach nur durch die Gefühle, die ich in der Zeit aufgenommen habe als ich unter Menschen war.

Am schlimmsten ist das Gefühl der Ungerechtigkeit, nicht nur das ich Ungerechtigkeit hasse, so ist diese leider auch überall zu finden und zu spüren. Ich kann mich bei diesem Gefühl immer kaum zusammenreißen. Wenn ich in einer Gruppe bin und merke das Jemand ausgeschlossen wird bin ich sofort enttäuscht. Ich frage mich innerlich, wieso eine Person so schnell von den Anderen ausgeschlossen wird. Es werden kaum Chancen gegeben und die meisten sind zudem auch noch voreingenommen. Freundinnen tauschen sich untereinander über eine Person aus und die Wahrheit, die die Freundin über diese Person hat wird automatisch auch die Wahrheit der anderen Freundin, obwohl diese noch nie ein Wort mit der anderen Person gewechselt hat. So etwas kann ich kaum ertragen. Es gibt auch genug Personen die eine vorgefertigte Meinung über mich haben. Ich kann sehr gut damit umgehen, wenn Jemand mich nicht mag. Denn es ist mir klar, bewusst und verständlich, dass ich nicht „Everybodys Darling“ sein kann. Natürlich möchten wir alle beliebt sein, aber wenn du eine Unterhaltung mit mir führst, mir eine faire Chance gibst und mich dann halt einfach nicht magst kann ich da wunderbar mit umgehen. Viel besser sogar, als wenn du so tun würdest, als ob du mich magst. Dennoch gibt es viele, die noch nie mit mir gesprochen haben und mich nicht mögen, wie ist das möglich?

Der bestimmte Satz

In meinem Artikel Warum ruft er nicht an habe ich dir von der Szene zwischen Meredith und John erzählt, wie der bestimmte falsche Satz das schöne Date zunichte macht. Diesen Satz können wir aber auch auf Freundschaften und alle neuen Bekanntschaften anwenden. Wir lernen ja alle gerne neue Leute kennen und treffen uns. Egal wie gut es läuft sagst du diesen einen bestimmten Satz, der durchblicken lässt das deine Wertvorstellung nicht mit der, der anderen Person übereinstimmt war es das. Nur das du niemals erfahren wirst, welcher Satz es nun gewesen ist.  Mir zeigt das nur wieder, wie oberflächlich die Gesellschaft doch ist, wenn ich nur einen bestimmten Satz sagen muss, um Beziehungen jeglicher Art zu beenden. Mir wird ja nicht einmal mehr die Gelegenheit gegeben meine Geschichte zu erzählen, die hinter diesem Satz steckt.

Ich selbst habe auch andere Moral-und Wertvorstellungen als meine Freunde. Aber ich kenne und interessiere mich für ihre Geschichten und kann dadurch verstehen, wieso ihre Moral und ihre Werte da anders sind als meine.

Der Artikel Warum Empathen sich seltsam verhalten um unauthentische Menschen herum gibt sehr gut mein seltsames Verhalten wieder und hat mich wirklich nachdenklich gemacht und dazu bewogen diesen Artikel hier zu schreiben.

Ich finde mich auch deutlich in der Aufstellung wieder welche Situationen mich erschöpfen und wie ich auf diese bestimmten Situationen reagiere.

Es ist wichtig sich selbst zu kennen

Wir strahlen alle unbewusst Gefühle aus, weil wir uns selbst nicht kennen. Auch verletzen wir andere genau aus diesem Grund. Und hier schließt sich der Kreis.

Wenn ich mich selbst nicht kenne, wie kann ich dann in der Lage sein andere richtig zu kennen?

Oftmals reflektiere ich ja nur meine Schwächen auf die der Anderen und bilde mir meine Wahrheit, über die Person. Auch kannst du niemals authentisch sein, wenn du dich selbst nicht kennst und das wiederum macht mir persönlich den richtigen Umgang mit dir unmöglich. Es wird mich immer fern von dir halten.

Ich kann dir hier nur nochmal ans Herz legen; nimm dir Zeit für dich und vielleicht hilft dir ja auch die Blogparade „1000 Fragen an dich selbst“, wo ich selbst nicht nur mitmache, sondern auch alle zwei Wochen einen neuen Artikel mit den weiteren Fragen veröffentliche!

Das Rezept die Dinge nicht persönlich zu nehmen

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob ich das Rezept, wie ich nicht mehr alles persönlich nehme gefunden habe. Ich habe gerührt, gemixt und nochmals gerührt und musste leider feststellen, dass es so ein Rezept für mich nicht gibt. Als hochsensible Person gibt es nur die Strategie sich komplett auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen, da durch die eigene hochsensible Eigenschaft die Verlässlichkeit dessen genau gegeben ist. Aber auch das fällt mir schwer, da dies nicht meiner Moralvorstellung entspricht, sich erst einmal die Geschichte der Person anzuhören. Anscheinend ist es für mich dennoch besser mir nicht alle Geschichten anzuhören.

Bist du auch Hochsensibel oder hast du dich vielleicht schon oft über das seltsame Verhalten von Hochsensiblen Menschen gewundert?

Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar!

Deine Janine

 

Die Hochzeitsrede, die ich nie gehalten habe…

Es gibt eine Hochzeitsrede, die ich nie gehalten habe und eine Hochzeitsfeier, die ich nie gefeiert habe…

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit und in meinem Kopf habe ich eine Rede gehalten. Zunächst mal musst du wissen, dass ich keine große Redenschwingerin bin und auch noch nie freiwillig eine Rede gehalten habe. Ich habe diese Rede nicht gehalten, weil sie nicht speziell auf diese Hochzeit gehörte, auch würde ich diese Rede nicht nur Hochzeiten zuordnen.

Hochzeit

Liebe Gäste,

wir sind heute alle hier, um die Liebe zu feiern oder? Mit einem neugierigen Blick schaue ich in die Runde, bevor ich fortfahre. Vielleicht fragt ihr euch ja jetzt, wieso mein erster Satz mit einer Frage beginnt. Ich muss euch leider sagen, dass ich in diesem Raum leider kaum Liebe spüre. Ich nehme hier die Gefühle, Gehässigkeit, Neid, Pflichtgefühl und teilweise auch abwertende Gefühle wahr. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Menschen nur zusammenkommen, wenn ihnen etwas geboten wird. Gutes Essen und gute Getränke stehen im Vordergrund und weit vor der Nächstenliebe. Ich könnte jetzt erneut in die Runde blicken, aber dort würde ich dann in die oberflächlichen, verständnislosen Gesichter blicken, die mir glaubhaft machen wollen, das meine Wahrnehmung falsch ist. Aber es ist meine Wahrheit, eure vermag ich weder zu kennen noch zu beurteilen. Ich bin heute hier, weil die Menschen, die ich liebe, etwas zu feiern haben und hätten sie dies ausschließlich mit Wasser und Brot getan, hätte dies weder meine Gefühle für sie noch meine Laune auf der Feier beeinträchtigt. Ich bin hier um Ihretwillen. Ich bin hier um mit Ihnen diesen wunderschönen Moment zu erleben und um mich für sie und mit Ihnen zu freuen. Wer von euch kann mir da mit reinem Gewissen zustimmen? Ich schaue kurz in die Runde, bevor ich den Raum für einige Minuten verlasse, um mich zu sammeln.

Was hat mich dazu veranlasst so eine Rede zu schreiben? Die letzten Feiern, die ich persönlich gegeben habe. Denke ich daran zurück, ging es immer nur darum, die Sonderwünsche jedes Einzelnen zu erfüllen, damit die Person an meiner Feier teilnimmt. Es geht nicht darum eine gute Gastgeberin zu sein, natürlich erfülle ich auch gerne mal den ein oder anderen Wunsch und Frage ja auch danach. Dennoch geht es um die Art und Weise, um die Selbstverständlichkeit und auch darum, dass es teilweise gefordert wird. Auf meinen Feiern war ich eigentlich nur noch Kellnerin und Köchin, aber nicht die, die gefeiert wird. Es ging so gar schon so weit, das mich auf meiner Feier eigentlich auch niemand so wirklich vermisst hätte, zumindest wäre der Alkohol eher und mehr vermisst wurden, als ich. Nach meinen Feiern, war ich oft sehr nachdenklich und traurig sie taten mir nicht mehr gut.

Deswegen hörte ich auf zu feiern.

Als junges Mädchen habe ich mir natürlich mehrmals meine eigene Hochzeit vorgestellt. Ich trug ein Prinzessinnenkleid, um mich herum standen freudestrahlende Gäste und alles, was ich an dem Tag fühlte war Liebe. Tatsächlich habe ich auf meiner Hochzeit nur Liebe gefühlt, aber die Feier dazu gab es nicht. Um nur Liebe zu fühlen haben mein Mann und ich entschieden alleine zu heiraten. Wir wollten uns das Gefühl von äußeren, Einflüssen nicht kaputt machen lassen. Natürlich liegt es hauptsächlich an uns selbst, weil wir halt fühlen, wie wir fühlen und auch einfach zu viel fühlen. Aber das wussten wir und wir sind bis heute sehr glücklich über unsere Entscheidung.

Brautpaar

Gibt es eine Hochzeit, über die nicht gelästert wird?

Vor der Hochzeitsfeier und nach der Hochzeitsfeier gibt es immer Gerede. Ich persönlich ertrage diese Gerede nicht und mich bestätigt das immer wieder, dass ich so froh bin, mir das nicht angetan zu haben.

Es fängt bei der Sitzordnung an und hört bei dem Brautpaar auf. Alles wird in Frage gestellt. Der Ort, der Preis, die Größe, das Essen, die Gästeauswahl und der Grund für die Hochzeit. Während du deine Hochzeit so planst, wie du möchtest trudeln immer wieder Nachrichten von den eingeladenen Gästen mit „gut gemeinten Ratschlägen“ und „Beschwerden“ ein. Dir wird mitgeteilt, welche Getränke auf keinen Fall fehlen dürfen, welches Essen nicht den Geschmack trifft und wer nicht neben wem sitzen möchte. Spätestens dann, wenn ich solche Nachrichten in Bezug auf meine Hochzeitsfeier (wenn ich denn eine Feier geplant hätte) erhalten hätte, hätte ich wirklich so einige und einiges in Frage gestellt. Da wären bei mir garantiert einige Schlüsselmomente bei herausgekommen.

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Ja ich bin sensibel, dieses Thema spreche ich nochmal separat in einem anderen Artikel an, bei dem es um Empathie geht. Ich weiß das es für mich immer etwas schlimmer ist, als für manch anderen und darauf reagiere ich jetzt. Dennoch weiß ich, dass es niemanden gibt, der sich da nicht zumindest ein bisschen drüber aufregt.

Nun frage ich mich was passiert ist? Wann haben wir angefangen den Sinn von den Feiern zu vergessen? Wann haben wir damit angefangen Einladungen als lästig anzusehen und nur wahrzunehmen, wenn es für uns einen persönlichen Anreiz gibt? Und seit wann nehmen wir es uns heraus eine Feier von Jemand anderen so gestalten zu wollen, wie wir es gerne hätten? Und das Allerwichtigste – wann ist die Wertschätzung verloren gegangen?

Ich weiß, dass einige aus den von mir genannten Gründen und Empfindungen ebenfalls nicht mehr feiern.

Dennoch freue ich mich weiter über eine Einladung von denen, die noch nicht aufgegeben haben, die das Ganze vielleicht einfach nicht persönlich nehmen und bin gerne da um Ihretwillen und um mit Ihnen das zu feiern, was sie glücklich macht und um schöne Momente zusammen zu verbringen.

Vielleicht habe ich ja irgendwann auch wieder das Gefühl das es an der Zeit ist zu feiern und vielleicht werde ich dann ja auch positiv überrascht.

Sage niemals nie!

Wie sind deine Erfahrungen und Empfindungen, wenn du eine Feier gibst? Ich bin auf deinen Kommentar gespannt!

Bis dahin wünsche ich dir wundervolle Momente mit deinen Liebsten und das du nie vergisst, worum es wirklich geht!

Deine Janine

Was wenn ich niemanden lieben kann (der Kuss)

Ich habe diesen Raum betreten weißt du? Und da saß er, unsere Blicke trafen sich und ehe ich mich versah, saßen wir zusammen, gegenüber am selben Tisch schauten uns in die Augen und hielten unsere Hände.

Wie ein Blitz überkam mich das Gefühl, oh bin ich verliebt. Ich konnte es kaum erwarten ihn wiederzusehen, mein Herz raste vor dem ersten Treffen.

Ich vermute das der Kuss eine größere Rolle spielt als wir denken

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Es geht nicht, darum, ob der Kuss gut oder schlecht ist. Es geht darum, ob der Kuss etwas in dir auslöst. Klar wäre die einfache Definition jetzt der gute Kuss. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es bei diesem Kuss nicht um Leistung geht, weil jemand das halt einfach drauf hat, nein, sondern das es der eine, bestimmte Kuss, sein muss um sich zu verlieben.

Also wie fühlte ich mich nach dem ersten Kuss?

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Wir trafen uns, wir waren aufgeregt, unterhielten uns und dachten die ganze Zeit dasselbe, das wir uns küssen wollen. Die Blicke waren klar und schließlich küssten wir uns, doch es ist nichts passiert. Das Kribbeln in meinem Bauch wurde durch den Kuss nicht stärker, sondern schwächer.

Wir verbrachten einen wundervollen Tag zusammen, verstanden uns gut und waren seit diesem Kuss auch zusammen, doch mein Herz war da ganz anderer Meinung und lies mich das auch spüren.

Er rief mich an und wollte mich wiedersehen, ich freute mich darüber, machte mich für ihn zurecht und fuhr zu ihm. Ich saß im Bus und schaute aus dem Fenster, umso näher ich dem Treffen war, umso weniger Freude empfand ich. Freudig begrüßte er mich mit einem Kuss, ich zwang mich zu lächeln. Er schaute mich schief an, fragte, ob alles in Ordnung sei, ich nickte entsprechend. Dieser Tag war weder romantisch, noch wunderschön und ich fuhr nach Hause und war sauer auf mich selbst. „Was stimmt nicht mit dir? Nun hast du jemanden gefunden der lieb und nett ist und es endlich ernst mit dir zu meinen scheint und du bist genervt,“ schimpfte ich mit mir selbst. Schließlich beendet ich die Beziehung mit der Begründung fehlender Gefühle. Danach fühlte ich mich viel besser, ich hatte vorher das Gefühl zu ersticken.

Dies ist eine Geschichte, die sich nicht genauso abgespielt hat. Mit dieser Geschichte möchte ich einfach nur den Anfang und das Ende des nicht Liebens beschreiben.  Und woraufhin immer und immer wieder folgende Frage auftaucht: „Was wenn ich niemanden lieben kann?“  Dieser Gedanke absolut unvorstellbar, für jemanden, der doch eigentlich nur genau danach sucht.

Also was stimmte nicht? Die Antwort auf diese Frage ist, das alles in Ordnung ist und alles stimmt. Es ist nur so das nicht jeder Mensch dein Herz berühren kann. Dein Herz geht seinen ganz eigenen Weg, weswegen du dir nicht aussuchen kannst in wen du dich verliebst. Was du falsch gemacht hast? Du wolltest dir aussuchen in wen du dich verliebst ohne auf dein Herz zu hören und das macht dein Herz natürlich nicht mit, denn nur dein Herz weiß welche Art von Liebe du brauchst.

Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die nicht lieben können…

Jeder liebt, nur jeder liebt anders und manch einer lässt die Liebe nicht zu aber sie wird immer da sein. Es ist immer die Frage wie stark deine eigene Liebe ist und ob diese sich schnell durch andere Gefühle wie z.B. Angst unterdrücken lässt.

Der richtige Kuss

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Als du mich geküsst hast, war auf einmal alles so klar. Das Kribbeln in meinem Bauch entwickelte sich eher zu einer Explosion und ich hatte das Gefühl, als würde ich schweben. Dieser Kuss hat mein Herz berührt und von da an wusste ich, das ich lieben kann.

Es ist nicht einfach dir zu sagen, was ich empfinde

Ich habe noch nie „Ich liebe dich“ zu jemandem gesagt. Ich habe Angst dir diese Worte zu sagen, was wenn du nicht so empfindest? Ich fühle mich so schwach und ausgeliefert so hilflos. Andererseits macht mich das Gefühl wahnsinnig nicht zu wissen, was du für mich empfindest. Geht es dir genauso? Oder empfindest du einfach nicht dasselbe? Wir trafen uns oft, führten diesen gigantischen Kuss fort doch sagte keiner diese Worte. Nach einiger Zeit fühlte ich mich gekränkt und traurig und so verlief sich diese Beziehung, diese Vielleicht-Liebe, im Sande ohne das ich dir je gesagt habe, was ich für dich empfinde…

 

Der endlose Anfang

Es beginnt immer gleich und doch fühlt es sich so individuell und besonders an. Zwei Blicke Treffen sich und die damit einhergehende Anziehungskraft ist unvermeidlich. Sein „Hi!“ klingt so sanft und wie Musik in deinen Ohren, seine Worte so charmant, so vertraut und so besonders. Es fühl sich an, als würdest du dich gerade in einem Traum befinden. Fühlt es sich so an? Ist es Liebe auf den ersten Blick? Ist es überhaupt Liebe?

Wunderschön und unkompliziert der Anfang, wie etwas, auf das man sein ganzes Leben lang gewartet hat Stufe 10 in der Schnulzenskala.

Du fängst an tiefgreifende Gespräche mit ihm zu führen und hast das Gefühl dich noch nie so tiefgreifend mit jemandem unterhalten zu haben. Und in dem Moment als du das denkst spricht er es direkt aus: „So jemandem wie dir, bin ich noch nie zuvor begegnet.“ Du möchtest ihn auf der Stelle küssen auch wenn ihr euch gerade mal seit 2 Stunden unterhalten habt. Es passiert aber nichts, eure Blicke sind tief und es knistert gewaltig, dennoch ist eine weitere Annährung unverschämt zögerlich. Der Abend ist zu Ende und jeder geht nach Hause.

Du wälzt dich hin und her, dein Herz schlägt so laut, das du deswegen nicht schlafen kannst die Schmetterlinge im Bauch kämpfen gegen den Ärger an, das du ihm deine Nummer nicht gegeben hast. Noch mehr ärgerst du dich darüber, dass er gar nicht nach deiner Nummer gefragt hat. Was war das bloß?

Eine Tatsache zu dem Beginn der Geschichte habe ich noch verschwiegen. Es handelt sich nicht um eine zufällige Begegnung mit einem Fremden, sondern mit einer Person, mit der du einen gemeinsamen Freund hast. Dir ist das seltsame Verhalten deines Freundes aber überhaupt nicht aufgefallen, da du ja nur Augen für ihn, diesen unheimlich interessanten Mann, hattest. Das dein Freund teilweise eifersüchtig und seltsam reagiert hat, war dir entgangen und eigentlich auch total egal.

Wochen vergehen und du bekommst ihn einfach nicht aus deinem Kopf, nimmst diese Tatsache aber auch nicht so richtig wahr, denn da war ja eigentlich nichts. Bis du dann schließlich eine Nachricht von deinem Freund erhältst in der es um „IHN“ geht. „Ich wollte deine Nummer nicht einfach so rausgeben, auch wenn er mich danach gefragt hat. Zudem wollte ich dir noch sagen das er verheiratet ist. Also soll ich ihm deine Nummer geben oder lieber nicht?“

Du hörst dein Herz immer noch klopfen während du wie in Trance auf dein Handy starrst und ständig das Wort „verheiratet“ wiederholst. Dein Bauch zieht sich zusammen so als würden die Schmetterlinge gerade anfangen sich zu übergeben. Deine Finger fangen an zu tippen, und so als würdest du von außen zusehen, liest du die Worte: „Ja du kannst ihm ruhig meine Nummer geben, lieb das du fragst.“

Es dauert nur Minuten bis du die sehnsüchtig erwartete Nachricht von ihm erhältst. „Hi, ich hoffe es ist ok für dich, dass ich mich bei dir melde, du gingst mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf….“

Beflügelt von Neugier und seinen netten Worten, die süchtig machen, kommt ihr aus dem Schreiben gar nicht mehr heraus und das geht jeden Tag so weiter. Bis er eines Tages vor deiner Tür steht, einfach so. Du zögerst aber die Neugier trägt dich praktisch zu ihm.  „Hi!“ sagt er dir tief in die Augen blickend mit einem Lächeln. „Hi!“ antwortest du zögerlich. „Ich konnte nicht anders, ich wollte dich unbedingt sehen, schlimm?“ Du lächelst nur. Ihr fahrt stundenlang mit dem Auto spazieren und redet über Gott und die Welt, du hast das Gefühl als hättest du dich noch nie so gut gefühlt.

Doch jeder noch so schöne Tag geht einmal vorbei und es wird Zeit sich zu verabschieden. Ihr schnallt euch ab, er beugt sich langsam zu dir rüber und schaut dir tief in die Augen. Seine Lippen nähern sich deinen Lippen doch du ziehst deinen Kopf weg. Er schreckt zurück: „Oh ok tut mir leid, das war jetzt wirklich unangebracht!“ „Allerdings immerhin bist du verheiratet oder hast du das etwa vergessen?“ antwortest du. Er seufzt und dreht mit den Fingern eine Haarsträhne von dir. Dann steigt ihr aus und du machst dich auf den Weg zu deiner Haustür, ohne dich umzudrehen. „Warte!“ hörst du ihn rufen. Dein Verstand bittet dich, fleht dich an einfach weiterzugehen, aber du kannst ihn nicht hören, denn dein Herz schlägt zu laut. Also drehst du dich um er kommt direkt zu dir gelaufen und steht vor dir:“ Ich weiß gar nicht, wie ich mich von dir verabschieden soll.“ Du schaust ihm tief in die Augen, sagst aber nichts. „Ist eine Umarmung ok?“ fragt er. Du nickst zaghaft und ihr umarmt euch, bis ihr euch schließlich küsst….

Und da ist er der Anfang von etwas nur von was?

Tagelang kannst du an nichts Anderes mehr denken, als an Ihn und diesen unglaublichen Kuss. So hat dich noch nie zuvor jemand geküsst. Deine Prinzipien sind dir völlig egal geworden, du würdest alles tun um ihn nochmal so küssen zu dürfen.

Doch leider vergehen Wochen und keine Nachricht von ihm. Du bist voller Sehnsucht, die dich innerlich auffrisst. Du versuchst dein Leben zu leben und versuchst ihn zu vergessen, du gehst aus, lernst andere Männer kennen, unverheiratete Männer, aber keiner ist wie er. Dennoch lässt du dich auf den ein oder Anderen ein, aus Einsamkeit und Wut. Du tust Dinge, die das absolute Gegenteil von dem sind wer du bist und wirst dadurch noch unglücklicher. Bis er wieder auf der Bildfläche erscheint und versucht dich anzurufen. Du hältst dein Handy in der Hand und starrst es regungslos an. Der Anruf ist vorbei und du tust nichts, schaust einfach weiter ungläubig auf dein Telefon. Er schreibt: „Ich habe gerade versucht dich zu erreichen, ich weiß, dass es ein Fehler ist, weswegen ich mich auch nicht mehr bei dir gemeldet habe. Ich habe versucht dich zu vergessen, naja , was soll ich sagen? So sehr ich es auch versuche und mich auf meine Ehe konzentriere, ich kann dich einfach nicht vergessen. Aber wahrscheinlich hast du mich schon längst vergessen.“ Dein Herz macht vor Freude Luftsprünge genau diese Worte wollte es hören. Dein Verstand bremst dein Herz und bringt dich dazu dein Handy wegzulegen, ihn wegzulegen. Doch dein Herz gibt keine Ruhe, es bringt deine Finger dazu zu kribbeln bis du ihm endlich antwortest. Dein Verstand springt dazwischen und schafft es wenigstens deine Antwort zu manipulieren und so schreibst du: „Stimmt, ich habe dich vergessen!“ Damit sollte diese Geschichte nun endgültig zu Ende sein. „Oh, ok dann bleibe ich bei meinem ursprünglichen Plan und versuche weiterhin dich ebenfalls zu vergessen.“ antwortet er. Dein Herz umklammert den Verstand und macht ihn handlungsunfähig es kann nicht zulassen das die Geschichte so endet. Also bringst du es nicht übers Herz es dabei zu belassen und rufst ihn schließlich an: „Hi!“ Du hörst ein verwundertes „Hi!“, von seiner Seite. Es herrscht Stille, bis du dich überwindest etwas zu sagen. Dein Herz schlägt dir bis zum Hals und du hast das Gefühl als würdest du keinen Ton rausbekommen: „Ich habe dich nicht vergessen.“ hörst du dich leise sagen. Du hörst seine erleichterte Stimme und er sagt: „Ach süße das solltest du aber, ich möchte dir nicht weh tun!“ „Das hast du bereits!“ antwortest du. „Das tut mir sehr leid“, sagt er. Du merkst wie dir Tränen in die Augen steigen und bist nicht in der Lage darauf noch irgendetwas zu sagen. „Können wir uns sehen?“ fragt er. Du antwortest mit einem kurzen ja.

Der Moment als du ihn wiedersiehst ist unbeschreiblich schön. Den Verstand hast du zu Hause gelassen und du genießt den Moment mit ihm. Ihr küsst euch, ihr liebt euch, zumindest fühlt es sich für dich so an. Solche Momente werdet ihr immer mal wieder zusammen erleben, nur das du mehr willst und er dir nie das geben kann und will, was du wirklich brauchst.

Jahre vergehen und du fühlst dich einsam und gefangen zugleich. Du bist gefangen in einer fiktiven Beziehung, die dich niemals ganz erfüllen wird. Loslassen kannst du aber auch nicht. Es ist ein bisschen so, als bewache ein großer, böser Drache das Schloss in dem du wohnst und du es nicht alleine schaffst das Schloss zu verlassen. Einzig retten kann dich nur ein Prinz, die Frage ist, wirst du ihm Entgegengehen?

Wie endet diese Geschichte für dich? Lässt du sie enden oder wird es eine endlose Geschichte?

 

 

 

 

Warum ich bin, wie du fühlst….

Reden wir über Vorurteile und darüber wie wir die Personen sehen. Der erste Eindruck zählt so sagt man, doch mache ich ja nicht bei jedem denselben ersten Eindruck. Es wird einfach so viel in mir gesehen.

Auf einige scheine ich eine Ausstrahlung wahrhaftiger Arroganz zu haben, vielleicht war es in einem bestimmten Moment ein bestimmter Blick der genau das über mich aussagte, vielleicht, die Art wie ich an ihnen vorbeigegangen bin, vielleicht habe ich auch einfach nicht gegrüßt, weil ich gerade wieder in meiner Tagträumerei versunken war. Es gibt viele Möglichkeiten, die dazu führen könnten das jemand so über mich denkt.

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Andere hingegen sehen in mir eine liebe Person, weil sie von Anfang an mit mir gesprochen haben und gemerkt haben, das wenn man lieb zu mir ist, auch etwas Liebes von mir zurückkommt.

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Wieder Andere finden ich sei sehr zickig. Das kann durchaus sein. Wenn man mir gegenüber ganz bestimmte Verhaltensweisen rauslässt, dann werde ich ja ziemlich komisch und da kann ich dann auch schon mal zur Oberzicke mutieren.

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Ganz andere sehen in mir ein kleines, dummes, Blondchen mit einem großen Hang zur Naivität. Das führen sie ganz stumpf einfach nur auf meine optische Erscheinung zurück. Laut optischem Klischee sollte ich wohl so sein.

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Viele finden mich auch total albern und denken das ich gar nichts ernst nehme. In manchen Situationen ist es durchaus so, dass ich einfach nicht ernst sein kann, lernt man mich in diesen kennen, kann ich durchaus nachvollziehen das einige mich nicht ernst nehmen.

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Dann gibt es noch die, die das tiefgründige in mir sehen, die, die mich auf eine ganz andere Art verstehen und sehen.

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Ich könnte jetzt unendlich so weiter machen und das Ergebnis wäre dann, das ich alles bin. Aber wie bin ich denn nun eigentlich wirklich? Ich bin das alles und noch viel mehr, weil ich für jeden anders bin. Das liegt einmal an der Person als solches wie diese mit mir umgeht und welche Eigenschaften sie dadurch aus mir herausholt und daran, das einfach jeder Mensch, jeden anders sieht. Wie oft haben wir uns schon gefragt was sieht er nur in ihr? Manche sehen Dinge in jemandem die wir nicht sehen. Somit gebe ich euch allen Recht zu der Einschätzung, die ihr über mich habt, denn wichtig ist halt in dem Moment für euch nicht wie ich wirklich bin, sondern wie ich in dem Moment auf euch wirke.

Ich kann alles sein was du willst, du musst es nur aus mir herausholen.

Gefühle

Es waren einmal acht Freunde. Die trafen sich, verstanden sich und ergänzten sich perfekt. Doch wie alles, nahmen auch hier die Dinge ihren Lauf und es änderte sich. Die Freundschaft der acht Freunde veränderte sich…

Von wem genau ich spreche?

Von der stillen, ruhigen und dunklen Frau. Sie hatte pechschwarzes, langes glattes Haar, dunkle Augen voller Trostlosigkeit, sie war einfach nicht in der Lage zu lächeln. Wenn sie den Raum betrat wurde die Stimmung dunkel und trübselig. Sie schaffte es immer wieder in einem die dunkelsten Gefühle hervorzurufen ihr Name war Traurigkeit.

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Ihr Freund, ihr Partner, war der Einzige, der ihr ein Lächeln entlocken konnte, der die warmherzigen Gefühle in ihr weckte und der ihren dunklen Augen ein Funkeln entlocken konnte. Er selbst hatte braunes Haar, grüne Augen und wenn er den Raum betrat fühlte man sich verstanden und beruhigt. Sein Name war Verständnis.

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Ein Seufzen entlockte ihm allerdings der Freund, der einfach nie gute Laune hatte, der einfach immer etwas negatives fand und feststellte. Der dunkelhaarige, sich hinter seinem Vollbartversteckende große Mann mit seinen dunklen Augen und der Zornesfalte war einfach niemals gut drauf, sein Name war Frust.

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Seine Freundin war das genaue Gegenteil von ihm und man wunderte sich wirklich über diese Ungleiche Paar, vermochte es Frust doch alle zu frustrieren so blieb eine stets mit sich im Reinen. Die kleine, freche, dunkelblonde und grünäugige lies sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen. Jeden Tag konnte man in ihr lächelndes Gesicht sehen. Ihr Name war Zufriedenheit.

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Ihre beste Freundin war nicht das Gegenteil von ihr, sie lächelte genauso oft, wenn nicht noch mehr, hatte hellblondes, leuchtendes Haar und hellblaue, lebhafte Augen, die wie Sterne leuchteten. Schlechte Laune war etwas, was sie nur vom sehen und hören kannte. Ihr Name war Fröhlichkeit.

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Fröhlichkeit war so fröhlich, dass sie davon etwas abgeben wollte und so kam sie mit jemandem zusammen der absolut nicht fröhlich war, dem nichts glücklich stimmte. Er war der Einzelgänger, dunkelhaarig, gutaussehend mit blauen Augen und einem traurigem Lächeln. Seine mysteriöse Art, fand Fröhlichkeit interessant und tatsächlich sagte er einmal zu ihr, dass sie ihn sehr glücklich macht. Sein Name war Unzufriedenheit.

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Die einzige, mit der er je tiefsinnige Gespräche zugelassen hat, ist diejenige, die Unbehagen verbreitete, man vermutete, dass es keine böse Absicht der hellblonden Schönheit mit ihren grünen Augen  war. Dennoch schaffte sie es immer, dass jeder lieber seinen eigenen Weg ging, ja sie brachte durch ihr Unverständnis alle früher oder später auseinander. Ihr Name war Missverständnis.

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Missverständnis für sich zu gewinnen ist keine Kunst. Weder Können, noch Kämpfe können sie dazu bringen zu verstehen, dass man es wirklich gut mit ihr meint, sie sogar lieb hat. Für sie ist es lange Zeit unmöglich gewesen jemanden zu finden. Doch dann kam er, rothaarig, grünäugig und verzauberte sie mit seinem frechen Blick. Sein Name war Glück.

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Diese Paare und diese Freundschaft untereinander brachte ein Gleichgewicht der Gefühle in die große weite Welt. Es führte bei den Menschen zu Ausgeglichenheit der Gefühle. Jeder wusste, was er fühlte, was ihm gut tat und was ihn traurig und frustriert machte. Es entstanden innige Freundschaften und Liebe.

Doch wie fing die Geschichte an?

Dinge ändern sich.

Es fing mit Fröhlichkeit an, nach einem Streit mit Unzufriedenheit weinte sie wochenlang. Sie hatte soviel von ihrer Fröhlichkeit in diese Beziehung gesteckt, das sie nach und nach ihre Fröhlichkeit verlor. Sie fing an es nicht mehr zu ertragen. Um ihre Fröhlichkeit nicht ganz zu verlieren, verließ sie Unzufriedenheit.

Unzufriedenheit konnte diese ewige Fröhlichkeit auf Dauer nicht verstehen und war genervt von ihr, er hatte das Gefühl, das nur Traurigkeit ihn so richtig verstand. Diese fing an etwas für Unzufriedenheit zu empfinden und das merkte ihr Freund Verständnis und lies sie gehen.

Er traf auf die traurige Fröhlichkeit und seine Art zu verstehen verzauberte sie auf eine einzigarte Art und Weise. Ihre frohe Art lies ihn ganz warm ums Herz werden. So fanden Fröhlichkeit und Verständnis zueinander.

Trennungen sind unheimlich ansteckend, so auch bei Zufriedenheit und Frust. Durch ihr Zusammensein mit Frust verlor Zufriedenheit, genauso wie Fröhlichkeit bei Unzufriedenheit, immer mehr ihre innere Ruhe, ihr Zufriedensein. Auch Glück merkte, dass seine Fähigkeit, dass ihm einfach immer alles gelang , immer mehr schwindete. Der letzte Rest dieser Gabe brachte ihn zu Zufriedenheit.

Missverständnis verstand wie immer die Welt nicht mehr und so kam ihr Frust ganz gelegen.

Gegensätze ziehen sich an doch gleich und gleich gesellt sich gerne. Die Geschichte endet damit, dass sie nicht endet. Die neuen Beziehungen dieser Gefühle hielten für immer.

Und was passierte nun mit den Menschen? Mit der bedingungslosen Liebe? Eine Zeitlang herrschte Chaos ein absolutes Chaos der Gefühle. Viele wollten keine Veränderungen, andere hatten einfach Angst, Angst vor, für immer, Angst vor Langeweile.

Die Liebe vorher war aufregend, leidenschaftlich und eine Herausforderung.

Die gegenwärtige Liebe ist, beständig, einfach und echt.

Nun liegt es an jedem selber, worauf er sich einlassen möchte…

 

 

Warum ich dich nie verletzen möchte

„Ich will nicht die Erste sein an die du dich erinnerst, ich will die Letzte sein, die du vergisst!“

Eines meiner Lieblingszitate und Lebensmottos. Genauer drüber nachgedacht möchte ich, dass dieses Zitat nur auf die Person in meinem Leben Anwendung findet, bei der ich ebenso empfinde.

Im ersten Moment hört sich das so toll an und wer möchte nicht von jedem geliebt und für jeden etwas Besonderes sein? Aber was, wenn dies wirklich zutrifft und du bist für mehrere die Letzte Person, die sie vergessen? Wie fühlt es sich wirklich an? Ich kann es euch sagen, schrecklich. Ich habe es eine Zeitlang unterschätzt wie weh es mir selbst tun kann einen anderen Menschen zu verletzen. Als ich jung war, habe ich mich über jeden gefreut, der zu mir „ich liebe dich!“ sagte. Aber was dann? Wenn die Worte ausgesprochen sind und ich nicht dasselbe empfinde? Dann hört der Spaß nämlich auf. Ich werde die andere Person verletzen, egal was ich jetzt tue. Dieses Gefühl ist unerträglich. In solchen Momenten wünsche ich mir immer wieder, das man mich nicht lieben soll. Ich ertrage es einfach nicht jemanden so viel Schmerzen zuzufügen.  Es zerreißt mich innerlich und ich fange an mich selbst zu hassen, mir die Frage zu stellen, wieso ich überhaupt zu so etwas fähig bin. Was ich für eine Art Mensch bin. Aber ich habe es getan, ich habe Fehler gemacht, ich habe es oftmals auch provoziert, nur um zu sehen, wie beliebt ich sein kann. Heute hasse ich mich dafür. Nur um den Marktwert zu testen, Menschen zu verletzen, das ist es nicht nur nicht Wert, das ist einfach das Letzte.

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Sätze wie: „Was kann ich tun, damit du mich liebst?“ Oder „Ich werde warten!“  verletzen mein Herz. Meine Antwort darauf muss dann „Du kannst gar nichts tun.“ Und „Lass los!“ heißen.

Doch bring diese Sätze erst Mal übers Herz, vor Allem reichen diese Sätze nicht bei jemandem, um den es bereits geschehen ist. Sie werden kämpfen und ich werde sie verlieren lassen und ihnen das Herz brechen.

Gut ihr Herz wird nicht für immer gebrochen sein und sie werden jemand besseren finden, als mich. Ich bin ja ein Glück nicht unersetzbar. Aber dieses Gefühl mehrere Herzen gebrochen zu haben macht mich unheimlich traurig.

Ich bin ein Mensch, der aus Fehlern lernt!

Ich möchte nie wieder jemandem das Herz brechen, das habe ich mir fest vorgenommen! Ich hoffe aus tiefstem Herzen, durch Liebe, Achtsamkeit und Empathie behutsam mit den Herzen anderer umzugehen!

Die Dinge ändern sich.

Früher war meine größte Angst nicht geliebt zu werden. Heute ist meine größte Angst so sehr geliebt zu werden, dass ich diese Liebe nicht erwidern kann.

Ein guter Freund sagte einmal zu mir, als ich fast zerbrach:

„Gefühle und Emotionen kannst du nicht lenken, das bist halt du!“

Ich wusste, dass er Recht hatte, dennoch versank ich eine ganze Zeitlang in tiefe Traurigkeit. Das ist halt der Fluch, den man als Herzmensch hat. Der Sinn für mich im Leben ist nicht nur Liebe zu bekommen, sondern auch Liebe zu geben.

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