Mein Wort ist wertvoll

Ich habe das Gefühl, dass sich etwas für mich sehr wichtiges total verändert hat. Etwas sehr wertvolles, der Wert des Wortes. Ich meine was ist passiert? Wie ist es dazu gekommen? Ja es sind Möglichkeiten dazu gekommen, doch wieso lassen wir es zu, dass diese unser Miteinander, unser gegebenes Wort so negativ beeinflussen?

Wenn etwas Neues kommt muss etwas Altes weichen…

Verabredungen in den 90ern: „Samstag treffen um 20 Uhr?“ „Klar, ich freu mich drauf!“ Keine Handys, kein nochmal drüber reden. Abgemacht ist abgemacht und da gab es auch nichts mehr dran zu rütteln. Jeder war zum vereinbartem Zeitpunkt an dem vereinbarten Ort. Damals hatte ich auch nicht einmal das Gefühl, dass die andere Person plötzlich absagen oder einfach nicht kommen würde. Es war eine sichere Sache, denn es war ja schließlich so abgemacht.

Verabredungen heute: „Wollen wir uns am Samstag um 20 Uhr treffen?“ „Oh ja, sehr gerne.“ Inzwischen geht keiner mehr ohne sein Handy aus dem Haus und damit wurde die Zuverlässigkeit komplett in das Handy geschoben. Ich kann mir nicht mehr sicher sein, dass das Treffen am Samstag wirklich stattfindet. Ich kann mir nur sicher sein, dass meine Verabredung erreichbar ist, dass ich erreichbar bin, um die spontane Absage, die spontane Änderung der Uhrzeit oder des Ortes zu erhalten.

Doch was hat sich verändert, außer die Erreichbarkeit, die einfache Möglichkeit abzusagen? Was ist mit uns, unserer Gesellschaft passiert? Haben wir uns wirklich alle verändert oder waren viele von uns schon immer so und hatten nur einfach nicht die Möglichkeiten und Gründe abzusagen?

Nicht nur die Erreichbarkeit war früher eingeschränkt, sondern auch die Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigungen. Damals hat man sich während des Verabredens keinerlei Gedanken darüber gemacht, ob sich noch etwas Besseres ergibt, denn das war einfach nicht der Fall. Die heutige Generation fühlt sich nur noch hin und hergerissen zwischen den unendlich vielen Möglichkeiten und den unendlich vielen Bekanntschaften. Festlegen ist nichts Gutes, sondern eine Belastung, etwas, was dazu führt, was zu verpassen. Doch gerade mit dieser Einstellung verpasst diese Generation leider alles. Denn niemand ist mehr wirklich dort, niemand ist mehr wirklich zusammen und niemand hat mehr so richtig Spaß. Die meisten wissen nicht einmal mehr, was das überhaupt bedeutet.

Täglich wir die Zahl der Alternativen, erhöht.

Hier wo ich jetzt bin, möchte ich plötzlich nicht mehr sein, die Person, die ich glaube zu lieben, möchte ich weder immer bei mir haben noch möchte ich sie verlieren. Jeder Tag gibt mir neue Möglichkeiten, stellt mich vor Entscheidungen und ein Ende ist nicht abzusehen. Durch die Alternativen der modernen Gesellschaft ist das Alltägliche zersplittert – ich bin zersplittert. Kaum etwas ist unmöglich und kaum noch etwas notwendig und fast alles könnte jeden Tag anders sein.

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Friedrick Tenbruck sagte einmal: „Die Eigentümlichkeit unserer Zeit sei ihre Unübersichtlichkeit.“

Jetzt weiß ich, warum ich mich oft so verloren fühle. Ich liebe die Übersichtlichkeit, ich brauche sie auch, um mich wohl zu fühlen. Auch weiß ich heute genau was ich möchte, denn ich entscheide mich jeden Tag aufs Neue für dich, für mich und für meinen aktuellen Lebensweg. Ich lasse mich nicht zerreißen oder durch Einflüsse von meinem Weg abbringen. Es ist, als würde ich geradeaus gehen zusammen mit meinen Freunden, doch nach und nach kommt jeder vom Weg ab und ich gehe diesen weiter, allein. Natürlich bin ich neuem Gegenüber aufgeschlossen und einer kleinen Erkundungsreise nicht abgeneigt. Ich schaue nach Links und auch noch Rechts, jedoch ohne zu vergessen, wer ich bin. Ich bleibe ich immer bei mir, bei meiner inneren Stimme, bei meinem Herzen. Und ich fühle mich gut damit, denn letztendlich führt dieser Weg nicht nur geradeaus, er führt mich dorthin, wo ich sein will ganz ohne Umwege und Verwirrung, er ist übersichtlich und ich mag das.

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Vorfreude ist die schönste Freude.

Doch stirbt die Vorfreude durch das moderne Verhalten aus. Ich erinnere mich, wie oft ich mich auf Treffen, anstehende Events und Geburtstage gefreut habe. Oftmals monatelang und das Einzige was hätte dazwischen kommen können wäre eine Erkältung gewesen. Diese damaligen Ereignisse haben mir wundervolle Erinnerungen beschert, Erinnerungen von denen ich heute noch zerre und die nicht mehr zu toppen sind. Es ging nicht unbedingt um das Ereignis, welches die Erinnerung so besonders macht, sondern darum, wie wir dieses Ereignis zusammen erlebt haben, die Emotionen, die ich damit verbinde. Es war tiefgründiger, verlässlicher und besonders.

Heute gibt es ständig neue Ereignise, neue Events, die wir mit wechselnden Bekannten erleben. Es sind gemeinsame One-Night-Erlebnisse, die uns für einen Abend zu besten Freunden machen ohne ein Danach.

Ich kenne kaum noch jemanden, wie mich. Ich fühle mich wie das letze Einhorn bevor es seine Reise mit der Frage beginnt: „Gibt es noch andere, wie mich?“

Trotz der neuen Möglichkeiten habe ich selbst mich nicht verändert. Ich denke noch wie früher und mein Wort zählt heute noch genauso wie damals. Ich fühle Vorfreude, ich empfinde Dankbarkeit, wenn ich eingeladen werde und ich erwarte nichts, außer ein nettes Beisammensein, gemeinsames Lachen und tolle Gespräche. Dennoch feiere ich selbst kaum noch. Zuviel Enttäuschung empfinde ich tief in mir. Die Vorfreude, die ich mal hatte, wenn ich meine Geburtstagsfeier geplant habe wird dadurch getrübt, dass kein Wort mehr etwas wert ist und ich erst weiß, wer wirklich zu meiner Feier kommt, wenn die Feier beginnt. Das Gefühl, Freude zu verbreiten, wenn ich zu einem Ereignis einlade habe ich schon lange nicht mehr. Es ist eher ein Gefühl als täte ich das nur für mich und damit ich den anderen damit nicht zur Last falle muss ich auch ordentlich was bieten. Das Essen muss stimmen und der Alkohol muss fließen, denn ohne den Alkohol wird die Feier ein Flop. Denn die meisten haben vergessen wie es ist Spaß zu haben, wie es ist etwas Echtes zu empfinden, sich auf etwas einzulassen.

Also mache ich mich auf den Weg, die zu finden, deren Wort noch etwas wert ist. Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin. Wahrscheinlich habt ihr euch einfach nur angepasst, versteckt euch hinter euren eigenen Erfahrungen und Enttäuschungen. Doch vielleicht finden wir eines Tages wieder zusammen und erleben unvergessliche, gemeinsame Ereignisse für mehr als nur eine Nacht.

Und falls nicht, falls ich die Letzte sein sollte so wird mein Wort dennoch immer etwas Wert sein, einfach weil ich es mir Wert bin!

 

 

 

Oberflächlichkeit die Illusion von Gefühlen und Momenten

Bist du wirklich da? Hörst du mir wirklich zu? Und bist du wirklich einfach nur nett zu mir?

Oberflächliches Verhalten ist für mich wie eine Illusion, wie eine Situation, die ich mir nur einbilde, die nicht wirklich da ist. Wenn eine Person sich mir gegenüber so verhält, dann ist sie für mich einfach nicht wirklich da, nicht greifbar, nicht echt.

Es gibt auch ein Zitat, welches ich glaube ich anders verstehe, als viele andere und welches ich auch überhaupt nicht gerne höre und schon gar nicht selbst verwende.

„Nett ist der kleine Bruder von Scheiße!“

Dieses Zitat kennen wir glaube ich alle oder? Wie findest du dieses Zitat und hast du es selbst schon oft angewendet? Mit jemanden oder etwas nett finden ist dann quasi etwas halbherziges gemeint, nett sein ist also in dem Sinne etwas Halbherziges.

Ich finde dieses Zitat doof, denn nett zu sein, wahrhaftig nett ist so mit das Schwierigste was es gibt, wenn Jemand also eine wirklich nette Person ist, bewundere ich diese tolle Eigenschaft und würde damit nie Halbherzigkeit in Verbindung bringen.

Woher kommt also dieses Zitat und die Meinung darüber, das wenn etwas oder jemand nett, ist, dies als ok statt besonders interpretiert wird?

Es gibt diese unnahbare, unechte Nettheit, die für mich nicht greifbar ist.

Da würde dann dieses Zitat für mich auch durchaus Sinn machen. Es gibt so unheimlich nette Menschen, die wirklich auf unheimliche und unehrliche Art nett sind, einfach oberflächlich und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann mit dieser Form von Nettigkeit überhaupt nichts anfangen, damit bewirkt jemand bei mir auch so total das Gegenteil.

Ich bin da wahrscheinlich auch etwas extrem, klar ist es wichtig oberflächlich gesehen nett zu sein, aber sobald ich da diesen Hauch von Unechtheit spüre bekomme ich einfach nur Gänsehaut und fühle mich nicht mehr wohl. Auch bin ich für oberflächliche Veranstaltungen einfach nicht geeignet, wenn etwas für mich nicht greifbar ist sehe ich keinen Sinn meine Energie einzubringen, weswegen ich auf solchen Veranstaltungen, (wenn ich sie nicht vermeiden kann), einfach nur dumm rumstehe, wie bestellt und nicht abgeholt und einfach froh bin, wenn es vorbei ist.

Mit Komplimenten ist es bei mir ähnlich auch da bin ich anspruchsvoll. Wenn mir ein Mann sagt er möchte mit mir zusammensein, weil ich gut aussehe, finde ich das ganz furchtbar. Ich bin doch kein Zierpüppchen, auch wenn ich gerne gut aussehe und mich darüber freue auch so wahrgenommen zu werden, so ist das gute Aussehen doch nur ein kleiner Teil von mir und nicht das, was mich ausmacht. Wer mich darauf beschränken möchte beleidigt mich eher, als das er geeignet ist mir ein Kompliment zu machen.

Thema Social Media natürlich lässt sich dort Oberflächlichkeit nicht vermeiden und ich kann auch nicht von jedem einzelnen Follower absolute Echtheit erwarten. Dennoch habe ich vor kurzem in meiner Story meine Erwartungen und Wünsche geäußert und ich gebe auch ehrlich zu, dass ich schon enttäuscht bin, das einige die mir folgen gar nicht wissen, was für einen Sinn ich mit meinem Profil bezwecke. Poste und folge mit Bedacht ist da meine Divise. Warum sollte ich einem Profil folgen, wo ich weder den Sinn und Zweck verstehe noch daran interessiert bin? Das Miteinander soll dynamisch sein, Spaß machen und es sollten immer beide Seiten etwas davon haben. Es geht mir auch nicht darum, das die ganze Welt mich toll findet im Gegenteil, ich würde mich auch über einen höflichen Meinungsaustausch sehr freuen, einfach über eine Reaktion. Aber dieses ganze Sein und Schein dieses passive Miteinander das liegt mir nicht und das ist auch etwas wo mich ein Abschied einfach nicht traurig macht.

Wenn es drei Menschen gibt, mit denen ich so eine Dynamik habe, habe ich da Tausendmal mehr etwas von als von Tausend passiven Followern

Auch denke ich oft über das Lebensmotto von Cinderella nach, welches ihr, ihre Mutter hinterließ:

„have courage and be kind“ (in etwa: Hab Mut und sei freundlich/gütig)

Cinderella setzt die Freundlichkeit auch tadelos um und wir sehen in ihr nur die Opferrolle und die Tatsache, dass Freundlichkeit einen nicht weit bringt.

Aber ist das wirklich so? Bei den richtigen Menschen um dich herum, bringt Freundlichkeit und Güte einfach alles, es kommt einfach unheimlich viel zurück. Bei einem falschen Umfeld allerdings kannst du noch so freundlich sein und es kommt einfach nicht an. Dann brauchst du den Mut, den Mut dieses Umfeld zu verlassen und dir ein Umfeld zu suchen, welches dein Wesen, deine Freundlichkeit zu schätzen weiß. Das ist das, was ich tue, ich schaffe mir mein Umfeld in dem ich mich wohlfühle, dazu gehört Freundlichkeit und vor Allem Mut!

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Wenn du also eine nette Person bist, die echtes Interesse an dem Drumherum hat, dann würde ich mich über einen netten Kommentar sehr freuen!

Bis dahin sei mutig und freundlich!

Deine Janine