Warum meine eigene Meinung so wichtig ist

Anerkennung ein Wort mit starkem Gewicht. Jeder von uns möchte Anerkennung. Hierdurch entsteht in unserem Inneren ein falsches Denken. Wir sperren uns selbst in ein Gefängnis des Gefallen wollens und werden dadurch sogar unbeliebter und unglücklicher.

Ich versetze mich bei meinen Gedanken dazu gerne in meine Teenagerzeit zurück, die Zeit der Unsicherheit schlechthin. Immer von der Angst des Alleinseins begleitet. Jeder oder die Meisten von uns haben sicherlich in der Teenagerzeit eine Phase des Alleinseins hinter sich. Ich war an meinem 17.Geburtstag total alleine. Sauer auf die ganze Welt mit dem Gefühl, dass mich keiner versteht. Aus heutiger Sicht auch total verständlich, wie soll mich denn jemand verstehen, wenn ich mich selbst in ein Gefängnis gesperrt habe und nicht rauskomme, also nicht wirklich aus mir herauskomme? Anderen Meinungen einfach zustimme, weil ich mich nicht traue meine Meinung zu äußern, geschweige denn dafür einzustehen. So bin ich doch nur eine Person ohne Persönlichkeit.

Persönlichkeit

Doch die eigene Persönlichkeit kommt mit dem Erwachsenwerden, sollte sie zumindest. So unsicher ich auch als Teenager war, so habe ich doch schon immer meine Entscheidungen selbst getroffen. Ich habe niemanden gefragt, ob der Typ in den ich mich gerade verknallt hatte auch cool genug dafür war. Auch habe ich bei der Wahl meiner Ausbildung nur auf mich gehört. Ich wollte im Gegensatz zu allen anderen damals einen sicheren Beruf mit viel Freizeit. Sicherlich haben mich viele in meinem Alter damals nicht verstanden, wie ich Sicherheit und Freizeit, der Kreativität und Leidenschaft vorziehen konnte. Heute bekomme ich öfter mal spitze Bemerkungen wie „du musst ja viel Zeit und Langeweile haben“ oder „du arbeitest ja sowieso nicht“, die aus Neid entstehen. Dabei möchte niemand mehr sehen, was ich dafür geopfert habe. Ich habe nicht den perfekten Beruf gesucht, der Spaß macht, ich habe einfach nur einen Beruf gesucht, der mir ermöglicht viel freie Zeit zu haben. So gehe ich heute einem langweiligen Beruf nach und werde nun sogar teilweise darum beneidet. Einer der Gründe, warum ich froh bin auf mich gehört zu haben, denn Meinungen ändern sich und ich bin diejenige, die mit ihrer Entscheidung leben muss.

Du fragst dich jetzt sicherlich, wo die Anerkennung bleibt, nach der wir uns sehnen? Umso mehr du eine eigene Persönlichkeit entwickelst, umso mehr triffst du auf Leute, die diese Persönlichkeit schätzen und damit kommt dann auch die Anerkennung. Und zwar nicht irgendeine Anerkennung, sondern etwas Echtes. Deine wirkliche Persönlichkeit wird geschätzt und nicht das Trugbild was du erschaffen hast.

Der Gefängnisausbruch

Jeder von uns möchte frei sein. Also lass uns aus dem Gefängnis, sich Gedanken über die Gedanken anderer zu machen, ausbrechen. Umso älter ich wurde, umso freier wurde ich auch. Ich finde, das dies eines der Vorteile am Älterwerden ist. Man selbst lernt sich immer besser kennen und macht das, was einem gut tut. Zudem erfreut sich dieses Verhalten entgegen aller Ängste besonderer Beliebtheit. Ich bin schon immer nüchtern durchs Leben gegangen. Natürlich werde ich nicht weniger von Ängsten begleitet als alle anderen, aber ich hatte nie das Bedürfnis, diese durch Alkohol zu betäuben. Wahrscheinlich trinken deshalb soviele Alkohol um sich zu amüsieren, weil sie es ohne nicht können. Sie befinden sich nach wie vor in dem Gefängnis und der angstlösende „Zaubertrank“ ermöglicht es den meisten kurzzeitig frei zu sein. Doch wieso geben sich soviele mit der Illusion von Freiheit zufrieden statt wirklich frei zu sein? Brich aus! Triff deine Entscheidungen, lebe mit diesen und genieße die Freiheit! Stell dir vor, du hast es wirklich geschafft und dich frei von den fremden Gedanken gemacht überlege mal, was du außer Freiheit noch dazugewinnst.

Energie

Wir verschwenden teilweise einfach viel zu viel Energie damit, uns Gedanken darüber zu machen wie wir ankommen. Jetzt nimm diese Energie und nutze sie für etwas Sinnvolles. Kaum vorstellbar, was du mit diesere neu gewonnenen Energie alles anfangen könntest. Zudem lebst du auch gesünder, weil du auf inneren Druck und Alkohol verzichtest.

Glück

Der allseits bekannte Satz:“Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist so unglaublich wahr. Du kannst dein eigenes Glück nur finden, indem du verinnerlichst, dass die einzige Person und Meinung, die dich je glücklich machen immer ausschließlich mit dir verbunden sind. Wenn du nicht damit aufhörst dein Glück von anderen Personen und Meinungen abhängig zu machen, wirst du auch niemals glücklich werden. Eine große Erleichterung und das damit verbundene Zufriedenheitsgefühl wird sich bei dir sofort einstellen, wenn du dir wegen der Anderen einfach keinen Stress mehr machst. Dein Stresslevel wird sinken und das tut unheimlich gut.

Selbstwertgefühl

Indem dir die Meinungen, der anderen egal werden und du deine eigene Meinung für dich über die Meinungen der anderen stellst erhöht sich auch nach und nach dein Selbstwertgefühl. Du bist es dir Wert auf dich zu hören. Du stehst für dich und deine Entscheidungen ein und lernst daraus. Du lernst was dir wirklich wichtig ist und erhälst einen hohen Mehrwert, was deine Selbstreflexion angeht.

Niemand außer mir weiß was gut für mich ist.

So sieht mein Gedanke aus, wenn ich über etwas nachdenke. Wenn die Person, die mich am besten kennt und weiß, was sie fühlt nicht einmal hundertprozentig weiß, was gut für sie ist, nämlich ich selbst. Wie kann ich dann von anderen erwarten, dass sie besser wissen, als ich, was gut für mich ist? Ich finde diese hohe Erwartungshaltung anderen gegenüber ehrlich gesagt anmassend. Zu erwarten, dass die andere Person es für mich besser weiß und die Verantwortung für mein Glück übernehmen soll kann nicht nur mir schaden, sondern auch der Beziehung, die ich zu dieser Person habe. Dabei geht es nicht darum, ob die Person die richtige Entscheidung für mich trifft, sondern um meine eigene Erwartungshaltung ihr gegenüber. So etwas darf man einfach von niemandem erwarten. Trotzdem höre ich mir gerne anderen Meinungen an, ohne ein hohes Gewicht darauf zu legen, weil ich es wichtig finde mir unterschiedliche Sichtweisen anzuhören. Aber letztendlich stimmen andere Meinungen mich nicht um. Zum einen Bedenke ich, dass nicht immer alle Meinungen gut gemeint sind, bei vielen steht auch Neid oder die eigene Angst dahinter und dann habe ich noch den unheimlichen Vorteil mich gefühlsmäßig in die Lage zu versetzen ohne etwas schönzureden. Ich stelle mir also die neue Situation vor und wie ich mich damit dauerhaft fühle und daraufhin treffe ich dann meine Entscheidung. Mein Gefühl ist dabei das Allerwichtigste und hat nichts mit Logik zu tun. Wenn ich mich für etwas entscheide, weil es klug und das Logischste ist und weil es alle sagen ist es dennoch nicht gleichbedeutend mit meinem Gefühl. Weder Logik noch Erfolg machen mich glücklich, wenn der Preis dafür zu hoch ist und ich mich dafür in eine Rolle zwängen muss, die ich nicht bin. Und das was ich wirklich fühle, das fühle auch nur ich selbst und kein Außenstehender kann das nachvollziehen. Deswegen ist es mir egal, was andere denken, wichtig bin ich, denn ich lebe und fühle mit mir und niemand sonst. Ich bin es mir wert glücklich zu sein.

„Wer seinen Wert erkennt, hat es zunehmend schwer, sich mit Leuten zu umgeben, die das nicht tun.“

Dieses Zitat kann ich voll und ganz so unterschreiben. Ich selbst habe meinen eigenen Wert erkannt und mir fällt es wirklich immer schwerer mich mit den Leuten zu umgeben, die dies nicht tun. Aber der Kreis schliesst sich, denn dadurch, dass ich weiß, wer ich bin, was ich will und was ich wert bin, treffe ich auf die richtigen Leute, die meinen Wert erkennen und meine Persönlichkeit schätzen und da bin ich nun angekommen. Selbstbewusst, wertvoll, glücklich und anerkannt.

Deswegen sage ich dir jetzt, deine Meinung ist mir völlig egal, du kannst sie behalten und schätzen, denn sie ist deine.

Höre auf dich und sei es dir wert!

Deine Janine

Die Bedeutungslosigkeit der Dinge…

Als Kind fangen wir an Dinge zu lieben oder? Kleine Entdecker, die diese ganzen Dinge um uns herum einfach interessant finden, Spielzeuge, die wir unbedingt haben wollen. Ich hatte wirklich alle Spielzeuge, die ich mir gewünscht habe und ich habe mich an jedem einzelnen Spielzeug erfreut. Warum weiß ich nicht, aber ich habe mein Spielzeug, meine Sachen immer wertgeschätzt und bin immer sehr gut damit umgegangen ich habe es gehegt und gepflegt. Geteilt habe ich es auch mit meinen Freunden, die sich diese ganzen Spielzeuge vielleicht auch gewünscht haben genauso wie meinen Süßigkeitenkorb.

hannah-rodrigo-320734-unsplash

Als Kind habe ich, obwohl meine Süßigkeiten und Spielzeuge für mich quasi selbstverständlich waren, trotzdem wahrgenommen, das sie es nicht sind. Erkannt habe ich es daran, dass die Augen meiner Freunde zu leuchten begannen, wenn sie die Süßigkeiten oder meine Spielzeuge sahen. Das Teilen machte mir nichts aus, mir war aber wichtig, das gut mit den Sachen umgegangen wurde. Umso älter ich wurde, umso mehr schlich sich bei mir aber auch teilweise der Gedanke ein, dass einige meiner Freunde mich vielleicht gar nicht besuchten, um mich zu sehen, sondern wegen meinen Sachen.  Wahrscheinlich war es bei einigen so, aber nicht bei allen, das weiß ich denn im Großen und Ganzen hatte ich als Kind tolle Freunde mit tollen Erlebnissen. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, erinnere ich mich eigentlich auch gar nicht an die ganzen Sachen, ich erinnere mich an Momente, oft waren wir draußen ohne Sachen und hatten einfach gemeinsam Spaß.

analia-baggiano-776861-unsplash

Die Momente ohne Dinge um uns herum, sind die Momente, an die ich mich am meisten erinnere.

Die Momente, wo wir einfach mal wieder auf dem Boden lagen vor Lachen, die Momente, wo wir einfach so viel Blödsinn im Kopf hatten und einfach nur Quatsch gemacht haben, auch die Momente, wo wir gestritten haben. All diese Momente eben. Was wir in den Momenten gerade für ein Spielzeug in der Hand hatten oder welchen Schokoriegel wir dabei gegessen haben kann ich dir nicht mehr sagen.

Dinge können den Moment und das Gefühl was dahinter steht nicht beeinflussen

Als Teenager hat man ja bekanntlich die größten Probleme der Welt und ich muss zum Teil sagen, dass dies wirklich stimmt. In der Zeit bilden sich immer und egal wo du bist 3 Gruppen.

  • Die Coolen
  • Die Loser
  • Die Neutralen

ethan-johnson-1346705-unsplash

Ja und alle 3 Gruppen haben es gleich schwer. Cool zu sein muss furchtbar sein, zumindest habe ich es mir immer furchtbar vorgestellt, weswegen ich nie cool war und auch nie angestrebt habe cool zu sein. Da geht es ja im Großen und Ganzen darum coole Dinge zu haben, coole Dinge zu machen und einfach immer cool zu sein. Das habe ich immer mit Gruppenzwang, nicht ich selbst sein und Emotionslosigkeit interpretiert. Auch glaube ich, dass die Coolen die größten Komplexe von diesen 3 Gruppierungen haben, denn aus welchem Grund sonst, haben die Coolen immer die Loser fertig gemacht und das zu den coolen Dingen, die sie tun gezählt?

Die Loser sind heute betrachtet wahrscheinlich am wenigsten Loser. Sie sind einfach die, die keinen Trend mitmachen wollten oder konnten, die die anders, individuell waren. Egal ob nun positiv oder negativ anders so waren sie halt und deswegen und auch dafür, was sie aushalten mussten, bewundere ich sie. Oftmals taten sie mir auch total leid und manchmal habe ich auch versucht ihnen zu helfen, aber man musste dabei ja selbst immer aufpassen nicht irgendwann auch zu den Losern zu zählen. Wenn ich heute darüber nachdenke finde ich mein Verhalten ziemlich feige.

Neutral sein ist auch nicht einfacher, man ist ständig hin und hergerissen zwischen cool und Loser. Ich gehörte zu dieser Gruppe, weil cool sein für mich nicht in Frage kam ich aber ein Glück auch nicht von den Coolen als Loser gesehen wurde. Das lag aber auch daran, dass ich darauf geachtet habe keine Angriffsfläche zu bieten, dazu gehörte dann unter Anderem auch der Zwang coole Dinge zu haben. Ich weiß noch das ich nur einen Eastpak hatte, weil ich halt einen haben musste, um nicht zu den Losern zu zählen und ich weiß auch noch genau das ich mich in solchem Momente auf das Erwachsen werden gefreut habe:

Wenn ich erwachsen bin, kann ich endlich anziehen was ich will, denn dann ist es den anderen egal

Ja das habe ich wirklich gedacht und ich bin wirklich froh, jetzt erwachsen zu sein das Teenagerleben war mir echt zu hart.

matt-lamers-679313-unsplash

Aber auch jetzt, wo ich erwachsen bin, geht es schon wieder um Dinge. Es geht nicht um den Eastpak oder die coole Hose. Nein nun geht es um größere Dinge, wie Autos und Häuser. Als die Jungs ihren Führerschein hatten und endlich Autofahren konnten versteckten sie ihre Persönlichkeit schon wieder hinter Dingen. Vorher waren sie cool und machten coole Dinge und gaben den Trend vor. Und nun, wo sie langsam erwachsen wurden, fuhren sie mit ihren getunten Autos durch die Gegend, um uns Frauen zu beeindrucken. Ich glaube auch diese Geschichte wiederholt sich immer wieder, soviel zur Individualität. Wie passte ich in diese Geschichte? Du kannst dir mich wirklich wie Shania Twain in dem Song „That don`t impress me much!“ vorstellen. Für mich zählte einfach schon von Klein auf Persönlichkeit und dieses Gehabe war für mich noch nie eine Anmache, sondern eine Beleidigung. Ich bin auch nie in ein cooles Auto gestiegen, ich war da wirklich immer völlig unbeeindruckt.

Und das bin ich bis heute. Mich interessiert nicht, welches Auto du fährst, was für ein Haus du hast auch nicht was für einen Job du hast, mich interessiert deine Persönlichkeit. Auch hat es für mich nicht automatisch jemand geschafft nur weil er ein super Haus, Auto etc. hat oder jemand ganz großes im Beruf ist. Geschafft hat es die Person die glücklich ist, wie sie ist und mit dem was sie hat. Natürlich habe ich nichts gegen ein schönes Haus oder ein schönes Auto oder gegen schöne Dinge, ich mag auch schöne Dinge. Dennoch weiß ich, dass egal welche schönen Dinge ich vielleicht auch besitzen mag, diese einfach nicht die Kraft haben mich glücklich zu machen. Diese Dinge sind einfach ein Bonus bringen mir aber nichts, wenn das Drumherum, die Herzensangelegenheiten, die Momente und die Gefühle nicht stimmen.

Ich war und bin immer nur auf der Suche nach Herz.

carolyn-v-546929-unsplash.jpg